Hier menschelt's: „Best of Ü-Fourties“

Allein und doch nicht einsam

+
Ein Teil der "Best of Ü-Fourties": Hinten (v. l.) Angie, Ines, Simone; Mitte: Mira, Helmut, Horst, davor (v. l.) Martina und Sabine, ganz vorne (v. l.) Olaf und Klaus.

Ihr seid allein? Habt noch nicht die große Liebe gefunden? Oder sie verloren? Oder ihr möchtet einfach nette Leute kennenlernen? Schon mal was von den "Best of Ü-Fourties" in Schwetzingen gehört?

Es wird geplaudert, gescherzt, gelacht: Es ist eine muntere Runde von Frauen und Männern, die dienstagabends in einem Schwetzinger Lokal zusammenkommt. Die meisten von ihnen sind alleinstehend und haben den 40. Geburtstag hinter sich gelassen. „Best of Ü-Fourties“ nennen sie sich daher.

Ihre Mission: allein und doch nicht einsam sein.

Jeder Fünfte in Deutschland lebt als Single. Der Altersschnitt geht dabei querbeet. So wie bei dem munteren Haufen, der an diesem Abend in einem Schwetzinger Lokal sitzt. Neun Frauen und vier Männer im besten Alter, wie es so schön heißt. Sie kennen sich unterschiedlich lange, haben sich zum Teil durch Zufall bei dem Stammtisch kennengelernt. 

Seit etwa sechs Jahren gibt es diesen. Einige sind durch eine ältere Annonce im Internet auf ihn aufmerksam geworden, wieder andere durch Bekannte zum Hingehen animiert worden.

Barbara gehört zu den Aktivisten der ersten Stunde. Sie hat ihren Partner Horst mitgebracht. „Nicht alle hier sind Singles“, erklärt Horst. Ines zum Beispiel hat ebenfalls einen festen Partner. Da sie und ihr Freund jedoch im Schichtdienst arbeiten, freut sie sich, wenn sie den Abend in Gesellschaft verleben kann. Und das ist der Punkt.

Zeit zum Zuhören

„Es geht nicht darum, hier einen Partner zu finden“, betont Martina, woraufhin Angie munter ergänzt: „Wir hätten auch nichts dagegen, wenn wir männliche Verstärkung bekommen würden“. Schallendes Gelächter. "Neben dem Spaß, den wir haben, werden aber auch tiefgründige Gespräche geführt. Und auch wenn Einzelne Probleme besprechen möchten, finden sie immer Gehör in der Gruppe. Sehr oft wird ihnen durch gute Ratschläge oder einfach nur weil man Zeit zum Zuhören schenkt schon geholfen. Und genau das schätze und liebe ich an unserer tollen Gruppe“, fügt Sabine hinzu. Und: „Wir sehen uns als Gemeinschaft, die zusammen die Freizeit gestaltet und auch füreinander da ist. Wir helfen uns untereinander auch etwa bei handwerklichen Dingen“. Sie nimmt Olaf als Beispiel, dessen Fingerfertigkeit in dieser Angelegenheit schon des Öfteren gefragt war.

Der gebürtige Thüringer wiederum bringt es auf den Nenner: „Der Freundeskreis hier ist so etwas wie Familienersatz“. Als er nach Waghäusel zog, ließ er Familie und Freunde in der alten Heimat zurück. Per Internet fand er den Stammtisch in Schwetzingen und konnte sich so einen neuen Bekanntenkreis aufbauen. Und zu dem gehören Simone, Angie, Annette, Horst, Barbara, Anja, Ines, Helmut, Martina, Sabine, Mira und Klaus, die an diesem Abend gekommen sind. Insgesamt zählt „Best of Ü-Fourties“ etwa 20 Mitglieder. Sie kommen aus Schwetzingen und Umgebung.

Das Glück von Ari und Sigi

Haben sich beim "Best-of-Ü-Fourties"-Stammtisch kennengelernt: Sigi und Ari. 2012 läuteten die Hochzeitsglocken.

Ari (58) und Sigi (56) – Aribert und Sigrid Wannagat – gehörten auch einmal mit dazu. Sie haben sich am Stammtisch kennen und lieben gelernt. Jetzt sind sie seit fast zwei Jahren ein Ehepaar und leben in der Pfalz. „Ich haben vor ein paar Jahren via Internet mit einem Mann gechattet, der mir von den Stammtisch erzählt hat“, erinnert sich Sigrid. Sie ist mit hingegangen. Und irgendwann war ihr Ari auch da, „er kam damals mit einer anderen Frau“. Die Erzieherin an einer deutsch-französischen Grundschule in Heidelberg und der EDV-Fachmann waren sich gleich sympathisch, unterhielten sich gut, tauschten E-Mail-Adressen aus, schrieben sich immer wieder. „Wir haben schnell gemerkt, dass wir beide das gleiche wollen: verlässliche Partner“, sagt Sigrid. Beide waren zu dem Zeitpunkt solo und machten relativ schnell Nägel mit Köpfen: „Nach etwa einem halben Jahr bin ich von Schwetzingen zu ihm nach Limburger Hof gezogen.“ Das Glück machten sie mit der Trauung 2012 perfekt. Seitdem gehen sie gemeinsam viel auf Reisen, genießen zusammen die schönen Seiten des Lebens. „Dafür braucht es viel Toleranz, denn jeder hat so seine Macken“, beschreibt Sigrid eine Problematik, die jeder Mensch ab einem gewissen Alter mitbringt. „Aber wir sind beide sehr tolerant“, sagt sie und lacht.

Viele Unternehmungen

Das persönliche Kennenlernen und die direkten Gespräche sind eben doch angenehmer als die Anonymität des Internets. Da sind sich so ziemlich alle einig, sprechen aus Erfahrung. Die Freizeitgestaltung reicht übrigens weit über die regelmäßigen Dienstagstreffen hinaus. Horst – von allen zum Cheforganisator deklariert – stellt immer spannende Unternehmungen auf. Diese schließen zum Beispiel Wasserski-Fahren auf dem Rheinauer See, Theaterbesuche, Wanderungen, Konzert- und Diskobesuche bis hin zu tollen Essen mit Märchenkrimi ein.

„Horst ist ein fantastischer Koch“, schwärmen Martina und Sabine bei diesem Stichwort. Sie erzählen unisono von dem Märchenkrimi-Abend, bei dem die verkleideten Gäste zwischen den Menü-Gängen den Mörder der „7 Zwerge“ ausmachen mussten. Sie zeigen Fotos auf dem Smartphone und verfallen mit den anderen immer wieder in Gelächter. Was für ein herrlich munterer Haufen!

Interessiert, die Truppe kennenzulernen?

Interessenten, die „Best of Ü-Fourties“ kennenlernen möchten, können sich unter der E-Mail dmdhl@hotmail.com über Treffen informieren.

kb

Quelle: Mannheim24

Mehr zum Thema

Motorradfahrer nach Unfall schwer verletzt! 

Motorradfahrer nach Unfall schwer verletzt! 

Gimmeldinger Mandelblütenfest: Die schönsten Bilder

Gimmeldinger Mandelblütenfest: Die schönsten Bilder

Garnele & Perlhuhn! So lecker wird‘s im neuen Palazzo

Garnele & Perlhuhn! So lecker wird‘s im neuen Palazzo

Kommentare