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BioNTech: Corona-Impfstoff mit hoher Wirksamkeit bei Jugendlichen

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Von: Katja Becher

Corona-Impfstoff: BioNTech und Pfizer haben nach einer Studie mit 12- bis 15-Jährigen verkündet, dass ihr Vakzin auch Jugendliche zuverlässig vor einer Covid-19-Erkrankung schützt.

Update vom 31. März: Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer schützt Herstellerangaben zufolge auch Jugendliche zuverlässig vor einer Covid-19-Erkrankung. Das geht aus Ergebnissen einer Studie mit 2.260 jungen Menschen zwischen 12 und 15 Jahren in den USA hervor, die Biontech und Pfizer am Mittwoch veröffentlichten. Die Teilnehmer hätten den Impfstoff gut vertragen. „Die Nebenwirkungen waren vergleichbar mit denen bei 16- bis 25-Jährigen“, hieß es. Noch sind die Ergebnisse aber nicht von Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht. 

Biontech und Pfizer planen nach eigener Aussage, die Daten in den kommenden Wochen bei der EU-Zulassungsbehörde EMA und dem US-Pendant FDA einzureichen. „Wir hoffen, dass wir dann schon vor dem Beginn des nächsten Schuljahres mit dem Impfen dieser Altersgruppe beginnen können“, sagte Pfizer-Chef Albert Bourla laut Mitteilung. Bislang gibt es in der EU nur eine bedingte Zulassung für Menschen ab 16 Jahren. Vor wenigen Tagen hatten Biontech und Pfizer bekanntgegeben, dass sie auch mit Studien bei jüngeren Kindern (ab sechs Monaten bis einschließlich 11 Jahren) begonnen haben.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Erste Studien an Kindern gestartet

Erstmeldung vom 26. März: Die Impfstoff-Hersteller BioNTech und Pfizer haben mit Studien zur Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern begonnen. Die Impfung gegen das Coronavirus, die von dem Mainzer Unternehmen zusammen mit dem US-Hersteller Pfizer entwickelt wurde, ist bisher nur für Jugendliche ab 16 bedingt zugelassen. Nun werden auch Kinder zwischen 11 Jahren und 6 Monaten in die Studien des Corona-Impfstoffs mit einbezogen, wie eine BioNTech-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigt hat.

Die ersten jungen Probanden hätten nach Angaben von BioNTech und Pfizer bereits am Donnerstag die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs erhalten. Das berichteten die Unternehmen am Freitag. Dies sei Teil der fortgeführten Studien der Phasen 1, 2 und 3, mit denen Sicherheit, Verträglichkeit und Immunogenität des Pfizer-BioNTech-Impfstoffs BNT162b2 überprüft würden. Einbezogen würden gesunde Kinder zwischen sechs Monaten und elf Jahren. Der Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer war das erste Vakzin, das in der EU zugelassen wurde. Mittlerweile stehen in Deutschland noch drei weitere Präparate von Astrazeneca, Moderna und Johnson & Johnson zur Verfügung.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Impfungen für jüngere Kinder ab 2022?

Wenn Sicherheit und Wirksamkeit bestätigt werden und die Behörden die Zulassung des Corona-Impfstoffs für Kinder genehmigen, könnte der Impfstoff für die Jüngsten Anfang 2022 verfügbar werden. An Kindern zwischen zwölf und 15 Jahren wird der Impfstoff als Teil der Phase 3 bereits getestet. 2.259 Kinder in dieser Altersgruppe nehmen den Angaben zufolge an diese Studie teil. Die Daten seien vielversprechend und sollen bald veröffentlicht werden. Ab dem 7. April soll auch der Startschuss für Corona-Impfungen beim Hausarzt fallen. Dabei werden die Ärzte zunächst lediglich den BioNTech-Impfstoff verabreichen. BioNTech wird Deutschland laut Lieferprognosen zwischen April und Ende Juni 40 Millionen Impfdosen zur Verfügung stellen.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Gemischte Reaktionen auf Tests an Kindern

Der Kinderschutzbund begrüßt die Tests der Pharmaunternehmen. „Die Masernimpfung oder die Impfung gegen Polio retten jedes Jahr Tausende Kinderleben und verhindern Langzeitfolgen“, sagte Heinz Hilgers, der Präsident des Kinderschutzbundes, den Tageszeitungen der Mediengruppe VRM. Auch eine Corona-Infektion könnte für Kinder gefährlich werden. „Wenn wir das mit Impfungen verhindern können, müssen wir das auch tun. Und nicht zuletzt: Ohne Impfungen für Kinder werden wir aus dieser Pandemie nicht herauskommen.“

Zuvor hat der Direktor des Impfzentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz, Fred Zepp, zu bedenken gegeben, dass solche Impfstoff-Studien an Kindern nicht unproblematisch seien. „Je jünger der Mensch ist, desto ausgeprägter kann er reagieren und desto stärker sind eventuell auch Nebenwirkungen“, so das Stiko-Mitglied.

Corona-Impfstoff für Kinder: Kommt Vakzin noch 2021?

Ob die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Impfung für Kinder in Deutschland empfehlen wird, ist noch offen. Der Erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, Johannes Hübner, sagt dem SWR, er hoffe auf die Zulassung eines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche noch in diesem Jahr. (kab/dpa)

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