Zwei Tote in wenigen Wochen

Warum passieren im Silbersee so viele Unfälle? DLRG hat eine Vermutung!

+
Der Silbersee in Bobenheim-Roxheim

Bobenheim-Roxheim - Innerhalb weniger Wochen ereignen sich am Silbersee tragische Badeunfälle, bei denen zwei Menschen ums Leben kommen. Gibt es dafür eine Erklärung? Wir haben nachgefragt:

Ende Mai ereignet sich die erste Tragödie in Bobenheim-Roxheim: Ein 74-Jähriger geht im Silbersee unter und kann nur noch tot geborgen werden. Rund zwei Wochen stirbt ein 18-jähriger Mann bei einem Badeunfall – ebenfalls im Silbersee. 

Am Dienstag (7. August) dann der nächste Einsatz der Rettungskräfte: Badegäste sehen wie ein Schwimmer im See untergeht und nicht wieder auftaucht. Nach intensiver Suche brechen die Rettungskräfte ab, weil keine Vermisstenanzeige eingeht.

Ist der Silbersee ein ,Todessee‘?

In der Vergangenheit haben Bürger rund um Bobenheim-Roxheim den Silbersee als ,Todessee' in Erinnerung. Manchen Kindern wurde das Schwimmen dort sogar komplett verboten, da es dort immer wieder zu tödlichen Badeunfällen käme – doch war das alles nur ein Gerücht?

Wir haben bei der DLRG Frankenthal nachgefragt. Die Wasserrettungsorganisation bewacht den Silbersee seit vielen Jahrzehnten in den Sommermonaten – meistens samstags und sonntags. Außerdem unterstützen die Mitglieder den Rettungsdienst und Feuerwehren bei Einsätzen.

„Die Bezeichnung "Todessee" habe ich in diesem Zusammenhang bisher jedoch noch nicht gehört“, meint Ulrich Schermuly, Vorsitzender der Frankenthaler DLRG, am Mittwoch (8. August) auf Nachfrage.

In den letzten Jahren habe die DLRG im Vergleich zu anderen Seen in der Region keine erhöhte Anzahl von Badeunfällen festgestellt. „Ganz im Gegenteil, am Silbersee war es in diese Richtung in den letzten Jahren eher ruhig“, so Schermuly weiter.

>>> Die besten Badeseen der Region im Überblick

Aber drei Vorfälle in wenigen Wochen – ist das nicht beunruhigend?

Für die Häufung der Unfälle am Silbersee in diesem Jahr gibt es daher aus unserer Sicht keine gewässerspezifische Erklärung, erzählt der Vorsitzende. Er vermutet allerdings, dass der sehr warme Sommer und die erhöhte Badegast-Anzahl Gründe für die Unfälle seien können.

Laut Schermuly liegt die Zahl der tödlichen Badeunfälle in Deutschland in den ersten sieben Monaten dieses Jahres bereits bei 279 – das sind 37 mehr als im Vorjahr.

Viele tödliche Badeunfälle am Wochenende

Am Freitag (3. August) geratenzwei Mädchen im Rhein bei Worms in einen Strudel und gehen unter. Die Rettungskräfte suchen mit einem Großaufgebot nach den Kindern. Am Samstag finden Bootsfahrer die Leiche der Neunjährigen. Wenige Stunden später die traurige Gewissheit: Auch das zweite vermisste Mädchen ist tot. Ein Angler findet die Leiche nahe des Ufers.

Ebenfalls am Freitag wird ein Junge leblos im Binsfeldsee gefunden. Ein Rettungstaucher birgt ihn aus dem Wasser. Auch für ihn kommt jede Hilfe zu spät.

Am Samstagnachmittag (4. August) ereignet sich ein tödlicher Badeunfall im Rhein bei Elchesheim-Illingen. Eine achtköpfige Gruppe findet ihren Freund leblos auf dem Grund des Flusses treibend. Reanimationsversuche bleiben erfolglos.

Sicherheitstipps der DLRG

  • Bevor Du ins Wasser gehst, sollst Du Dich abkühlen 
  • Bewachsene und sumpfige Uferzonen sind gefährlich 
  • Pflanzendurchwachsene Gewässer sind zu meiden 
  • Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlasse das Wasser sofort! 
  • Schwimmen ist Sport, durch die hohen Temperaturen ist das Herz-Kreislaufsystem schon sehr aktiv. Überschätze Deine Leistungsfähigkeit nicht und schwimme nicht zu weit vom Ufer weg.

>>> So gefährlich ist Schwimmen im Rhein

jol

Quelle: Mannheim24

Mehr zum Thema

Kommentare