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Biontech-Gründer optimistisch: Sahin überrascht mit Lockdown-Prognose

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Von: Sina Koch

Angesichts der derzeit steigenden Fallzahlen scheint ein Ende des Corona-Lockdowns nicht in Sicht zu sein. Dennoch ist Biontech-Gründer Sahin zuversichtlich:

Berlin - Die Lockdown-Strategie in der Corona-Pandemie sorgt in vielen Branchen zunehmend für Unzufriedenheit. Ugur Sahin, der Gründer des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech, ist optimistisch, dass ein Großteil der Beschränkungen im Herbst aufgehoben sein wird. „In vielen Ländern in Europa und in den USA werden wir wahrscheinlich Ende des Sommers in der Situation sein, nicht mehr in einen Lockdown zu müssen“, verkündet Sahin der Welt am Sonntag.

Der Unternehmer rechnet im Herbst mit einem Ende der Lockdown-Politik. „Es wird natürlich weiterhin lokale Aufbrüche geben, das wird ein Hintergrundrauschen bleiben. Es wird Mutationen geben. Aber diese werden mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Schrecken verbreiten“, so Ugur Sahin weiter. Bis die Situation weltweit unter Kontrolle ist, wird es nach seinen Prognosen noch mindestens ein Jahr dauern.

Biontech-Gründer optimistisch: Ende der Lockdown-Politik im Herbst

Sahin glaubt, dass das Virus nicht verschwinden werde. „Ob man jedes Jahr oder alle fünf Jahre eine Impfung braucht, das müssen wir sehen.“ Der Unternehmer ist im Hinblick auf die Frage, ob es irgendwann auch Selbstimpfungen gebe, zuversichtlich und meint dies müsse nicht notwendig sein. Es wäre kein Problem 80 Millionen Menschen jedes Jahr einmal zu impfen, wenn man das medizinische Personal und die Hausärzte einbinde. Die Impfung durch medizinisches Personal diene zudem der Beobachtung einer möglichen allergischen Reaktion, die - wenn auch selten - auftreten könne.

Biontech-Gründer: Bundesverdienstkreuz für Sahin

Der Biontech Corona-Impfstoff ist einer der ersten, die in der EU zugelassen wurden. Weitere Zulassungen der Präparaten von Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson kommen inzwischen hinzu. Mitte April wird zudem die Auslieferung des Impfstoffs von Johnson & Johnson erwartet. In den vergangenen Tagen ist das Biontech-Gründer- und Forscherpaar Ugur Sahin und Özlem Türeci mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Award ausgezeichnet worden. Sie haben einen entscheidenden Baustein im Kampf gegen das Coronavirus geliefert.

Biontech-Gründer Sahin: „Müssen uns jede Mutation genau anschauen“

Sahin hebt hervor, dass es bei den Mutationen wichtig sei, „dass man zwei Dinge unterscheidet. Ob der Erreger durch die Mutation einen schlimmeren Krankheitsverlauf induziert, oder zum Beispiel schneller mehr Menschen infizieren kann.“ Dies sei zum Beispiel bei der UK Variante des Virus der Fall. „Dementsprechend ist es umso wichtiger, dass man, bis man entsprechend geimpft ist, Schutzmaßnahmen hat“ warnt Sahin im Interview mit tagesschau.de. Im Falle der UK-Variante wisse man, dass der Impfstoff wirksam ist. „Das heißt, unser Impfstoff ist in der Lage, diese neue Variante genauso zu hemmen, wie sie die ursprüngliche Variante gehemmt hat“, so Sahin weiter.

Man müsse sich trotzdem jedes Virus mit einer neuartigen Mutation genau anschauen. „Wir führen da ständig Laboruntersuchungen durch und versuchen, unsere Daten aus den Impfkampagnen immer wieder zu aktualisieren, um zu überprüfen, ob unser Impfstoff wirksam ist. Und falls wir feststellen sollten, dass unser Impfstoff eine reduzierte Aktivität hat, hätten wir die Möglichkeit, den Impfstoff entsprechend anzupassen“, erklärt der Unternehmer. Dank der mRNA-Technolgie sei dies kein Problem und könne sehr einfach innerhalb weniger Monate umgesetzt werden. (sik/dpa)

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