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Fledermäuse ausgeflogen – Brunnenstollen der Burg Dilsberg wieder für Besucher geöffnet

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Von: Peter Kiefer

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Rhein-Neckar-Kreis - Man darf wieder rein! Weil die Schutzzeit der Fledermäuse zu Ende ist, wird der Brunnenstollen ab sofort bis September für Besucher geöffnet:

Die Fledermäuse sind ausgeflogen: Der Brunnenstollen der Burgfeste Dilsberg (Rhein-Neckar-Kreis) ist nun wieder bis in den September frei zugänglich – dann beginnt die Schutzzeit der kleinen Säugetiere erneut. Der geheimnisvolle Brunnenstollen der mächtigen Festung ist ein spannendes Erlebnis, da er über 70 Meter in den Berg hinein führt. Gerade in den heißen Sommermonaten ein beliebter Ort zur Abkühlung. 

Brunnenstollen der Burgfeste Dilsberg ist wieder für Besucher offen

Schon von Weitem ist sie gut zu sehen: Die Burgfeste Dilsberg als Ortsteil von Neckargemünd thront hoch über dem Neckartal. Die Grafen von Lauffen erbauten sie vor über 800 Jahren im Mittelalter. Die Verteidigungsanlage galt als uneinnehmbar. Teile der Festung sind bis heute erhalten – und lassen die Zeit der Ritter und Burgfräulein wieder lebendig werden.

Die mächtige Anlage beeindruckt durch ihre dicken Mauern. Wer hoch hinaus will, kann den Bergfried ersteigen und – oben angekommen – den Rundumblick über das Flusstal und die Hügelzüge des Odenwalds genießen. Doch das Monument bietet noch mehr: Ein geheimnisvoller Gang führt in die Tiefe hinab – der Brunnenstollen kann nun wieder erkundet werden, denn seine schutzbedürftigen Bewohner sind ausgeflogen.

Schutzzeit der Fledermäuse beendet – Freigabe für Menschen

Von Ende September bis Anfang Mai dauert die Schutzzeit der Fledermäuse. Solange ist der Brunnenstollen für den Menschen nicht zugänglich, da die nachtaktiven Flieger dort überwintern. Vor wenigen Tagen gab die Fledermausschutzbeauftragte des BUND, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, den Stollen für diese Saison frei.

Seine Geschichte ist alt und reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit erbauten die Burgbewohner einen Brunnen, um sich mit Wasser zu versorgen. Als die Festung im 17. Jahrhundert erweitert wurde, kam der Quergang dazu. Eine schweißtreibende Handarbeit: 78 Meter weit meißelten sich die Bergleute durch den Felsen. Heute ist der Brunnenstollen als besonders kühler Ort geschätzt – doch lange Jahre war er in Vergessenheit geraten.

Burgfeste Dilsberg: Geheimnisvoller Gang in der Tiefe 

Nach dem Brunnenbau wurde der Stollen zugeschüttet. Langsam rankten sich Sagen und Geschichten um ihn: Die Erzählungen faszinierten den Deutsch-Amerikaner Fritz von Briesen so sehr, dass er um 1900 aus New York zum Dilsberg reiste, um diesen „sagenhaften“ Stollen zu finden. Tatsächlich entdeckte er den unterirdischen Gang. 1926 wurden Brunnen und Stollen freigelegt. Alle Burgenliebhaber dürfte unsere Serie „Die schönsten Burgen im Neckartal“ interessieren. 

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Jeden Sonn- und Feiertag um 15 Uhr können Besucher bei einer Führung mehr über die mächtige Festung erfahren. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Momentan kann es beim Burgbesuch zu Einschränkungen durch die Sanierungsarbeiten am Treppenturm kommen. Die 16 Meter hohe Mantelmauer ist für die Besucher über ein Treppengerüst erreichbar. Von dort lässt sich der einzigartige Rundblick genießen. (pek mit PM)

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