Negative Erwartungen

Baden-Württemberg: Umfrage über Corona – Bürger haben schlimme Befürchtungen

Baden-Württemberg - Beim großen BaWü-Check werden Bewohner des Bundeslandes zur aktuellen Situation befragt. Viele fürchten negative Auswirkungen aufgrund der Corona-Krise.

Insgesamt 78 Zeitungstitel aus 45 Verlagen haben vom 11. bis zum 21. Dezember 2020 eine Online-Umfrage durchgeführt – den BaWü-Check. Für diesen sind 1003 Bürger aus Baden-Württemberg zu aktuellen Themen befragt worden. Bis zur Landtagswahl im März soll jeden Monat eine weitere Umfrage folgen. In der ersten Erhebung geht es um Themen wie Bildung, Verkehr und Wirtschaft. Dabei wird schnell klar, dass viele Menschen einen negativen Trend für 2021 befürchten. Das Ergebnis der Befragung wird am Donnerstag (14. Januar) vom Instituts für Demoskopie Allensbach veröffentlicht.

NameBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann
Bevölkerung11.09 Millionen (2019)
SehenswürdigkeitenSchloss Heidelberg, Europa-Park

Corona in Baden-Württemberg: Mehrheit befürchtet Aussterben der Innenstädte

Laut dem aktuellen BaWü-Check befürchten 70 Prozent der Bevölkerung, dass das Coronavirus die Innenstädte verändern wird – und zwar durch Insolvenzen von Geschäften und Restaurants. Diese Befürchtung zeigt sich auch in Mannheim und Heidelberg, wo bereits letztes Jahr traditionsreiche Betriebe schließen mussten. So zum Beispiel das Café Journal am Marktplatz, der Irish Pub O‘Reilly‘s in Neuenheim, oder das „Ziegler“ in Heidelberg. Das sind leider nur ein paar der betroffenen Clubs, Bars, Cafés und Restraurant.

Von den Befragten des BaWü-Checks gehen sogar 40 Prozent davon aus, dass die Innenstädte durch die Corona-Pandemie „dauerhaft veröden“ werden. Gerade einmal 14 Prozent hoffen auf eine rasche Wiederbelebung. Über die Hälfte der Befragten – nämlich 56 Prozent – sind davon überzeugt, dass viele Unternehmen und Selbstständige im Südwesten ihren Betrieb in absehbarer Zeit schließen müssen.

Corona in Baden-Württemberg: Bürger leiden unter Einkommenseinbußen

Ähnlich negativ sehen die Befragten des BaWü-Checks auch das Thema Arbeitslosigkeit. Während 52 Prozent nur mit einem begrenzten Anstieg der Quote rechnen, gehen 17 Prozent sogar von einem steilen Anstieg aus. Laut der Umfrage hat zudem fast jeder vierte Berufstätige im Südwesten Einkommenseinbußen und jeder siebte befürchtet, dass sich die eigene wirtschaftliche Lage in absehbarer Zeit verschlechtern wird.

Neben der Arbeitslosigkeit fürchten viele Bürger von Baden-Württemberg zudem auch um die Zukunft der Autoindustrie. Nur 30 Prozent rechnen damit, dass diese Schlüsselbranche auch in den kommenden Jahren wesentlich zu einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung im Südwesten beitragen wird. Jeder Zweite erwartet dagegen, dass die Bedeutung der Autobranche für die Wirtschaft des Landes sinken wird.

Corona in Baden-Württemberg: Schlechte Noten für Digitalisierung

Ein schlechtes Zeugnis erhält auch das Thema Digitalisierung. Ganze 59 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Industrie in diesem Land dabei hinterherhinkt. Gerade einmal jeder fünfte glaubt, dass das Land gut aufgestellt sei. Die Digitalisierung wird auch in Schulen in Baden-Württemberg zu einem immer größeren Problem. Aufgrund des Schul-Lockdowns soll der Unterricht Online stattfinden, was sich durch fehlendes Equipment, Internet oder Erfahrung aber als eher unbefriedigend herausstellt.

Ob Schulen und Kitas in Baden-Württemberg demnächst wieder öffnen und dann einen Präsenzunterricht anbieten werden, soll heute geklärt werden. Wenn es nach der Kultusministerin Susanne Eisenmann geht, sollen die Schüler so schnell es geht wieder im Schulgebäude sitzen – dafür erntet sie viel Kritik. (dpa/dh)

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa

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