Ver.di hat dazu aufgerufen

Baden-Württemberg: Streik im öffentlichen Dienst – diese Städte sind ab heute betroffen

Baden-Württemberg - Die Gewerkschaft ver.di will nun Ernst machen und kündigt für diese Woche Warnstreiks im öffentlichen Dienst an. Aus diesem Grund:

Die öffentlichen Arbeitgeber haben sich zwei Runden lang eingemauert“, beschreibt ver.di-Chef Frank Werneke die aktuellen Verhandlungen in Potsdam. Die Arbeitgeberseite hätte zudem kein Angebot vorgelegt. Damit seien Warnstreiks unvermeidlich! Auch der Chef des Beamtenbunds dbb, Ulrich Silberbach, hat Warnstreiks etwa in Kitas und Pflegeeinrichtungen nicht ausgeschlossen. Ab Dienstag (22. September) soll es im ganzen Land Warnstreiks geben. Wie ver.di Landesbezirksleiter Martin Gross betont, wolle man aber „auf die Bevölkerung mehr Rücksicht nehmen, als die Arbeitgeber heute auf ihre Beschäftigten.

Warn-Streik im öffentlichen Dienst: 2,3 Millionen Beschäftigte

Betroffen von den Verhandlungen sind unter anderem Beschäftigte in kommunalen Kliniken und Kindertagesstätten, der Gemeinde und Landkreisverwaltung, im kommunalen Nahverkehr und bei der Müllabfuhr, bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern und vielen andere Dienststellen wie Zoll, Rentenversicherung oder auch den Sparkassen. Dabei handelt es sich um 2,3 Millionen Tarifbeschäftigte von Bund und Kommunen sowie etwa 200.000 Beamte.

Die großartigen Leistungen, insbesondere in der Pandemie, haben eine Lohnerhöhung verdient. Die Arbeitgeber wollen stattdessen einen Abschluss, der weit ins Jahr 2023 reicht. Auf der Basis der pessimistischen Erwartungen der letzten Monate“, sagt Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin. Die Beschäftigten hätten keinen Grund, um „radikalen Verzicht" zu üben Bereits am Samstag haben hunderte Zusteller von DHL und der Deutschen Post gestreikt - auch in Mannheim und Heidelberg.

Warn-Streik im öffentlichen Dienst: Erste Niederlegungen ab Dienstag

Die Warnstreiks in Baden-Württemberg sollen am Dienstag (22. September) in Freiburg und Emmendingen starten. In Freiburg sind Beschäftigte der Verwaltung und von Kindergärten zum Protest aufgerufen, in Emmendingen sollen Krankenhausmitarbeiter ihre Arbeit niederlegen, wie ver.di am Montag (21. September) bekannt gibt. Ab Mittwoch (23. September) seien dann größere Arbeitsniederlegungen geplant - und zwar in Friedrichshafen. Am Tag darauf sind Ulm und der Region Ludwigsburg betroffen. Ab nächster Woche sollen die Warnstreiks dann deutlich ausgeweitet werden!

Joachim Wollensak vom Kommunalen Arbeitgeberverband Baden-Württemberg kritisiert das Vorgehen von ver.di scharf. Die Warnstreiks seien unangebracht und kontraproduktiv und die Kommunen in schweren finanziellen Situationen. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt. Die Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent mehr Lohn. Den Beschäftigten sollen mindestens 150 Euro mehr pro Monat zugesichert werden bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. (dpa/dh)

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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