Beschauliche Adventszeit auf der Kippe

Baden-Württemberg: Hoffnung für Weihnachtsmärkte 2020 trotz Corona!

Baden-Württemberg - Finden wegen Corona dieses Jahr keine Weihnachtsmärkte statt? Zwei Städte haben bereits abgesagt. Eine Entscheidung soll schon in Kürze fallen:

  • Großveranstaltungen sind bis zum 31. Dezember wegen des Coronavirus verboten.
  • Können im November und Dezember Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg stattfinden?
  • Erste Städte sagen Weihnachtsmärkte ab, wie sieht es in Mannheim und Heidelberg aus?

Update vom 1. Oktober: Weihnachtsmarkt-Freunde im Ländle dürfen hoffen! Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will es den Kommunen die Entscheidung über Weihnachtsmärkte in Pandemiezeiten überlassen. Das erfuhr die DPA am Mittwoch (30. September) aus dem Staatsministerium. Kretschmann bat das Sozialministerium, den Kommunen Leitplanken zu den
Hygieneanforderungen sowie der Organisation von Zu- und Abläufen der Besucher zur Verfügung zu stellen.

Kretschmann sagte, er würde den Kommunen empfehlen, auf den Ausschank von Alkohol zu verzichten. Was den Konsum von Alkohol auf den Märkten angeht, hatte es Uneinigkeit in der grün-schwarzen Koalition gegeben. Damit steigt auch die Hoffnung, dass 2020 in Mannheim und Heidelberg Weihnachtsmärkte stattfinden können.

Baden-Württemberg: O, du schreckliche! Fallen Weihnachtsmärkte 2020 wegen Corona aus?

Update vom 6. September: Ob die Zahl der Neuinfektionen mit Ende der Urlaubssaison wieder abnimmt oder in der kühleren Jahreszeit durch den Aufenthalt vieler Menschen in Innenräumen wieder ansteigt, steht noch in den Sternen. Aus diesem Grund ist es noch nicht sicher, ob der Weihnachtsmarkt 2020 in Mannheim stattfinden kann.

Wie der Mannheimer Morgen von Jan Goschmann, Geschäftsführer der Mannheimer Ausstellungs-Gesellschaft erfahren hat, wolle man noch die neue Corona-Verordnung im Oktober abarten. Die aktuelle Corona-Verordnung von Baden-Württemberg, die Großveranstaltungen mit mehr als 500 Besuchern verbietet, gilt noch bis zum 30. Oktober.

Trotz Corona: Kann der Weihnachtsmarkt 2020 in Heidelberg stattfinden?

Das Stadtmarketing in Heidelberg hofft auch, dass der Weihnachtsmarkt 2020 stattfinden kann. Es gibt ein Hygienekonzept, welches eine Einbahnstraßenregelung auf den Plätzen des Weihnachtsmarktes vorsieht und komplett auf Tische verzichtet. Auch in Heidelberg würde man aber noch auf die neue Corona-Verordnung von Baden-Württemberg warten wollen.

Corona in Baden-Württemberg: Können Weihnachtsmärkte 2020 stattfinden?

Update vom 28. August: Nach der Ministerpräsidenten-Konferenz vom Donnerstag (27. August) müssen Weihnachtsmarkt-Schausteller weiterhin bangen. In der Frage, ob die Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg dieses Jahr stattfinden werden oder nicht, herrscht weiterhin Unklarheit. Grundsätzlich haben die Entscheidungsträger den Weihnachtsmärkten grünes Licht gegeben, doch angesichts steigender Infektionszahlen bleibt die Situation schwer vorhersehbar. Aus diesem Grund will die Politik nichts garantieren: „Die Weihnachtsmärkte sind ja, wie der Name schon sagt, erst vor Weihnachten, das heißt, wir haben da noch Zeit, drauf zu reagieren“, sagt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach der Ministerpräsidenten-Konferenz dem SWR. 

Mannheim: O, du schreckliche! Fallen Weihnachtsmärkte wegen Corona aus?

Erstmeldung von 23. Juli: In fünf Monaten ist Weihnachten – und wenn eins zur Einstimmung auf die festlichen Tage nicht fehlen darf, dann ist es der Weihnachtsmarkt. Durch die Corona-Krise könnte es jedoch passieren, dass wir in diesem Jahr auf die Glühwein-, Lebkuchen- und Teestände verzichten müssen. Es muss abgewogen werden, wie groß die Gefahr einer nächsten großen Infektionswelle ist.

Weihnachtsmärkte in Corona-Krise: Erste Städte im Rhein-Neckar-Kreis sagen ab

Bislang sind bis Ende Oktober Volksfeste, Festivals und andere Großveranstaltungen komplett untersagt. Wie es danach weitergeht – unter anderem mit den Weihnachtsmärkten – ist absolut unklar. Erste Kommunen im Rhein-Neckar-Kreis wie Sinsheim und Schwetzingen haben bereits ihre Weihnachtsmärkte aufgrund dieser Ungewissheit abgesagt. Auch der Blick auf andere Städte in Baden-Württemberg zeigt, dass sich niemand so recht festlegen will. Selbst die Landesregierung Baden-Württemberg scheint unentschlossen.

