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Bodo Schiffmann vergleicht Impfen mit KZ-Verbrechen – Staatsanwaltschaft ermittelt

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Von: Daniel Hagen

Gegen Bodo Schiffmann wird nun auch wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Auf Telegram äußert sich der Mediziner dazu – und vergleicht Impfärzte mit dem Dritten Reich.

Schon seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft Heidelberg gegen den Arzt und Querdenker Bodo Schiffmann. Dabei geht es um die Ausstellung falscher Atteste für Maskenverweigerer. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gehe es um mindestens 24 Fälle. Der 53-Jährige – der in Sinsheim die Schwindelambulanz betrieben hat – ist daraufhin nach Tansania geflüchtet. Damit ist er dem Beispiel anderer Verschwörungsideologen gefolgt. So ist Attila Hildmann in die Türkei geflohen und Xavier Naidoo lebt wohl mittlerweile in Spanien.

NameBodo Schiffmann
Geboren20. Januar 1968 in Bonn-Beuel
AusbildungRuprecht-Karls-Universität Heidelberg
BerufFacharzt für HNO

Bodo Schiffmann: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung

Wie vor kurzem bekannt geworden ist, wird gegen Bodo Schiffmann nun aber auch wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. „Jenseits des Verdachts des Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse liegen der Staatsanwaltschaft Heidelberg auch Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz und wegen Volksverhetzung vor. Auch bezüglich dieser Vorwürfe dauern die Ermittlungen an“, erklärt die Staatsanwaltschaft Heidelberg gegenüber dem SWR.

Der Vorwurf der Volksverhetzung rührt daher, wie mir mittlerweile von der Beate Bahner, die die Akte dankenswerterweise mal durchgeschaut hat, erklärt wurde, dass Ärzte sich darüber beschwert haben, dass ich einen Vergleich mit Josef Mengele bemüht habe, um darauf hinzuweisen, dass sich Impfärzte gegebenenfalls schuldig machen“, erklärt Bodo Schiffmann auf Telegram. Bei Beate Bahner handelt es sich um eine Anwältin aus Heidelberg, die ebenfalls Verschwörungsmythen über das Coronavirus teilt.

Bodo Schiffmann vergleicht Impfärzte mit Josef Mengele

Damit hat Bodo Schiffmann alle impfenden Ärzte mit den Ärzten im Dritten Reich gleichgestellt, die wider besseres Wissen illegale und grausame Experimente an Patienten durchgeführt haben. Der bekannteste davon ist Josef Mengele, der als Lagerarzt im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat. Kein Wunder also, dass sich die heutigen Ärzte von diesem Vergleich angegriffen fühlen.

Statt zurückzurudern, macht Bodo Schiffmann in dem kurzen Video aber weiter und erklärt, warum seiner Ansicht nach die Impfungen gegen das Coronavirus – das in seiner Welt kein Grund für eine Pandemie sei – genauso schlimm sind, wie die Verbrechen der Nationalsozialisten. Damit könnte der Arzt die Merkmale der Volksverhetzung nach Absatz 4 erfüllen. Darin wird die „Billigung, Verherrlichung oder Rechtfertigung der nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherrschaft, die den öffentlichen Frieden in einer die Würde der Opfer verletzenden Weise stört“, unter Strafe gestellt.

Bodo Schiffmann sieht sich als Opfer

Schiffmann sieht sich allerdings eher als Opfer, der nur „die Wahrheit“ gesprochen habe, die man in Deutschland nicht mehr sagen dürfe. Daraufhin erklärt er zudem, dass alles, was Verschwörungsideologen vorausgesagt haben, eingetreten wäre – mehr als Behauptungen kann der Arzt aber nicht vorweise. „Ich sehe darin keine Volksverhetzung. Ich finde es als Frechheit, mir das zu unterstellen“, sagt Schiffmann. Er wolle nur Menschen vor der „Giftspritze“ retten. Nicht umsonst hat der 53-Jährige vor kurzem den Friedensnobelpreis für Querdenker gefordert. Auch Xavier Naidoo hat die Impfung in einem seiner neuen Songs bezeichnet, in dessen Video sogar ein Impfzentrum gesprengt wird. (dh)

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