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Wahlrecht ab 16 in BW: „Kein Plan von nix, aber wählen...“ – so reagieren Leser

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Von: Daniel Hagen

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Baden-Württemberg - In Zukunft dürfen bei Landtagswahlen auch Menschen ab 16 Jahren mitwählen. So reagieren unsere Leser auf die Änderung des Wahlalters.

Nach jahrelangem Ringen hat das Parlament in Stuttgart am Mittwoch (6. April) eine Sensation verkündet. Künftig dürfen bei Landtagswahlen, Volksabstimmungen, Volksanträgen und Volksbegehren Bürger ab 16 Jahren ihre Stimmen abgeben! Durch die Anpassung des Wahlalters sollen mehr jüngere Menschen und Frauen ins Parlament gewählt werden.

NameBaden-Württemberg
HauptstadtStuttgart
Fläche35.751 km²
Einwohnerzahl11.103.043 (31. Dezember 2020)
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Die Grünen)

Baden-Württemberg: Wahlrecht auf 16 gesenkt

Während Grüne, CDU und SPD im Landtag von Baden-Württemberg überzeugt von dieser Idee sind, haben FDP und AfD dagegen gestimmt. Und auch viele Wähler sind nicht besonders begeistert von der Idee, dass die jüngere Generation nun auch politisch mitentscheiden darf.

So passt die oft als „Generation Greta“ – nach der „Fridays for future“-Gründerin Greta Thunberg benannt – vielen älteren und konservativen Personen nicht ins Weltbild. Doch wie die letzte Bundestagswahl gezeigt hat, werden die Grünen vor allem von jungen Leuten gewählt. So hat die Partei bei den 18 bis 21-Jährigen ganze 24 Prozent geholt, bei den über 70-Jährigen gerade einmal 6,6 Prozent.

Facebook-Kommentatoren gegen Wahlalter von 16

Auch die Abstimmungen unter unseren Lesern zeigen ein klares Bild. Bei einer Umfrage mit über 1.500 Lesern haben 59 Prozent dafür abgestimmt, das Wahlalter bei 18 Jahren zu belassen. Knapp 26 Prozent sind sogar dafür, das Alter auf 21 anzuheben. Nur rund 10,5 Prozent halten die Absenkung auf 16 Jahre für eine gute Idee.

So lesen sich auch die Facebook-Kommentare auf MANNHEIM24 und HEIDELBERG24. Geht es nach den Kommentatoren dort, ist Baden-Württemberg dem Untergang nahe und die Senkung des Wahlalters ein perfider Plan, damit die Grünen um Winfried Kretschmann an der Macht bleiben können. Andere vergleichen die Anpassung des Wahlalters sogar mit den Methoden der Nazis!

Angst vor den Grünen: Unschöne Kommentare wegen Absenkung des Wahlalters

„Die Jugend zu begeistern und zu fanatisieren war schon immer die oberste Disziplin freiheitsferner Systeme. Hitler, Mao, Stalin, PolPot und noch einige mehr lassen sich aufzählen“, schreibt zum Beispiel ein Leser, der mit seinen Behauptungen leider nicht alleine steht.

Die größte Sorge in den Kommentaren besteht aber darin, dass die Grünen auch weiterhin in Baden-Württemberg an der Macht bleiben. „Hier werden die jüngsten auf grün gedrimmt“ oder „Und dann wählen sie linksgrün, wie es ihnen von ihren Lehrern, die von dem Staat alimentiert werden den sie bekämpfen, getriggert wurden“, sind nur ein paar der Kommentare.

Facebook-User halten Jugendliche für ungeeignet zum Wählen

Andere Leser scheinen die Jugend von heute einfach nur für zu dumm zum Wählen zu halten. „Die wiesen mit 21 nicht was ist loss mit denen, was sollen die wählen mit 16?“, „Kein plan von nix, aber wählen“, oder „Deswegen lässt man FFF verdummte Jugend ohne politische Bildung wählen“, heißt es in den Facebook-Kommentaren.

Wieder andere fordern, dass die Absenkung des Wahlalters auf 16 gleichzeitig auch das Erwachsenen-Strafrecht bei Jugendlichen angewendet werden müsse. Inwiefern das mit dem Wahlalter zusammenhängt, kann aber keine erklären.

Positive Stimmen zur Absenkung des Wahlalters in Baden-Württemberg

Zwischen den ganzen Beschimpfungen gegen die Grünen, „Fridays for future“ oder der heutigen Jugend lassen sich in den Facebook-Kommentaren aber auch ein paar positive Stimmen finden – wenn auch nur sehr wenige. „Nach wie vor sind die, die mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen typischerweise nicht mehr lange leben müssen, an der Wahlurne völlig überrepräsentiert“, schreibt ein User.

Und wenn die letzten Wahlen und Organisationen wie Fridays for future eines gezeigt haben, dann, dass sich auch junge Menschen mit der Politik auseinandersetzen – gerade im Hinblick auf die Klima-Krise. Zudem haben die Kommentatoren noch einen weiteren Denkfehler gemacht: bei der letzten Bundestagswahl haben fast so viele junge Menschen die FDP gewählt, wie die Grünen. (Alle Kommentare sind unbearbeitet, auch die Rechtschreibfehler)(dh)

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