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Lockdown in Baden-Württemberg: Weitere Lockerungen in Sicht? Kretschmann spricht Klartext

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Von: Peter Kiefer

Baden-Württemberg - Seit 1. März ist der Lockdown im Südwesten leicht gelockert. Folgen jetzt weitere? Winfried Kretschmann spricht Klartext:

Update vom 2. März: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht kurz vor der Bund-Länder-Konferenz zum Corona-Lockdown keine schnellen Öffnungsschritte. Auf die Frage, was denn außer Baumärkten rasch geöffnet werden könne, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart: „Erstmal nix.“ Die Zahl der Infektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sei weiterhin der entscheidende Wert bei der Frage, wie stark man lockern könne - und die 7-Tage-Inzidenz steige wieder.

Zwar könne man mit massenhaften Schnell- und Selbsttests demnächst Öffnungen angehen, doch das gehe nicht von heute auf morgen. „Das ist ein großer organisatorischer Aufwand.“ Die Test-Infrastruktur müsse schon da sein, „damit man die Teststrategie mit der Öffnungsstrategie verbinden kann“, erklärte der Grünen-Politiker. Kretschmann zeigte sich aus diesem Grund auch skeptisch, dass die weiterführenden Schulen - wie von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vorgeschlagen - schon am kommenden Montag schrittweise wieder öffnen können. Um Schülerinnen und Schüler zweimal in der Woche testen zu können, müssten die Test-Kapazitäten an den Schulen deutlich ausgebaut werden. „Ich kann mir nur ganz schlecht vorstellen, dass das bis zum 8. März auf die Beine gestellt werden kann.“

Es sei klar, dass das Gesundheitsministerium die Tests besorgen müsse. Für die Umsetzung sei aber die Kultusministerin zuständig. „Wenn sie es hinbekommt in den jetzt verbleibenden Tagen, dann okay“, sagte Kretschmann. Vor der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Mittwoch zeichnet sich ab, dass es von kommender Woche an weitere Öffnungsschritte, teils regional abgestuft und abhängig von den jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenzen, geben soll. Das geht aus einem vorläufigen Beschlussentwurf für die Bund-Länder-Runde an diesem Mittwoch hervor, der aber dem Vernehmen nach noch nicht mit allen Ländern abgestimmt ist. Kretschmann sagte zu regional unterschiedlichen Öffnungen: „Das ist immer ein Ritt auf einem Grat.“ Eine regionale Herangehensweise sei zwar sinnvoll, aber kommunikativ schwierig. „Dem Problem kann ich nicht entrinnen.“ Alle Entwicklungen in Baden-Württemberg während des Corona-Gipfels liest Du auch in unserem News-Ticker.

Lockdown in Baden-Württemberg: Erste Lockerungen seit 1. März – was jetzt wieder öffnen darf

Update vom 1. März: Inzwischen belegt Baden-Württemberg mit einer um zwei Punkte auf jetzt 52,0 gestiegenen 7-Tage-Inzidenz bundesweit den dritten Platz im Ranking. Zum Vergleich: Mit 49,7 rangiert Rheinland-Pfalz, das sich seit Wochen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Baden-Württemberg liefert, aktuell den ersten Platz.

Update vom 28. Februar: Nach rund 10 Wochen Lockdown dürfen sich in Baden-Württemberg ab Montag (1. März) erste Läden über Lockerungen freuen: Ab diesem Tag dürfen neben Friseuren auch Blumenläden und Baumärkte wieder öffnen. Für diese Lockdown-Lockerungen hat die Landesregierung strenge Regeln festgelegt. Eine entsprechend geänderte Corona-Verordnung wurde am Samstag veröffentlicht.

Lockdown-Lockerungen in Baden-Württemberg: Diese Regeln gelten für Friseur und Baumarkt

Wer ab Montag in Baden-Württemberg einen Friseur besuchen will, muss strenge Hygieneregeln beachten: Für den Besuch im Salon ist eine Anmeldung vorgeschrieben und es darf dort keine Bartrasuren geben, da diese nur ohne das Tragen einer medizinischen Maske möglich seien, wie es in der Verordnung heißt. Erlaubt seien Haare waschen, schneiden, färben und föhnen.

Blumenläden, Baumschulen und Garten- aber auch Baumärkte dürfen in Baden-Württemberg ab Montag wieder Pflanzen und Zubehör für den Gartenbau verkaufen. Andere Warenbereiche müssen abgetrennt werden. Wenn der erlaubte Warenanteil eines Ladens mindestens 60 Prozent beträgt, dürfen demnach auch Mischsortimente angeboten werden. Beschränkt wird jedoch die Anzahl der Kunden pro Verkaufsfläche. In Läden mit bis zu 800 Quadratmetern darf sich demnach nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten. Hat ein Geschäft mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche, darf sich ab dem 801. Quadratmeter Fläche nur noch ein Kunde pro 20 Quadratmeter Fläche aufhalten, heißt es in der Corona-Verordnung von Baden-Württemberg. Ein Unterschied zwischen Außen- und Innenbereich der Geschäfte wird nicht gemacht.

Lockdown in Baden-Württemberg: Restaurant-Besuch bald mit Schnelltest möglich?

Erstmeldung vom 26. Februar: Um unser aller Leben im aktuellen Corona-Lockdown wieder etwas zu normalisieren, will das Staatsministerium von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) am kommenden Mittwoch (3. März) in den nächsten und-Länder-Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) vorschlagen, öffentliche Bereiche mit überschaubarem Infektionsrisiko dank Schnelltests schrittweise zu öffnen. So steht es in einem Impulspapier, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Heißt: Wer einen Schnelltest mit negativem Ergebnis besteht, dem soll etwa der Zutritt zu Geschäften, Restaurants und Museen erlaubt werden. Die Betreiber solcher Einrichtungen müssen laut Impulspapier „dafür Sorge tragen, dass nur Besucherinnen und Besucher Zutritt erhalten, die einen negativen Test vorweisen können“.

BundeslandBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
Fläche35.751 km²
Einwohner11,07 Millionen (Stand: 2019)
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Einzelhandel in Baden-Württemberg: Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) warnt vor Lockerungen

Doch genau diese Pläne hält SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) für riskant. Schließlich befinde man sich noch immer in einer schwierigen Situation, da über die Hälfte der Altersgruppe über 80 noch nicht geimpft sei, wie Lauterbach gegenüber dem SWR mahnt. „Selbst die wichtigen Risikogruppen zwischen 65 und 80 sind noch ungeschützt. Also jetzt zu lockern ist sehr gefährlich“, so Karl Lauterbach, der selbst Impfarzt ist.

Nicht zuletzt aufgrund der gefährlichen Mutationen des Corona-Virus habe die dritte Infektionswelle längst begonnen. „Lockerungen in eine solche Welle hinein sind gefährlich. Und ich glaube nicht, dass man das nur mit Schnelltests in den Griff kriegt“, so Lauterbach weiter. Zudem befürchtet der Politiker eine hohe Fehlerquote bei den Selbsttests.

Corona in Baden-Württemberg: Diese Lockdown-Lockerungen gelten ab 1. März

Zuletzt verfügte die Landesregierung um Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Stuttgart bereits einige Lockerungen für Baden-Württemberg. Demnach können sich Blumenläden, Gartenmärkte, Gärtnereien und Friseure ab 1. März wieder über zahlungskräftige Kunden freuen. Jetzt die umstrittene Idee mit weiteren Lockerungen dank Schnelltest. Und dass, obwohl die wichtige 7-Tage-Inzidenz sowie die Zahl der Neuinfektionen in Baden-Württemberg erneut leicht angestiegen ist.

Der derzeitige Lockdown besteht noch (mindestens) bis zum 7. März. Die aktuellen Regeln sind in der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg festgelegt. (dpa/pek)

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