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Baden-Württemberg: Minister Lucha bei Impfgipfel – „Jeder Erwachsene kriegt Impfangebot bis ...“

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Von: Peter Kiefer

Baden-Württemberg - Gesundheitsminister Manne Lucha hat am Freitag (16. April) zum digitalen „Impfgipfel“ mit über 100 Experten eingeladen. Die Ergebnisse:

In der Hoffnung auf steigende Impfstoff-Lieferungen haben sich am Freitag (16. April) das Land Baden-Württemberg, Ärzte, Sozialverbände und die Kommunen auf eine gemeinsame Linie und eine faire Verteilung der Impfdosen im Land verständigt. Beim sogenannten Impfgipfel beriet Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) mit den rund 100 Konferenzgästen vor allem die praktische Umsetzung des Impfens für die Zeit, in der die ersehnten Mengen an Impfstoff auch tatsächlich in den Regalen liegen werden. In ersten Reaktionen zeigten sich Ärzte und Kommunalverbände zufrieden mit den Gesprächen und zuversichtlich.

Unser Ziel ist, bis zum Herbst jedem Erwachsenen in Baden-Württemberg ein Impfangebot zu machen. Dafür brauchen wir alle Kräfte beim Impfen“, verspricht Lucha nach dem digitalen Austausch. In einem gemeinsamen Papier verständigen sich die Gipfel-Teilnehmer auf die wichtigsten drei Säulen der Kampagne: die Impfzentren, Arztpraxen und Betriebsärzte. „Ab Sommer sollen alle Teile der Impfkampagne unter Volllast laufen“, versprach der Minister. Arztpraxen würden ab Mai „zu einer gleichberechtigten Säule“ neben den Impfzentren ausgebaut. Um Betriebsärzte in das Impfen einzubeziehen, sei zudem im Mai ein Modellprojekt in den Justizvollzugsanstalten geplant.

Bundesland\tBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
Fläche35.751,46 km²
Einwohnerzahl11.100.394 (Stand: 31. Dezember 2019)
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Baden-Württemberg: Gipfel-Teilnehmer sind sich einig – Impfstoffe sollen fairer verteilt werden

In der Erklärung verständigten sich die Teilnehmer des Gipfels auch darauf, den Impfstoff fairer zu verteilen. Bislang werden die Impfzentren im Land gleichmäßig beliefert, also unabhängig von der Einwohnerstärke eines Kreises. Dadurch sei in Zeiten des Mangels eine Unwucht entstanden, hieß es. Die zentralen Impfzentren sollten dies fair ausgleichen, indem sie „im Rahmen des Möglichen“ Impfdosen abgeben und ihre Mobilen Impfteams (MIT) einsetzen. Ziel sei es, die Impfquoten in allen Landesteilen anzugleichen.

Maßgebliche Kriterien für diesen fairen Ausgleich können insbesondere Einwohnerzahl, Impfquoten und das schnelle und vollständige Verimpfen der gelieferten Dosen sein“, heißt es in der Erklärung weiter. „Neben dem Bevölkerungsanteil soll dabei auch die vollständige Verimpfung der Impfstoffe eine Rolle spielen“, so Manne Lucha. In den Impfzentren sollten keine unnötigen Vorräte angelegt werden. Als wahrscheinlich gilt auch eine stufenweise Verlängerung des Betriebs in den Impfzentren bis August oder September.

Impfgipfel in Baden-Württemberg: Auch Mannheims OB Peter Kurz zufrieden mit Resultaten

Der Mannheimer Oberbürgermeister und derzeitige Präsident des Städtetags, Dr. Peter Kurz (SPD) ist zufrieden: „Wir haben jetzt eine gute Basis für die Kooperation. Wir brauchen den parallelen Hochlauf von Hausärzten und Impfzentren, auch um den unterschiedlich guten Zugang zu den jeweiligen Quellen für die Impfstoffe auszugleichen.“ Gemeindetags-Präsident Steffen Jäger sprach von einer „Grundlage für einen Schub in der Impfkampagne“. Und ergänzt: „Jetzt brauchen wir allerdings noch den dringend nötigen Impfstoff.“ Das Land müsse vorbereitet sein auf die Zeit steigender Impfdosen.

Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz vor dem Wasserturm in Mannheim.
Der Mannheimer OB Dr. Peter Kurz (SPD) ist zufrieden mit den Ergebnissen des „Impfgipfels“. (Archivfoto) © Stadt Mannheim

Deshalb war es wichtig, dass man klare Zusagen abgibt für ein gemeinsames Vorgehen, ein Miteinander und kein Gegeneinander“, zeigt sich auch der Präsident des Landkreistages, Landrat Joachim Walter aus Tübingen, äußerte sich angetan. Vom Gipfel gehe ein deutliches Signal der Geschlossenheit und Entschlossenheit aus. Die Teilnehmer und das Land hätten sich unter anderem auf eine stufenweise Verlängerung der Impfzentren geeinigt. Außerdem sollen Impfstoffe in den Regionen fairer und der Einwohnerstärke angemessen verteilt werden, sagte Walter mit Verweis auf das Gipfeldokument. Der Chef des Klinikums Stuttgart, Jan Steffen Jürgensen, bezeichnete das Ergebnis als „Schulterschluss und wertschätzende, gute Kommunikation zur
Motivation aller Beteiligten“.

Bislang kommen Corona-Impfstoffe nur stockend nach Baden-Württemberg. Im April wird der Südwesten nach Angaben des Gesundheitsministeriums pro Woche rund 300.000 Dosen Corona-Impfstoff erhalten. Es ist zudem unklar, welchen Umfang die Impflieferungen ab Mai haben werden. Das Ministerium hofft aber, dass die Prognosen zutreffen und deutlich mehr Impfstoff geliefert wird. (dpa/pek)

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