So plant Ulm beispielsweise ein Digital-Konzept und eine Entzerrung des Weihnachtsmarktes auf mehrere Plätze. In Ludwigsburg hingegen sehen die Tourismusmanager kaum noch Chancen. Eine Weihnachtsmesse wäre möglicherweise eine Alternative für den Weihnachtsmarkt.

Die Stadt Heidelberg hat sich bislang nicht zum Thema Weihnachtsmarkt geäußert. Auf der Webseite von Heidelberg-Marketing finden sich Angaben, dass der Weihnachtsmarkt vom 23. November bis 22. Dezember stattfindet – ohne einen aktuellen Hinweis auf die Corona-Krise. Die Stadt Ludwigshafen will den Weihnachtsmarkt nicht absagen, allerdings beobachtet auch weiterhin die Lage.

Der Weihnachtsmarkt in Heidelberg hat noch 2019 eine neue Attraktion gefeiert.

Baden-Württemberg: Weihnachtsmärkte in der Corona-Krise – gibt es noch Hoffnung?

Einen Hoffnungsschimmer gibt es trotzdem. Das Wirtschaftsministerium hat die Weihnachtsmärkte trotz Corona noch nicht ganz abgeschrieben. Gemeinsam mit dem Sozialministerium erarbeite das Haus derzeit Regelungen für die Öffnung von Märkten und mobilen Freizeitparks, sagt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in
Stuttgart. „In diesem Rahmen kann grundsätzlich auch die Durchführung von Weihnachtsmärkten denkbar sein“, so die CDU-Politikerin. Details zu den Auflagen nennt sie nicht.

Doch während die einen noch an ein Weihnachtswunder glauben, gibt es auch Politiker, die eine Hoffnung auf die Weihnachtsmarkt-Saison 2020 dämpfen. So sagt Sozialminister Manne Lucha (Grüne): „Stellen Sie sich die Eingangssituation des Stuttgarter Weihnachtsmarktes vor mit den ganzen Trinkbuden“, meint er. „Das sind Situationen, die wir in dieser Form sicher nicht durchführen können.“ Zwar müsse die Frage nach den Weihnachtsmärkten entschieden werden, damit auch die Händler planen können. Es sei aber dringend notwendig, stets mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. „Ob es abgestimmte, abgeschwächte Formen gibt, das müssen wir jetzt erarbeiten“, so Lucha.

Baden-Württemberg: Keine Groß-Events wegen Corona: Veranstaltungs-Branche in der Krise

Bislang hat nach Schätzungen des Landesverbandes Ludwigsburg im Südwesten etwa jedes fünfte Unternehmen in der Branche aufgegeben. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt der Verbandsvorsitzende Mark Roschmann der dpa. Die Corona-Auflagen kämen einem Berufsverbot gleich. Sorgen bereite den Schaustellern neben der ausbleibenden Perspektive
für die Weihnachtsmärkte auch die geringe Chance auf Herbstfeste, erklärt Roschmann. Zu den meisten Veranstaltungen lägen Hygienekonzepte vor, aber das Sozialministerium komme der Branche nicht entgegen. „Wenn wir die Aussicht auf die Märkte hätten und zudem die Zusage für die 20 Herbstfeste in Baden-Württemberg, dann wäre das schon mal ein Anfang“, so Roschmann.

Corona-Krise in Baden-Württemberg: Wann fällt die Entscheidung über die Weihnachtsmärkte?

Wann eine Entscheidung über die Weihnachtsmärkte fällt, ist nicht klar. Aber: September oder Oktober komme vielen Händlern zu spät, weshalb man wohl noch im Sommer mit einer Entscheidung rechnen kann.

In Stuttgart findet am Donnerstag (23. Juli) eine Kundgebung von rund 1.000 Schaustellern und Marktbeschickern statt. Mit etwa 600 Fahrzeugen wollen sie vom Cannstatter Wasen, dem Schauplatz der jährlichen großen Volksfeste, in die City ziehen und lautstark ein Ende der strengen Verbote fordern. Viele von ihnen dürften ihre Fahrgeräte gleich mit dabei haben: „Wir haben ein Riesenrad auf eine Lkw-Lade montiert - und einen Sarg“, sagt der Karlsruher Schausteller Willy Krusig. jol

Für die Weinliebhaber in der Metropolregion gibt es gute Nachrichten: Die „Wein und Genuss" auf den Kapuzinerplanken soll stattfinden. Doch im Vergleich zu den letzten Jahren gibt es coronabedingte Neuerungen.

Rubriklistenbild: © HEIDELBERG24/Uli Hillenbrand

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