Biker und Autofahrer im Visier

Raser, Tuner und Alkoholsünder: Bilanz der Polizei-Großkontrolle

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Bei einer groß angelegten Polizeikontrolle gehen den Beamten mehrere Motorrad-und Autofahrer ins Netz. (Symbolfoto)

Bergstraße/Odenwaldkreis - Bei Kontrollen erwischt die Polizei zahlreiche Motorrad-Fahrer, die gegen Gesetze verstoßen. Dabei gibt es auch ein paar sehr schwere Fälle:

Polizisten aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Südhessen, Westhessen, Frankfurt und der hessischen Bereitschaftspolizei führen am Sonntag (26. Mai) Verkehrskontrollen durch. Dabei nehmen sie insbesondere Straßen in den Fokus, auf denen viele Motorräder unterwegs sind. An den Kontrollstellen im Bereich Höchst, der B460 bei Fürth sowie am „Gumpener Kreuz“ werden im Laufe des Tages 188 Biker und 80 Autofahrer überprüft. Ein besonderes Hauptaugenmerk liegt dabei auf getunten Bikes.

Zahlreiche Verstöße bei Großkontrolle der Polizei

Während ihrer Kontrollen gehen den Beamten auch zahlreiche Verkehrssünder ins Netz, die sich mal mehr und mal weniger zuschulden kommen haben lassen. Insgesamt stellen sie 69 Verstöße bei Fahrzeugen mit technischen Veränderungen fest – deren Fahrer erhalten ein Bußgeld. Zudem sind elf Motorräder mit manipulierten Auspuffanlagen und gravierenden technischen Mängeln unterwegs. Die Weiterfahrt wird den Bikern daraufhin verboten.

Die Beamten kontrollieren auch das Streckenverbot für Motorräder am Krähberg zwischen Oberzent-Hetzbach und Schöllenbach. Die 14 Fahrer, die sich daran nicht gehalten haben, können nun mit einem Bußgeld rechnen. In Michelstadt, Erbach und bei Groß-Umstadt werden vier Autofahrer gestoppt, die betrunken oder auf Drogen unterwegs sind. Ihnen wird Blut entnommen und sie müssen mit einem Verfahren rechnen.

Biker rast mit 151 Stundenkilometer durch 70er Zone

Nach den Verkehrskontrollen droht 16 Bikern ein Fahrverbot, weil sie auf der K211 und der L3120 mindestens 40 Sachen zu schnell gefahren sind. Insgesamt werden bei 1.200 Fahrzeugen die Geschwindigkeit gemessen – davon sind 330 über der erlaubten Höchstgrenze. Ein Fahrer sprengt allerdings die Skala, als er mit 151 Stundenkilometern erwischt wird – in einer 70er Zone! Dafür drohen ihm drei Monate Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg und 600 Euro Bußgeld. 

Den krassesten Verstoß begeht aber ein 84-Jähriger Autofahrer bei Grasellenbach. Als die Beamten den Mann kontrollieren, können sie ihren Augen kaum trauen. Denn der Führerschein, den der Senior ihnen ganz selbstverständlich in die Hand drückt, wurde bereits vor 4 Jahren entzogen! Da er seinen Lappen aber nicht abgegeben hat, ist er immer noch damit unterwegs. Die Polizisten stellen das Dokument sicher und erstatten eine Anzeige. 

Auch am 4. Juni rasen ein Dutzend Biker in Mannheim und Heidelberg rücksichtslos durch die Straßen – und überfahren dabei nicht nur eine rote Ampel!

Zahl der tödlichen Motorradunfälle steigt 

Immer wieder enden Fahrten auf dem Motorrad tödlich, weil die Fahrer zu schnell unterwegs sind. So auch im März, als innerhalb von drei Tagen zwei Biker sterben. Einer von ihnen ist der 20-jährige Lucas. Nach seinem tödlichen Unfall auf der L600 verabschieden sich bei seiner Beerdigung mehr als hunderte Trauernde, darunter viele Biker, von ihm. 

Ein paar Tage später verliert ein 39-Jähriger auf L598 die Kontrolle über sein Motorrad und stirbt direkt an der Unfallstelle. Laut der Polizei-Bilanz von Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis sind die Verkehrsunfälle in einem Jahr um 4 Prozent gestiegen.

pol/dh

Quelle: Mannheim24

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