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Falscher Notruf in Baden-Württemberg: Klima-Aktivist ruft Einsatzkräfte zu Streik auf

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Von: Daniel Hagen

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In Gaggenau werden die Einsatzkräfte zu einem Notfall gerufen. Vor Ort stellt sich heraus, dass es nur ein Fake-Notruf war. Hinter der unverantwortlichen Aktion soll ein Klimaaktivist stecken.

Ein Löschzug der Feuerwehr, zwei Rettungswagen und zwei Streifenwagen der Polizei eilen am Donnerstagmorgen (22. Dezember) in Gaggenau (Baden-Württemberg) zu einem Einsatz. In der Anselm-Feuerbach-Straße soll gegen 1:35 Uhr eine Gasleitung explodiert sein. Mindestens eine Person ist dabei verletzt worden. Ein Anwohner hat über die Nora-App eine Meldung an die zuständige Rettungsleitstelle geschickt. Doch als die Einsatzkräfte ankommen, ist von dem Notfall nichts zu sehen. Sie sind auf einen Fake-Notruf hereingefallen!

Fake-Notruf in Baden-Württemberg: Klima-Aktivist soll Einsatzkräfte gerufen haben

Das Phänomen ist bereits seit Jahren bekannt. Eine unbekannte Person ruft aus „Spaß“ bei einer Rettungsleitstelle an und meldet einen Notfall. Die Einsatzkräfte verschwenden durch die Fahrt zum „Unfallort“ nicht nur kostbare Zeit, die bei echten Notfällen gebraucht werden könnte, sondern begeben sich bei der Einsatzfahrt mit Blaulicht und Signal sogar noch in Gefahr. Der Fall aus Gaggenau könnte allerdings einen anderen Hintergrund haben – und zwar einen politischen.

Denn während die Einsatzkräfte in dem Haus nach dem gemeldeten Notfall suchen, meldet sich eine bislang unbekannte Person in der Chatfunktion des Online-Spiels, das der Bewohner gerade spielt. Dieser gibt sich als „Klima-Aktivist“ zu erkennen und fordert die Retter auf, dem Klimastreik beizutreten! Der Vorfall erinnert an einen Fake-Notruf, der am Dienstag (20. Dezember) in Essen von einem Klima-Aktivisten abgesetzt worden ist und über den Merkur.de berichtet.

„Letzte Generation“ nach Fake-Notruf unter Verdacht

„Ihr dachtet es wäre ein Notfall, doch der wahre Notfall - die drohende Klimakatastrophe - durch die Millionen von Menschen sterben werden, wird von unseren Politikern konsequent ignoriert. Wir werden diese Form des Protests fortsetzen, bis unsere Bundesregierung effektive Gesetze erlässt um die Klimakatastrophe zu verhindern“, schreibt der Klima-Aktivist bei dem Vorfall in Essen.

In den sozialen Medien kommt anschließend der Verdacht auf, dass es sich um eine Aktion der Gruppe „Letzte Generation“ handeln könnte, die dafür bekannt sind, sich an Straßen festzukleben – so wie in Heidelberg –, Gemälde mit Essen zu bewerfen oder zuletzt sogar die Spitze des Weihnachtsbaums am Brandenburger Tor abgeschnitten haben.

Fake-Notruf in Gaggenau: „Letzte Generation“ distanziert sich von der Tat

Doch die Aktivisten verurteilen die Fake-Notrufe selbst: „Das waren wir nicht! Unser Protest folgt dem eindeutigen Konsens, mit Namen und Gesicht zu unseren Handlungen zu stehen. Wir geben keine anonymen Erklärungen ab“, heißt es auf dem Twitter-Kanal der Gruppe.

Nach dem Fake-Notruf von Gaggenau ermittelt das Polizeipräsidium Offenburg jetzt wegen des Notrufmissbrauchs. Dem unbekannten Verursacher droht laut § 145 Strafgesetzbuch (StGB) eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Zudem müsste die Person auch noch die Kosten für den Einsatz tragen. (pol/dh)

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