Vor Ertrinken in Floßhafen gerettet

Todesfalle für Entenküken? BUGA in Heilbronn ergreift Maßnahmen!

+
Entenküken auf BUGA vor dem Ertrinken gerettet.

Heilbronn - Große Aufregung, nachdem Tierretter auf dem BUGA-Gelände mehrere Entenküken vor dem Ertrinken in einem künstlichen See bewahren. 

Update vom 27. April: Wie die Sprecherin der Bundesgartenschau in Heilbronn mitteilt, wurden weitere Maßnahmen ergriffen, dank denen die Entenküken den Floßhafen auf dem Gelände der BUGA nun mühelos verlassen können. Den Vögelchen stünden nun sechs neue Ausstiegshilfen zur Verfügung, sodass sie den Höhenunterschied zwischen Wasser unf Ufer gut überwinden könnten. 

Auf vier angelegten Schotterinseln könnten sich die Enten nun außerdem im Schilf ausruhen. In der Mitteilung der BUGA heißt es auch, dass in der Planung trotz Einbeziehung von Experten nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, dass Entenküken des Floßhafen nicht aus eigener Kraft verlassen könnten. „Wir bedauern diesen Sachverhalt und haben jetzt eine gute Lösung gefunden“, sagt Hanspeter Faas, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH. Das Veterinäramt Heilbronn sei gebeten worden, zu überprüfen, ob die Lösung auch fachlich ausreichend sei. 

Oft gelesen: Wildernder Hund richtet Blutbad an: Polizei muss Reh erschießen!

Update vom 26. April, 17 Uhr: Wie „Echo24“ berichtet hat die BUGA inzwischen auf die Kritik reagiert und mehrere Schotterinseln aufgeschüttet. Insgesamt 2,6 Tonnen Schotter seien für vier Inseln genutzt worden. 

Für die Entenküken wurde nun Ausstiegsshilfen installiert. 

Zudem wurden sechs Ausstiegshilfen konstruiert. Die Küken können jetzt sicher aus dem Floßhafen an Land gelangen. Laut „Echo24“ zeigt sich Tierretter Franke mit der Lösung zufrieden, auch wenn sie einige Tage zu spät komme.  

BUGA Heilbronn: Aufregung um Tierrettung im Floßhafen  

Erneuter Einsatz für die Tierrettung Unterland auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn: Am Donnerstag (25. April) melden sich besorgte BUGA-Besucher bei der Tierrettung. Ein Entenpaar schwimmt mit sechs kleinen Küken im „Floßhafen“ – einem künstlichen See auf dem BUGA-Gelände.

Die Kleinen sind offensichtlich in Not: Immer wieder versuchen die wenige Tage alten Küken an Land zu springen, bleiben aber an der hohen Einfassung des Sees hängen und rutschen ins Wasser zurück. Die Mauer ist einfach zu hoch.

BUGA Heilbronn: Erneut drohen Entenküken in Kunstsee zu ertrinken

Dabei müssen die Entenküken dringend an Land und ihr Gefieder reinigen, sonst drohen sie am Gewicht ihrer mit Wasser vollgesogenen Federn jämmerlich zu ertrinken! So erging es am Eröffnungstag der Bundesgartenschau einer anderen Entenfamilie“, erzählt Jan Franke von der Tierrettung Unterland. „Bis auf zwei Tiere sind da alle ertrunken.

Am Donnerstag geht aber glücklicherweise alles gut: Unter den Augen zahlreicher BUGA-Gäste kann ein Mitarbeiter der Tierrettung die Küken mit einem Kescher fangen und an Land bringen. Rund 45 Minuten später lassen die Retter die wohlbehaltene Entenfamilie im nahegelegenen Neckar wieder frei.

Entenküken auf BUGA vor dem Ertrinken gerettet.

Kein Hausverbot für Tierretter bei der BUGA Heilbronn

So weit, so gut – könnte man meinen. Als die Tierretter nach dem Einsatz wieder ihre Sachen zusammenpacken, „stapft BUGA-Chef Hanspeter Faas an“, erzählt Franke. Statt den Rettern zu danken will Faas wissen, was hier passiere. Nach einer kurzen Erklärung soll Faas die Tierretter des Geländes verwiesen und ein Hausverbot erteilt haben, da sie die „Veranstaltung stören“, so Franke. 

