Mit Biogas-Power im Feld

Baden-Württemberg: Dank Bodenheizung – Bauer Großhans aus Hockenheim hat den 1. Spargel

Baden-Württemberg - Gute Nachricht für alle Feinschmecker in der Region – Bauer Steffen Großhans aus Hockenheim hat den ersten Spargel weit und breit. Wie er das macht:

Update vom 15. März: Da ist er, der erste Spargel der Saison – wenn auch ‚nur‘ von einem beheizten Feld im baden-württembergischen Hockenheim. Dort beheizt Steffen Großhans sein Spargelfeld mit überschüssiger Abwärme einer Biogasanlage. Dabei wird der Boden so erwärmt, dass die Spargelpflanzen früher wachsen können als auf Feldern, die nur mit Folien abgedeckt sind oder wo der Spargel unter Tunneln wächst. Dennoch müssen sich Feinschmecker noch gedulden: Erst gegen Ende des Monats – „zu Ostern aber garantiert“ – ist das Kaisergemüse auf den Märkten oder in Hofläden in größerer Menge zu kaufen, schätzt Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE/Bruchsal). Ab Mai dürfte es dann auch Spargel-Schnäppchen in Supermärkten geben.

Steffen Großhans vom Spargelhof Großhans in Hockenheim, zeigt frisch gestochenen Spargel auf einem durch eine Bodenheizung erwärmten Feld in Oberhausen-Rheinhausen.

Schumacher geht von einer ordentlichen Qualität aus: „Der Spargel ist gut in den Winter gekommen.“ Auch die Kälte im Februar habe ihm gut getan. Sie begünstige den Austrieb. Die Spargelbauern hoffen, dass es mit den Erntehelfern trotz Corona-Krise alles klappt. Im Südwesten ernteten sie dem Statistischen Landesamt zufolge im vergangenen Jahr ein Viertel weniger Spargel als im Vorjahr. Den meisten Spargel- und auch Erdbeerbetrieben fehlten wegen der Corona-Beschränkungen die Erntehelfer.
Spargel gedeiht besonders gut in sandigen, leichten Böden und braucht sonnige Standorte. In Baden-Württemberg wird Spargel hauptsächlich in der südlichen Rheinebene rund um Freiburg und in Nordbaden zwischen Baden-Baden und Mannheim auf einer Fläche von rund 2.200 Hektar angebaut.

Rheinland-Pfalz: Spargel-Ernte 2021 – Ab diesem Datum wird das leckere Kaisergemüse gestochen

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd rechnet noch im März mit dem ersten Spargel der Saison. „Es wird aber wohl nur eine kleinere Menge“, so Verbandssprecher Andreas Köhr gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Stangen kommen dann in der Pfalz und in Rheinhessen aus geschütztem Anbau unter dreifacher Folienabdeckung beziehungsweise Großtunneln. Hintergrund: „Freilandspargel dauert wesentlich länger“, erklärt Spargel-Experte Köhr. In diesem Jahr sei man insgesamt etwas später dran als 2020.

Entscheidend für den Spargel sei weniger die Temperatur als die Sonnenstunden. Die Voraussetzungen für das Wachstum seien jedoch gut. „Es gab relativ viel Winterniederschlag, und auch knackiger Frost ist gut für die Spargelpflanze. Der Kältereiz gibt Impulse für das Wachstum.“ Eine Einschätzung für die Preise in diesem Jahr sei derzeit nicht möglich, so Andreas Köhr. „Zum Beispiel ist die Gastronomie zwar ein traditioneller Abnehmer für Spargel. Aber niemand weiß wegen der Pandemie, ob alle Lokale öffnen und wie viele Gäste sie bewirten können. Es gibt schlicht zu viele Unbekannte.

BundeslandRheinland-Pfalz
LandeshauptstadtMainz
Fläche19.847 km²
Einwohnerzahl4,085 Millionen (Stand: 2019)

Spargel in Rheinland-Pfalz: Erntemenge anfangs gering, Preis traditionell hoch

Bei den Saisonarbeitskräften seien die Betriebe besser vorbereitet als im vergangenen Jahr, als es wegen der Pandemie lange Zeit ein Tauziehen um die Einreise ausländischer Erntehelfer gab. „Die Politik scheint sich bewusst, was es bedeutet, wenn Grenzen zu sind für Saisonarbeitskräfte“, mahnt Köhr. Er hoffe daher, dass es nicht zu einer „Hängepartie“ komme wie 2020. „Die Betriebe sind gut gerüstet. Trotzdem bleibt eine gewisse Unsicherheit aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens.

Arbeiter aus Rumänien ernten auf einem beheizten Spargelfeld vom Spargelhof Großhans Spargel.

Entsprechend bereiten sich die Spargelbauern in der Vorder- und Südpfalz auf den Saisonstart vor. Gemüsebau-Profi Joachim Ziegler vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz in Neustadt/Weinstraße rechnet gegenüber dem SWR damit, dass die Bauern bereits nächstes Wochenende (22./21. März) den ersten Spargel stechen können. Auch seiner Ansicht nach werde die Menge anfangs sehr gering sein. Entsprechend hoch ist der Preis wie immer zu Erntebeginn. Aber der Spargel hat ja auch nicht ganz umsonst den Spitznamen „Kaisergemüse“. (dpa/pek)

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