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Getötete Ayleen (†14) aus Gottenheim: Anklage gegen mutmaßlichen Mörder

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Von: Teresa Knoll

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Gottenheim - Der mutmaßliche Täter hatte gestanden, die 14-jährige Ayleen A. getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen den 30-Jährigen erhoben.

Im Sommer 2022 erschüttert eine grauenhafte Entdeckung das Städtchen Gottenheim in Baden-Württemberg. Die tagelange Suche nach der 14-Jährigen Ayleen A. endet mit dem Fund ihrer Leiche im Teufelsee im hessischen Wetteraukreis. Den mutmaßlichen Täter kannte sie bereits aus Online-Chats. Die Staatsanwaltschaft hat nun gegen ihn Anklage zum Landgericht Gießen erhoben, ihm werden zahlreiche Vergehen zur Last gelegt.

Tötung der Ayleen A. aus Gottenheim: Anklage gegen mutmaßlichen Täter

Die Staatsanwaltschaft Gießen und die beim Polizeipräsidium Mittelhessen eingerichtete 30-köpfige Soko „LACUS“ haben ihre gemeinsamen Ermittlungen im Fall „Ayleen“ zwischenzeitlich abgeschlossen. Der Beschuldigte hatte die Tat gestanden, nachdem umfangreiche Ergebnisse auf seine Spur geführt hatten.

Dem Angeschuldigten wird Mord, versuchte Vergewaltigung mit Todesfolge, Entziehung Minderjähriger, Nötigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Sich-Verschaffen kinderpornographischer Inhalte vorgeworfen. Wird er verurteilt, droht ihm neben einer lebenslangen Freiheitsstrafe auch die Sicherungsverwahrung.

Tötung der Ayleen A. aus Gottenheim: Zahlreiche Vergehen zu Last gelegt

Konkret wird dem 30 Jahre alten, aus Waldsolms (Hessen) stammenden Angeschuldigten zur Last gelegt, die 14-jährige Schülerin am Nachmittag des 21. Juli 2022 mit seinem Pkw in Gottenheim (Baden-Württemberg) abgeholt und nach Hessen in ein Waldgebiet bei Langgöns-Cleeberg (Landkreis Gießen) verbracht zu haben. Im Bereich eines Feldweges soll der Angeschuldigte das Mädchen dort kurz nach Mitternacht getötet haben.

Die Strafverfolgungsbehörden gehen aufgrund der vorliegenden Ermittlungsergebnisse davon aus, dass die Tat sexuell motiviert war. Nachdem er das Mädchen getötet hatte, soll der Angeschuldigte den Leichnam zum Teufelsee bei Echzell (Wetteraukreis) gebracht haben, wo ihn Einsatzkräfte der hessischen Polizei am 29. Juli 2022 gefunden hatten.

Der Teufelsee im Wetteraukreis
Der Teufelsee im Wetteraukreis. Hier wurde die tote Ayleen gefunden © Frank Rumpenhorst/dpa

Getötete Ayleen (†14) aus Gottenheim – umfangreiche Ermittlungen

Während der umfangreichen Ermittlungen, bei denen auch 122 Zeugen vernommen wurden, über 30.000 Chats ausgewertet und eine Vielzahl von rechtsmedizinischen und kriminaltechnischen Gutachten eingeholt werden, gelingt es Polizei und Staatsanwaltschaft einen dringenden Tatverdacht gegen den Angeschuldigten zu begründen.

Durch digitalforensische Untersuchungen des Handys des Tatverdächtigen kann festgestellt werden, dass sich Ayleen und der Angeschuldigten offenbar Ende April 2022 via „Snapchat“ kennengelernt und fortan eine Vielzahl von Nachrichten miteinander ausgetauscht hatten.

Getötete Ayleen A.: Mutmaßlicher Mörder schon als Jugendlicher auffällig

Ein Termin für den Prozessbeginn steht noch nicht fest. Das Schwurgericht in Gießen wird in den kommenden Monaten über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

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Der 30-Jährige war schon als Jugendlicher wegen einer Sexualstraftat verurteilt worden. Er verbrachte deshalb zehn Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus. Bis Anfang 2022 war der Mann in einem Programm für rückfallgefährdete Sexualstraftäter. Im April desselben Jahres soll der mutmaßliche Mörder von Ayleen erneut ein Mädchen belästigt haben. (pol/dpa/resa)

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