Fotos: Große Aufregung um gerettete Entenküken auf BUGA

Ein Hausverbot für die Tierrettung Unterland gibt es nicht“, stellt Pressesprecherin Suse Bucher-Pinell für die BUGA auf Anfrage von HEIDELBERG24 am Freitag (26. April) klar. BUGA-Geschäftsführer Faas habe vor Ort ein kurzes Gespräch mit Franke gehabt, in dessen Verlauf der Tierretter seine Visitenkarte überreicht habe, bevor er ging. „Das hat Herr Faas als Gesprächsangebot zur Lösungsfindung interpretiert und hat sich auf ein Telefonat heute (Anm. d. Red.: 26. April) eingestellt. Generell ist es im Interesse der BUGA, dass bei solchen Situationen in Abstimmung und koordiniert gehandelt wird.

Faas am Tag danach: „Wir schätzen die Arbeit der Tierrettung Unterland  sehr. Wenn das Gespräch zu emotional verlaufen sein sollte, bedauere ich das.“ 

BUGA Heilbronn: Tierretter fordern Ausstiegshilfen

Ein konstruktives Gespräch mit dem BUGA-Chef sei laut Franke nicht möglich. Bereits nach dem ersten Fall am Eröffnungstag habe man die BUGA darauf hingewiesen, das es an Rampen für Entenfamilien fehle, über die die Jungtiere das Wasser wieder verlassen können, so der Tierretter. Passiert sei bislang aber nichts: „Die haben lediglich ein paar Latten an die Mauer gelehnt. Eine echte Ausstiegshilfe ist das nicht.“ Dabei wirbt die BUGA auf ihrer Facebook-Seite damit, dass es den Enten gut gehe:

Die Situation, dass Entenküken im Floßhafen schwimmen und nicht von allein wieder herausfinden ist erstmals am Eröffnungstag der BUGA aufgetreten“, sagt Bucher-Pinell. „Und das, obwohl der Floßhafen auch schon im vergangenen Jahr voll Wasser war.“ Deshalb habe man „schon vor Tagen Ausstiegshilfen ausgelegt“. Nach dem Vorfall am Donnerstag wolle die BUGA „schnellstmöglich weitere Maßnahmen zur Verbesserung umsetzen.“ Was das konkret bedeutet? „Weitere Dielen auslegen.

Für Tierretter Franke geht das nicht weit genug: „Die schaffen es nach einer Woche nicht, ein paar Latten als Ausstiegshilfen für Enten zusammenzuzimmern!“ So sei eine konkrete Zusammenarbeit nicht möglich, findet Franke. Falls man sie rufe, werde die Tierrettung aber weiter „zum Wohle der Tiere im Einsatz sein – auch auf der BUGA.“  

Auch für diese Nachrichten aus Heilbronn interessieren sich unsere Leser: Derzeit lacht das Netz über einen Mann, der seine Drogen in einer Bäckerei vergessen hat. Grund ist ein kurioser Facebook-Post der Polizei Heilbronn. Diese muss sich auch eine wilde Verfolgungsjagd mit einem jungen Audi-Fahrer liefern – und greift zu drastischen Maßnahmen

Tierrettung auch im Rhein-Neckar-Raum voll gefragt

Auch die Tierrettung Rhein-Neckar hat viel zu tun: Ende März und Anfang April hielten Waschbären das Team in Heidelberg auf Trab. Erst muss ein putziger Artgenosse von einem Glasdach in der Kurfürstenpassage gerettet werden. Wenige Tage danach hat sich ein Waschbär in der Poststraße ‚verklettert‘ und kommt nicht mehr vom Baum herunter.     

Zwei Spaß„vögel“ sorgen in Heppenheim für einen Polizeieinsatz. Es klingt so, als würde gerade jemand gewürgt werden, am Ende sieht aber alles ganz anders. 

rmx

Quelle: Mannheim24

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare