Nach Missbrauchsfall in Staufen

Sozialminister will Landesregister für Kindesmissbrauch einführen

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Sozialminister Manfred Lucha ist für die Einführung eines Registers für Missbrauchsfälle von Kindern (Archivfoto)

Stuttgart - Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) ist für eine Einführung eines landesweiten Registers, in dem die Jugendämter alle von Missbrauch gefährdeten Kinder melden. 

Es müsse gemeinsam festgelegt werden, nach welchen Kriterien ein Kind als besonders gefährdet eingestuft werden, sagt Lucha am Mittwoch gegenüber der ‚Heilbronner Stimme‘ und dem ‚Mannheimer Morgen‘. „Wir brauchen meiner Ansicht nach ein Rückmeldesystem auf Landesebene“, erklärt er. „Ich könnte mir hier ein zentrales Register vorstellen, für welches alle gefährdeten Kinder in Baden-Württemberg gemeldet werden müssen.“

Millionen für Frauenhäuser

Außerdem kündigt Lucha ein Konzept für den Ausbau von Frauen- und Kinderschutzhäusern im Südwesten an. Die sollen bald flächendeckend angeboten werden. Ziel sei es, ab 2020 einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren. Insbesondere in Ballungsräumen wie Stuttgart und Mannheim würden die Frauenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Auf der anderen Seite gebe es in den vier Landkreisen Rhein-Neckar, Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen und im Enzkreis weder ein Frauen- und Kinderschutzhaus noch eine entsprechende Beratungsstelle.

Lucha äußert sich auch vor dem Hintergrund des Missbrauchsfalls im badischen Staufen, der bundesweit für Entsetzen gesorgt hatte. Eine Mutter hatte zusammen mit ihrem Lebensgefährten ihren heute zehnjährigen Sohn im Internet an Sextäter verkauft. Der Junge wurde mehr als zwei Jahre vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen. Die Mutter wurde Anfang August zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt, ihr Partner zu zwölf Jahren Haft mit Sicherungsverwahrung.

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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