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Baden-Württemberg: Nach Freiburg und Ulm – auch Karlsruhe will Tempo-30-Limit

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Von: Eliran Kendi

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Ein Verkehrsschild zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 mit dem Zusatz «Luftreinhaltung» (Archivbild).
Die Initiative für Tempo 30 wird vom Deutschen Städtetag unterstützt (Symbolbild). © dpa/Paul Zinken

Karlsruhe - Auf Initiative des Deutschen Städtetags wollen zwei Städte in Baden-Württemberg ein Tempo-30-Limit einführen. Mit Karlsruhe unterstützt eine dritte Stadt den Vorstoß überraschend.

Sieben deutsche Großstädte wollen in einem Politprojekt großflächig Tempo 30 testen. Nur auf den wenigen Hauptverkehrsstraßen soll dann noch die übliche Geschwindigkeit von 50 km/h zulässig sein. Die Städte hoffen, dass es nach der Bundestagswahl schnell zu einer Änderung der Straßenverkehrsordnung kommt, um das Projekt zu ermöglichen. Dabei wird betont, dass es sich nicht um eine Initiative gegen Autofahrer handelt. Vielmehr sei es ein Projekt für die Bewohner der Kommunen. Aus Baden-Württemberg* wollten sich zunächst Freiburg im Breisgau und Ulm am Projekt beteiligen. Nun wirft auch die Stadtverwaltung Karlsruhe ihren Hut in den Ring, wie HEIDELBERG24* berichtet.

Baden-Württemberg: Tempo-30-Limit in Modellstädten?

Neben den baden-württembergischen Städten beteiligen sich auch Aachen, Augsburg, Hannover, Leipzig und Münster. „Die Leistungsfähigkeit für den Verkehr wird durch Tempo 30 nicht eingeschränkt, die Aufenthaltsqualität dagegen spürbar erhöht“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Städte.

Besonders für Fußgänger und Radfahrer würden die Straßen sicherer. Zudem werde der Verkehrslärm reduziert und die Luftbelastung geringer. Unterstützt wird das Projekt auch von der Initiative Agora Verkehrswende, die neue Klimaschutzstrategien erarbeiten will.

Karlsruhe will Zeichen setzen und unterstützt Vorstoß für Tempo 30

Schon im Dezember hatte Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vorgeschlagen, seine Stadt zur ersten Modellkommune mit Regelgeschwindigkeit 30 km/h zu machen. Er erhielt jedoch eine Absage aus Berlin.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hingegen äußerte großes Verständnis für das Anliegen der Kommunen. „Aus meiner Sicht liegt in niedrigeren und homogeneren Geschwindigkeiten ein wesentlicher Schlüssel zur Lösung unserer aktuellen Verkehrsprobleme“, sagte er.

Nun erhalten Freiburg und Ulm auch Unterstützung aus Karlsruhe. Oberbürgermeister Frank Mentrup fordert einer Pressemitteilung zufolge schon länger „mehr kommunalen Handlungsspielraum im Straßenverkehrsrecht“ und freut sich über den Vorstoß der Städte. Aus diesem Grund werde sich Karlsruhe der Verkehrswende der Agora und der Initiative des Deutschen Städtetag anschließen. (esk mit dpa) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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