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Mordfall Ayleen A. (†14): Wegen Sexualdelikt – Verdächtiger war 10 Jahre in Psychiatrie

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Von: Daniel Hagen

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Gottenheim - Nach dem Fund der toten Ayleen A. äußert sich die Polizei zu der schrecklichen Tat. Der mutmaßliche Mörder war bereits zehn Jahre lang in einer Psychiatrie.

Der Schock sitzt tief in Gottenheim und Umgebung. Nach rund einer Woche Suche nach der 14-jährigen Ayleen A. wird am Freitag (29. Juli) eine Leiche im Wetteraukreis in Hessen gefunden. Nach der Obduktion ist klar: Es handelt sich um die Vermisste! Was genau passiert ist, ist bislang noch unklar. Am Montagnachmittag (1. August) äußern sich das Polizeipräsidium und Staatsanwaltschaft in einer Pressekonferenz zu dem tragischen Fall aus Baden-Württemberg.

Gottenheim: Pressekonferenz zum Fall der getöteten Ayleen A.

Vor Ort befinden sich Franziska Scheuble, ermittelnde Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Freiburg, Dieter Inhofer, leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Freiburg, Frank Semling, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Freiburg, Andreas Röhrig, Präsident des Landeskriminalamts Hessen, Thomas Hauburger von der Staatsanwaltschaft Gießen sowie Arno Englen, leitender Kriminaldirektor des Polizeipräsidiums Freiburg.

Wie Dieter Inhofer berichtet, soll Ayleen A. noch am Abend des 21. Juli von einer männlichen Person mit einem Auto nach Hessen zum Teufelssee gebracht worden sein. Gegen den Mann bestehe nun ein „dringender Tatverdacht“. Im See wird am Freitag die Leiche der 14-Jährigen gefunden. Die Todesursache sei auch nach einer Obduktion noch unklar, was auch an der langen Liegedauer im Wasser liege, was die Untersuchungen erschwere.

Vermisste Ayleen A. (†14): Mutmaßlicher Täter war 10 Jahre in der Psychiatrie

Noch am selben Tag ist die Wohnung des Verdächtigen durchsucht worden, wobei persönliche Gegenstände der Teenagerin gefunden worden seien. Der beschuldigte 29-Jährige wird daraufhin festgenommen. Der Mann ist laut Dieter Inhofer im Jahr 2007 – also als Jugendlicher – wegen eines „versuchten Sexualdelikts“ in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden. Erst nach 10 Jahren ist er von dort wieder entlassen worden!

Wie Arno Englen vom Polizeipräsidium Freiburg weiter erläutert, habe die Ermittlungsgruppe derzeit etwa 150 Hinweise, 250 Spuren aus der Bevölkerung sowie mehr als 10 Millionen digitale Spuren. Nach jetzigem Stand haben sich Ayleen A. und ihr mutmaßlicher Mörder über das Internet gekannt. Neben den sozialen Medien sollen beide auch über das Online-Spiel „Fortnite“ in Kontakt gestanden haben.

Ayleen A. soll mit Mann von Gottenheim nach Hessen gefahren sein

Anders als bislang vermutet, sei Ayleen A. nicht am Abend ihres Verschwindens am Hauptbahnhof in Freiburg gewesen, sondern mit dem Auto nach Hessen gefahren. „Wir können nicht sagen, inwiefern sie dort freiwillig mitfuhr, wie sie ins Fahrzeug verbracht wurde“, erklärt Arno Englen. Über den Fall der getöteten Ayleen A. aus Baden-Württemberg berichtet auch echo24.de

Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger von der Staatsanwaltschaft Gießen beschreibt den Tatort als einen See, der schwer einsehbar sei und selten besucht werde, da er nicht zum Schwimmen gedacht sei. Dort ist der Leichnam der 14-Jährigen gefunden worden, der am Ufer getrieben ist. Die anschließende Obduktion habe sechs bis sieben Stunden gedauert. Jetzt stehen noch weitere Untersuchungen an, die auch klären sollen, ob Drogen im Spiel gewesen sind.

Mutmaßlicher Mörder von Ayleen A. zehn Jahre lang in Psychiatrie nach Sexualdelikt

Der Beschuldigte ist am Freitag in Frankfurt festgenommen und nach Freiburg gebracht worden. Dem 29-Jährigen werden „Entziehung Minderjähriger“, „sexuelle Nötigung“ sowie „Mord in Verdeckungsabsicht“ vorgeworfen. Seit Samstag befindet er sich in Untersuchungshaft und bestreitet die Vorwürfe, wie die ermittelnde Staatsanwältin Franziska Scheuble erklärt.

Der mutmaßliche Täter hat im Jahr 2007, im Alter von 14 Jahren, eine Elfjährige von hinten angegriffen. Wegen „versuchtem sexuellen Missbrauch“, „gefährlicher Körperverletzung“ und „versuchter Vergewaltigung“ wird der Mann anschließend in eine Psychiatrie untergebracht – und zwar im Maßregelvollzug. Erst 2017 wird er wieder entlassen und nach Haftentlassung noch fünf Jahre lang von der Justiz beaufsichtigt. (dh)

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