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Bosch Hockenheim Historic: Wieder klassische Rennwagen im Motodrom erleben

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Von: Josefine Lenz

 Bosch Hockenheim Historic sind wieder da
Bosch Hockenheim Historic sind wieder da ©  Bosch Hockenheim Historic

Hockenheimring – Die Bosch Hockenheim Historics sind zurück. Was PS-Fans bei dem beliebten Motorsport-Event vom 27. bis 29. August erwartet:

Mit der „Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival“ läutet eine echte Kultveranstaltung die Rückkehr zum Rennbetrieb vor Zuschauern am Hockenheimring ein. Mehr als 500 Teilnehmer in ihren automobilen Kostbarkeiten aus mehreren Epochen lassen das Herz jedes Classic- und Rennsport-Fans höherschlagen. Ebenso wie die Erinnerung an einen der größten Autorennfahrer aller Zeiten: Jim Clark. Zwei Formel-1- WM-Titel (1963 und 1965) stehen genauso für das Vermächtnis des Schotten wie sein tragischer Unfall in einem Formel-2-Rennen am 7. April 1968 in Hockenheim.

Aufgrund der geltenden Corona-Beschränkungen wird der Fokus der diesjährigen Veranstaltung auf den Rennläufen auf der Grand-Prix-Strecke liegen, nicht jedoch auf einem umfangreichen Rahmenprogramm. Elf spektakuläre Rennserien lassen bei der Veranstaltung den Zauber vergangener Rennsport-Zeiten wieder aufleben. Mit am Start sind die atemberaubenden Boliden der Gruppe C, der Tourenwagen Classics und der Historic Racecar Association. Auch das weitere Starterfeld ist mit der Historischen Formel Vau Europa, der CanAM & Sportscars, der GT Classics, der Youngtimer Touring Car Challenge, Dunlop Gentle Drivers ’65, dem Kampf der Zwerge und der VFV GLPPro hochkarätig besetzt. Läufe der Vereinigung Raceclub Germany runden das einmalige Spektrum ab.

Bosch Hockenheim Historic: Zuschauer auf Tribünen und im Fahrerlager erlaubt

Und das alles gibt’s endlich auch wieder zum Gucken, Riechen und Anfassen. Denn bei der Bosch Hockenheim Historic sind unter Einhaltung eines Hygienekonzept, welches den 3G-Nachweis (genesen, geimpft oder getestet) und Maskenpflicht umfasst, Zuschauer zugelassen. Tickets gibt es sowohl im Vorverkauf als auch an der Tageskasse. Die Preise sind wie immer bei der Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival äußerst familienfreundlich gehalten. Schon ab 10 Euro für ein Freitags-Ticket geht’s los, die Tageskarten für Samstag und Sonntag kosten jeweils ab 30 Euro, wer das gesamte Wochenende hautnah erleben möchte, ist ab 45 Euro dabei. Und für jene, die es etwas exklusiver mögen, gibt’s ab 200 Euro auch VIP-Tickets mit entsprechender Betreuung. Tickets gibt’s über den Online-Ticketshop oder unter der Hotline +49(0)6205 950-222, weitere Informationen unter www.hockenheim-historic.de.

Bosch Hockenheim Historic: Alle Rennserien im Überblick

Gut 36 Jahre nach dem letzten Lauf zur damaligen Sportwagen-Weltmeisterschaft in Hockenheim geben die atemberaubenden Boliden der Gruppe C an alter Wirkungsstätte ein Comeback. Große Namen wie Stefan Bellof, Manfred Winkelhock, Jochen Mass, Jacky Ickx, Hans-Joachim Stuck, Bob Wollek, Klaus Ludwig, Riccardo Patrese, Derek Bell oder Thierry Boutsen waren es damals, die in ihren rund 700 PS starken Porsche, Lancia, Sauber-Mercedes, Ford oder Jaguar die Fans von den Sitzen rissen. Den Sieg feierten damals übrigens die späteren Weltmeister Stuck/Bell im Porsche 962C. Der Group C Supercup ist also ein echtes Schmankerl für Sportwagenfans.

