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Schulen in BW: Quarantäne-Regel nicht verschärft – Was nach den Ferien gilt

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Von: Eliran Kendi

Was passiert, wenn ein Kind in der Klasse Corona hat? Die Aufhebung der Quarantäne-Pflicht in Baden-Württemberg könnte demnächst wieder zurückgenommen werden. 

Update vom 8. September, 16:45 Uhr: Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur werden die Quarantäne-Regeln an Schulen in Baden-Württemberg nun doch nicht verschärft. Trotz der Beschlüsse vom Bund-Länder-Treffen sieht das Landeskultusministerium keinen Änderungsbedarf der gelten Corona-Verordnung. Bei der Testpflicht an Grundschulen in Baden-Württemberg wird es jedoch eine Änderung geben.

BundeslandBaden-Württemberg
HauptstadtStuttgart
Einwohner11,07 Millionen (2019

Schulen in BW: Quarantäne-Regel nicht verschärft – Was nach den Ferien gilt

Update vom 7. September, 13:25 Uhr: Der Hickhack um die Quarantäne-Regeln an Schulen geht in die Verlängerung. Nach dem Beschluss der Länder wird in Baden-Württemberg erneut über die Bestimmungen zum Schulstart am 13. September beraten. Hintergrund ist, dass das Land vor gut einer Woche deutlich lockerere Regeln beschlossen hatte, als sie der Beschluss der Gesundheitsminister vom Montag (6. September) jetzt vorsieht. Deshalb hat sich Baden-Württemberg bei der Abstimmung der Länder am Montag als einziges Land neben Rheinland-Pfalz enthalten.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart sagt am Dienstag, man berate nun mit dem Kultusministerium, ob man die Verordnung anpassen muss. Die Gesundheitsminister der Länder haben am Montag mehrheitlich, dass symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können.

Demgegenüber hat Baden-Württemberg bisher einen anderen Plan zum Infektionsschutz verfolgt: Statt Quarantäne sollen sich alle Schüler*innen einer Klasse in weiterführenden Schulen fünf Tage lang mindestens mit einem Schnelltest täglich testen, sollte ein Mitschüler infiziert sein.

Schulen in BW: Neue Quarantäne-Regel – das gilt nach den Ferien

Update vom 6. September, 19:05 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder haben sich mehrheitlich für bundesweit einheitliche Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen ausgesprochen. Laut Klaus Holetschek (CSU), Vorsitzender der Länder-Ressortchefs, ist der Beschluss bei Enthaltung zweier Bundesländer angenommen worden. Um welche Länder es sich handelt, ist derzeit noch unklar.

Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt werden und keine Symptome haben, sollen diese demnach frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Dabei sollen die Gesundheitsämter vor Ort im Einzelfall auch abweichend entscheiden können. Quarantäne-Anordnungen sollen generell „mit Augenmaß“ und abhängig von Schutzkonzepten mit Lüftung, Tests und dem Tragen von medizinischen Masken erlassen werden.

Bislang gilt in Baden-Württemberg die Regel, wonach ausschließlich das infizierte Kind einer Quarantänepflicht unterliegt.

Baden-Württemberg: Quarantäne an Schulen – Wird die Corona-Lockerung wieder kassiert?

Erstmeldung vom 6. September, 17:20 Uhr: Der Streit um einheitliche Regeln bei der Corona-Eindämmung an Schulen geht in die nächste Runde. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Montag (6. September) vor den Beratungen mit den Länder-Ressortchefs seinen Standpunkt deutlich gemacht: Demnach solle eine Quarantäne von fünf Tagen möglich sein, die dann mit einem negativen Test beendet werden könne. Gelten solle dies zudem nur für „umsitzende“ Kinder und nicht die ganze Klasse. Voraussetzung sei aber, dass Grundregeln umgesetzt würden, nämlich Maske tragen im Unterricht, regelmäßige Tests und Lüftungskonzepte.

Bislang gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen unterschiedlich damit um, sollte sich in einer Klasse ein infiziertes Kind finden. Teilweise werden nur Sitznachbarn in Quarantäne geschickt, teils ganze Klassen.

Baden-Württemberg: Quarantänepflicht für ganze Klassen abgeschafft

In Baden-Württemberg hat die Landesregierung die Quarantäne-Regeln in Schulen und Kitas bereits gelockert. Dabei wird in der Corona-Verordnung ausdrücklich auf eine flächendeckende Quarantäne verzichtet. Nach Auftreten einer Infektion mit dem Coronavirus gehen alle anderen Schüler weiterhin in den Unterricht, müssen aber fünf Tage lang mindestens einen Schnelltest durchführen.

Zudem dürfen bei einem Corona-Fall alle Schüler der betroffenen Klasse oder Gruppen für fünf Tage ausschließlich in diesem Verbund unterrichtet werden. Das heißt: Die Teilnahme an klassen-, jahrgangs- und schulübergreifenden Unterrichtsstunden ist für diesen Zeitraum nicht möglich. Auch bei Betreuungs- und Ganztagsangeboten gelten dann Einschränkungen. Auf diese Weise soll zu Unterrichtsbeginn Mitte September ein durchgängiger Unterricht gewährleistet werden.

Baden-Württemberg: Wird Abschaffung der Quarantänepflicht wieder zurückgenommen

Sollte sich der Plan von Spahn durchsetzen und es zu bundesweit einheitlichen Quarantäne-Regeln an Schulen kommen, wären die Lockerungen in Baden-Württemberg wieder hinfällig. Entsprechend gilt dann die Quarantäne-Pflicht nicht länger nur für das infizierte Kind, sondern auch für „umsitzende“ Schüler*innen.

Was das im konkreten Fall genau bedeutet, wird sich zeigen. Der CDU-Minister äußert sich abschließend zuversichtlich, bei den Bund-Länder-Beratungen am Montagnachmittag (6. September) zu einer gemeinsamen Empfehlung zu kommen.

Baden-Württemberg: Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin fordert gezieltere Quarantäneregeln an Schulen

Unterdessen hat sich die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin für gezieltere Quarantäneregeln, wie sie an Schulen in Baden-Württemberg praktiziert werden, ausgesprochen. Bedingung sei eine sorgfältige Kontrolle über Tests, sagt Präsident Jörg Dötsch bei einem Pressebriefing des Science Media Centers. Zugleich warnt der Experte vor weiteren Schulschließungen und sieht diese als größere Bedrohung für die Gesundheit der Kinder als Corona.

Dötsch rief zugleich Erwachsene zu Impfungen auf. Es seien die Kinder gewesen, die Erwachsene mit geschützt hätten, als es noch keinen Impfstoff gegeben hat. Schulschließungen hätten dazu beigetragen, dass es unter Erwachsenen weniger schwere Verläufe gegeben habe. „Wir fordern ganz klar: Bevor noch einmal eine Schule geschlossen wird, müssen auch alle anderen Bereiche des öffentlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens geschlossen werden“, sagte Dötsch.

Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind laut RKI knapp 51 Millionen Menschen oder 61,3 Prozent der Bevölkerung. Etwa 54,7 Millionen Menschen oder 65,8 Prozent aller Einwohner haben mindestens eine Impfung. Die Bundesregierung rief erneut dazu auf, Impfangebote zu nutzen. „Für einen sicheren Herbst und einen sicheren Winter zählt jede Impfung“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er verwies auf eine geplante bundesweite Aktionswoche vom 13. bis 19. September, während der viele Impfgelegenheiten vor Ort angeboten werden sollen. Es gehe darum, „gemeinsam für den nötigen Ruck“ zu sorgen, wo er vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch fehle. (esk mit dpa)

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