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Bodo Schiffmann vor Gericht: Arzt wehrt sich – „keine Anhaltspunkte“

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Von: Daniel Hagen

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Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat Anklage gegen Bodo Schiffmann erhoben. Es geht dabei um falsch ausgestellte Masken-Atteste und Volksverhetzung. Der Arzt weist die Vorwürfe zurück.

Update vom 14. April, 15:45 Uhr: Bodo Schiffmann hat jetzt auch offiziell auf die Anklageerhebung aus Heidelberg reagiert und über seinen Bevollmächtigten Vorwürfe zurückgewiesen, Menschen ohne Untersuchung von der Maskenpflicht befreit zu haben. „Dafür gibt es keine Anhaltspunkte“, sagt Ivan Künnemann der dpa.

Künnemann ist Mitglied der „Anwälte für Aufklärung“, einer Vereinigung, die auf ihrer Homepage Fake News über die Corona-Impfung verbreitet und glaubt, dass der Staat mit einer Impfpflicht „vorsätzlich Menschen tötet“. Zur AfA gehört übrigens auch die Heidelberger Anwältin Beate Bahner.

Bodo Schiffmann vor Gericht: Arzt erinnert sich nicht an Nazi-Vergleich

Erstmeldung: Noch am Abend, an dem die Staatsanwaltschaft Heidelberg die Anklageschrift gegen ein Ärzteehepaar aus Sinsheim veröffentlicht, lässt sich Bodo Schiffmann in einem Live-Interview von einem Redakteur des Mannheimer Morgens interviewen. Darin bestätigt der 54-Jährige nicht, dass es sich um ihn handelt – kann dem Ganzen aber auch nicht widersprechen.

NameBodo Klaus Walter Schiffmann
Geboren20. Januar 1968 in Bonn-Beuel
EhefrauMechthild Schiffmann
AusbildungGauß-Gymnasium Worms (1988), Universität Heidelberg

Querdenker-Arzt Bodo Schiffmann hat Anklageerhebung noch nicht erhalten

„Also ich persönlich habe schriftlich nichts bekommen, es ist aber sehr gut möglich, dass mein Bevollmächtigter – ich habe einen Generalbevollmächtigten in Deutschland – dass der das gekriegt hat“, erklärt Schiffmann auf die Frage, ob er von der Anklageerhebung weiß. Der Verschwörungsideologe scheint das drohende Verfahren in Heidelberg aber nicht ernst zu nehmen und freue sich darauf, seinen Standpunkt zu erläutern.

Angesprochen auf seinen Vergleich von Impfärzten mit Josef Mengele erklärt Schiffmann, dass er sich nicht daran erinnern könne, da er in den letzten zwei Jahren hunderte von Videos gemacht habe – was anhand der Menge der kurzen Clips auf seinem Telegram-Kanal auch wirklich hinkommt.

Keine Erinnerung an Mengele-Vergleich – Bodo Schiffmann schockiert mit dieser Aussage

Bodo Schiffmann macht aber in seinen Aussagen des Interviews klar, dass er den Vergleich mit dem Nazi-Arzt für richtig halte. Zudem vermutete er, dass der Satz wahrscheinlich aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Zwar lässt sich ein Video nicht mehr so einfach finden, dafür aber ein Post, den Schiffmann am 15. November 2021 auf Telegram veröffentlicht hat.

„Jeder Arzt, der Menschen unter Druck setzt wegen der Impfung, sie nicht behandelt und G-Regeln einsetzt ist in meinen Augen einfach nur ein Verbrecher. Nicht mehr und nicht weniger. Für mich stehen diese Kolleginnen und Kollegen in Amtsnachfolge von einem Josef Mengele“, schreibt Bodo Schiffmann damals. Dort beschimpft der Querdenker-Arzt Bundeskanzler Olaf Scholz auch schonmal als „Nazi“.

Billige Ausrede gegen Masken-Vorwürfe

Der Redakteur des Mannheimer Morgens konfrontiert Schiffmann auch mit dem Vorwurf, Masken-Atteste an Patienten per Post verschickt zu haben, die bis zu 700 Kilometer von ihm entfernt leben. Daraufhin versucht sich der 54-Jährige damit herauszureden, dass er in seiner Ambulanz Politiker aus der USA und China sowie Astronauten aus Russland behandelt habe. Die hat er aber hoffentlich vor Ort und nicht nur am Telefon untersucht. (dh)

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