Gleiches gilt für die Tourenwagen Classics, die sich zu einem Tummelbecken der mitreißendsten Renntourenwagen der vergangenen 40 Jahre gemausert haben. Egal ob es die hochgezüchteten High-Tech-Boliden aus der Class-1-Ära der ITC zwischen 1993 und 1996, die „klassischen“ Tourenwagen der goldenen DTM-Zeiten von 1984 bis 1992, die moderneren Supertourenwagen (STW) oder die legendären Boliden aus der Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM) sind – wer Tourenwagen liebt, bekommt hier was fürs Herz. Zumal es sich auch alte Kämpen wie Roland Asch, Harald Grohs, Kurt Thiim, Altfrid Heger und Leopold Prinz von Bayern nicht nehmen lassen, sich hin und wieder ins Cockpit ihrer früheren Arbeitsgeräte zu klemmen. Was bei den meisten von ihnen noch ebenso geschmeidig aussieht wie Jahrzehnte zuvor!

Noch tiefer in die Historie tauchen wir mit der Historic Racecar Association ein. Diese widmet sich den erfolgreichen Nachwuchsformeln des vergangenen Jahrhunderts von Formel Ford über Formel Vau und Super Vau bis zur Formel 3. Der Raceclub Germany vereint historische Monoposti aus den Klassen Formel 1, Formel 2, Formel 3, Formel Vau und Formel Opel-Lotus. Die Historische Formel Vau Europa e.V. hält mit rund 300 Mitgliedern aus 14 Nationen das Erbe einer der erfolgreichsten Nachwuchsformelserien der Geschichte hoch. Der bekannteste Aufsteiger aus der seinerzeit von Ferry Porsche und dem damaligen Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein ins Leben gerufenen Klasse war der 2019 verstorbene dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda.

 Bosch Hockenheim Historic sind wieder da
Bosch Hockenheim Historic sind wieder da ©  Bosch Hockenheim Historic

Auch die Freunde klassischer GT und Rennsportwagen kommen bei der Bosch Hockenheim Historic voll auf ihre Kosten. CanAm & Sportscars bieten die Bühne für Sportprototypen aus Serien, die sich vor allem im Falle der Rennwagen aus dem Canadian-American Challenge Cup (CanAm) durch überaus freizügige Technik auszeichneten. Die CanAm-Raketen leisteten teilweise deutlich mehr als 1000 PS und waren mit abenteuerlicher Aerodynamik ausgestattet. Wenn diese Ungetüme von der Leine gelassen werden, bebt das Motodrom.

Ein Fest für Augen und Ohren ist die Youngtimer Touring Car Challenge, eine bunte Mischung aus diversen Rennfahrzeugen bis Baujahr 1990 – Tourenwagen, Sportwagen und Prototypen sind ebenso dabei wie Originalrenner von den 24 Stunden von Le Mans oder der US-amerikanischen IMSA-Serie. Bei den GT Classics (GTC) ist der Name Programm – wunderschöne, faszinierende Grand-Tourisme-Fahrzeuge der 80er-, 90erund 2000er-Jahre sowie Rennwagen aus den früheren Gruppen 4 und 5 sowie der ITC sorgen für spannende Rennen und optische wie akustische Genüsse.

Nichts weniger trifft auf die Dunlop Gentle Drivers `65 zu. Die 2015 gegründete Rennserie „A Gentle Drivers Trophy“ ist ausgeschrieben für GT und Rennsportwagen der Jahrgänge 1947 bis 1965, unterteilt in Fahrzeuge mit Trommel- und Scheibenbremsen sowie nach Hubraumgröße. Etwas irreführend ist mitunter der Name Kampf der Zwerge. Was sich nach Kinderspielen anhört, sind in Wirklichkeit beinharte Duelle auf der Rennstrecke mit Fahrzeugen, deren Hubraum auf 1300 ccm begrenzt ist. Der Verein Kampf der Zwerge e.V. bildete sich 2013 aus dem Verbund der vier Serien Abarth Coppa Mille, British Car Trophy, NSU TT Trophy und dem 1300 Histo Cup. Dieser Verein hat derzeit 120 Mitglieder, von denen 86 für die Saison 2021 fix eingeschrieben sind. Damit stellt der Kampf der Zwerge mittlerweile Deutschlands teilnehmerstärkste Sprintserie dar.

Last but not least: Die VFV GLPPro. Diese steht für Gleichmäßigkeitsprüfungen, die einer Vielzahl von Fahrzeugen offenstehen. Egal ob Tourenwagen, Sportwagen oder Monoposti – hier darf quasi alles mitfahren, was vier Räder und eine motorsportliche Historie hat. (pm)

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