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Mutmaßlicher Mörder von Ayleen A. (†14): Hatte bereits im April ein Mädchen belästigt

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Von: Peter Kiefer

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Gottenheim/Gießen - Erschreckende neue Details zum mutmaßlichen Mörder der Schülerin Ayleen A. (†14): Der 29-jährige Verdächtige soll erst im April ein Mädchen belästigt haben:

Warum hat niemand diese tickende Zeitbombe aufgehalten? Das fragen sich sicher viele Menschen nicht nur in Gottenheim bei Freiburg (Baden-Württemberg), der kleinen Heimatgemeinde der ermordeten Ayleen A. (14), die noch immer unter Schock steht. Denn: Der mutmaßliche Killer der Schülerin soll im Frühjahr 2022 eine Jugendliche massiv belästigt haben, ist deshalb sogar angezeigt worden.

Mordfall Ayleen A. (†14): Verdächtiger (29) soll im April eine Schülerin belästigt haben

Immer neue Details zum dringend Tatverdächtigen im Fall der getöteten Ayleen A. (14), die fassungslos machen: Jetzt ist herausgekommen, dass der 29-Jährige, der nach dem Fund der Leiche der tagelang vermissten Schülerin festgenommen worden ist und seitdem in U-Haft sitzt, vor wenigen Monaten eine Schülerin belästigt haben soll.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen hat erklärt, dass seit Dienstag eine Strafanzeige gegen den Beschuldigten wegen des Verdachts der versuchten Nötigung vorliege. Zuvor hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung darüber berichtet.

Demnach soll der Mann Ende April versucht haben, eine 17-Jährige zu einer Beziehung zu nötigen – unter anderem durch Textnachrichten. Daraufhin sei Anfang Mai gegen den 29-Jährigen Strafanzeige bei der Polizei in Friedberg erstattet worden. Zu den verschiedenen Maßnahmen nach dieser Anzeige habe auch eine Gefährderansprache gehört, die demjenigen klarmachen soll, dass man ein Auge auf ihn hat.

Der Teufelsee im Wetteraukreis
Der Teufelsee im Wetteraukreis. Hier wurde die tote Ayleen gefunden © Frank Rumpenhorst/dpa

Mordfall Ayleen: Führungsaufsicht für den vorbestraften Sexualstraftäter endete Anfang 2022

Nach der Anzeige habe der Beschuldigte die Möglichkeit gehabt, sich zu den Vorwürfen zu äußern, so ein Polizeisprecher in Friedberg zur Deutschen Presse-Agentur. Davon habe er jedoch keinen Gebrauch gemacht. Der Fall sei schließlich an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden. Zum Zeitpunkt des angezeigten Vorfalls stand der Mann, ein vorbestrafter Sexualstraftäter, nicht mehr unter Führungsaufsicht.

Nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) war diese Anfang des Jahres gerichtlich beendet worden. Damit wurde der Mann auch aus dem Programm der Zentralstelle zur Überwachung Rückfallgefährdeter Sexualstraftäter (ZÜRS) ausgestuft. Ziel der Konzeption ist es, die Bevölkerung vor bereits verurteilten, rückfallgefährdeten Sexualstraftätern zu schützen, wenn diese aus der Haft oder dem Maßregelvollzug entlassen werden.

Blumen, Kerzen und Botschaften liegen vor dem Rathaus von Gottenheim, wo Menschen sie in Anteilnahme am Tod der 14-jährigen Ayleen A. abgelegt haben.
Blumen, Kerzen und Botschaften liegen vor dem Rathaus von Gottenheim, wo Menschen sie in Anteilnahme am Tod der 14-jährigen Ayleen A. abgelegt haben. © Philipp von Ditfurth/picture alliance/dpa

Mutmaßlicher Killer von Ayleen war 10 Jahre in psychiatrischer Klinik

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft ist der 29-Jährige als Jugendlicher für 10 Jahre wegen eines versuchten Sexualdelikts an einem 11-Jährigen Mädchen in ein psychiatrisches Krankenhaus gekommen.

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Der Beschuldigte kannte die am 21. Juli verschwundene Ayleen den Ermittlungen zufolge aus wochenlangen Chats in sozialen Netzwerken und dem bekannten Online-Spiel „Fortnite“. Am Samstag (30. Juli) hat die Polizei die Leiche von Ayleen im Teufelsee im Wetteraukreis (Hessen) entdeckt, die Wohnung des Mannes durchsucht und ihn kurz darauf festgenommen. Seitdem schweigt er zu den schweren Vorwürfen. (dpa/pek)

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