Bald neuer Rekordwert?

Binnenschiffer genervt: Rhein-Pegel so niedrig wie lange nicht!

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Niedrigwasser im Juli im Rhein bei Speyer und Altlußheim (Archivfoto)

Bingen - Genervte Binnenschiffer, begeisterte Spaziergänger und auftauchende Sprengkörper – das Niedrigwasser des Rheins nähert sich in diesem Jahr Rekordwerten!

Schiffe können weniger laden, neue Kiesbänke und Blindgänger des Zweiten Weltkriegs tauchen auf – zur Zeit ist der Rhein-Pegel besonders niedrig. Der Stand in Kauf nahe dem Loreley-Felsen fällt am Montag sogar auf nur 54 Zentimeter. Mit dem Regen am Dienstag steigt der Pegel zwar wieder, doch für die kommenden Tage sagt der Deutsche Wetterdienst erneut einen „goldenen Oktober“ mit wenig Niederschlag voraus. 

Anhaltende Hitze führt zu Niedrigwasser im Rhein

Im Hitzejahr 2003 lag der Pegel in Kaub nur bei 35 Zentimetern – ein Jahrhundertrekord. „Es ist eine Zitterkurve, die ohne Regen langfristig nach unten geht“, sagt der stellvertretende Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Bingen, Florian Krekel. „Der Monat Oktober kann sehr trocken sein.“ Dann seien auch die Grundwasserspiegel gewöhnlich niedrig. Daher könne es gerade im Oktober deutliches Niedrigwasser geben. „Im November kommt dann oft der Umschwung.“

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Viele Sprengkörper aufgetaucht

Nach einem halben Jahr mit extrem wenig Regen können laut Krekel viele Frachtschiffe nur noch zur Hälfte oder einem Drittel beladen fahren. Ganz große Binnenschiffe mit 135 Meter Länge können nach Angaben des Logistik-Dienstleisters Contargo bei einem Kauber Pegelstand von 60 Zentimetern sogar nur noch 900 statt bis zu 5.200 Tonnen Fracht laden. 

Mitunter kommen nun alte Gefahren zum Vorschein: Vor rund einem Monat sprengte der Kampfmittelräumdienst in Neuwied eine US-amerikanische 500-Kilogramm- Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg per Fernzündung. Sie war im Niedrigwasser entdeckt worden. Genauso wie auch ein 60 Zentimeter langer Blindgänger aus demselben Krieg, der bei niedrigem Wasserstand nahe dem Mäuseturm bei Bingen auftauchte – er wurde von Experten im Juli entschärft. Am Mainzer Rheinufer wiederum kamen Dutzende Flak-Patronen aus dem Zweiten Weltkrieg zum Vorschein – sie wurden im August ebenfalls vom Kampfmittelräumdienst unschädlich gemacht. 

Auch Schrott taucht im Niedrigwasser des Rheins auf, beispielsweise alte verrostete Fahrräder, Mofas und sogar Autos. „In der Nähe der Fähre Kaub zum Beispiel ist kürzlich ein Autowrack gefunden worden“, berichtet Krekel. Darüber hinaus kommt es zu einem Niedrigwasser-Tourismus. Manche meist größtenteils überfluteten Kiesbänke werden laut dem stellvertretenden Behördenleiter immer größer. Zum Beispiel der Nahegrund bei Bingen und der Jungferngrund bei Oberwesel - dort seien inzwischen viele Spaziergänger unterwegs.

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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