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„Nehmen das nicht tatenlos hin“: BW untersucht steigende Gewalt gegen öffentlichen Dienst

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Von: Daniel Hagen

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Stuttgart - Immer öfter werden Beschäftigte im öffentlichen Dienst körperlich oder verbal angegriffen. Ein neues Projekt soll jetzt genaue Zahlen liefern.

Feuerwehrleute, Pflegekräfte und Polizisten: all diese Berufsgruppen haben gemeinsam, dass sie Menschen helfen. Dafür stellen viele Beschäftigte sogar ihren Job über ihr Privatleben und ihre eigene Gesundheit. Zum Dank gibt es immer öfter körperliche oder verbale Gewalt! Immer mehr nehmen Angriffe, Bedrohungen und Beschimpfungen gegen Vertreter dieser Berufsgruppen zu. Durch ein neues Projekt soll jetzt herausgefunden werden, wie hoch die Zahlen wirklich sind.

Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst nimmt zu – neues Projekt angekündigt

„Das nehmen wir nicht tatenlos oder gar achselzuckend hin“, sagt Innenminister Thomas Strobl am Sonntag (4. Dezember) mit Blick auf die bislang bekannten Zahlen zu diesem Thema. Alleine im vergangenen Jahr sind bei der Polizei Baden-Württemberg über 11.900 Beamte attackiert worden – ein neuer, trauriger Rekord. Ein Beispiel dafür findet in Heidelberg statt, als mehrere Obdachlose die Beamten angreifen. Auch dieses Jahr bleiben die Angriffe hoch.

Doch nicht nur Polizisten – die schon wegen ihres Berufs gefährlich leben – geraten immer wieder ins Visier. So nimmt die Gewalt gegen alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu. Dazu gehören auch Pflegekräfte, Feuerwehrleute, Lehrer sowie Angestellte in Kommunalverwaltungen und Jobcentern. Wer in diesen Berufen arbeitet, hat – anders als bei der Polizei – keine Schutzweste oder Waffe, um sich selbst zu verteidigen.

Neues Projekt soll Zahlen zur Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst bringen

Gerade im Hinblick auf die Querdenker-Bewegung hat es zahlreiche Fälle gegeben, in denen Eltern wegen Maskenpflicht und Coronaregeln Lehrer beschimpft oder sogar attackiert haben. Laut einer repräsentativen Umfrage der Bildungsgewerkschaft VBE geben 22 Prozent der teilnehmenden Lehrer an, wegen der „Durchsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen“ verbal angegangen worden zu sein. 25 Prozent berichten zudem von Drohungen per Mail.

Doch auch hier handelt es sich nur um Zahlen aus einer einzigen Befragung. Mithilfe des neuen Projekts, das Innenminister Thomas Strobl in Stuttgart vorstellt, sollen Gewaltvorfälle erfasst und ausgewertet werden, um verlässliche Zahlen zu erhalten. Der Forschungsverbund wird von der sogenannten Gemeinsamen Zentralstelle Kommunale Kriminalprävention in Strobls Ministerium geleitet. (dh mit dpa)

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