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„Speed-Marathon“ im Rhein-Neckar-Kreis: Polizei nimmt Raser ins Visier

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Von: Fabienne Schimbeno

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Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis – Achtung, Autofahrer! Am Donnerstag geht es Rasern an den Kragen. Die Polizei nimmt an einer europaweiten Aktion zur Geschwindigkeitskontrolle teil:

Was im ersten Moment nach durchdrehenden Reifen klingt, soll im Endeffekt das genaue Gegenteil bewirken: Beim sogenannten „Speed-Marathon“ werden Raser europaweit von der Polizei ins Visier genommen. Auch Mannheim, Heidelberg und der Rhein-Neckar-Kreis sind in diesem Jahr wieder dabei. Worauf sich Autofahrer einstellen müssen:

RegionRhein-Neckar-Kreis
RegierungsbezirkKarlsruhe
Einwohner548.233 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche1.062 km²
LandratStefan Dallinger (CDU)

„Speed-Marathon“ im Rhein-Neckar-Kreis: So lange gehen die Geschwindigkeitskontrollen

Der erste Blitzmarathon in Deutschland, der seit 2015 europaweit unter dem Namen „Speed-Marathon“ läuft, fand bereits 2012 in Nordrhein-Westfalen statt. Seit Oktober 2013 wird er bundesweit durchgeführt. Ziel des „Speed-Marathons“ ist es, die Bevölkerung auf die Gefahren und Folgen zu schnellen Fahrens aufmerksam zu machen. Dazu werden verschiedene Mittel zur Geschwindigkeitskontrolle eingesetzt:

In Mannheim, Heidelberg und der Rhein-Neckar-Region werden am Donnerstag (24. März) sämtliche zur Verfügung stehende Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte herangezogen. Neben Überwachungsmaßnahmen im Rahmen der allgemeinen Verkehrsüberwachung führt die Verkehrspolizei auch Großkontrollen durch. Das geht aus einer Meldung des Polizeipräsidium Mannheim hervor. Die Aktion geht den gesamten Tag.

Raser werden beim „Speed-Marathon“ ins Visier genommen. (Symbolfoto)
Raser werden beim „Speed-Marathon“ ins Visier genommen. (Symbolfoto) © Uwe Anspach/dpa

„Speed-Marathon“ im Rhein-Neckar-Kreis: Raser müssen mit hohen Bußgeldern rechnen

Eine überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor die häufigste Unfallursache im Straßenverkehr. 2021 wurden beim „Speed-Marathon“ in Baden-Württemberg rund 13.000 Verstöße festgestellt. In 287 Fällen hagelte es sogar Fahrverbote. „Rasen kostet Menschenleben! Diese simple Tatsache muss uns allen bewusst sein“, mahnt Innenminister Thomas Strobl.

Seit 9. November 2021 gilt der neue Bußgeldkatalog. Besonders für Raser wird es seitdem richtig teuer: Wer zum Beispiel mit 16 bis 20 km/h zu schnell geblitzt wird, zahlt statt vorher 35 Euro jetzt das Doppelte. Auch Falschparker müssen einiges löhnen.

Runter vom Gas: Wie wirksam ist der „Speed-Marathon“ wirklich?

Ob der „Speed-Marathon“ tatsächlich zu einer generellen Verminderung der Verkehrsunfälle aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung führt, sei dahin gestellt. Fakt ist: Delikte von Geschwindigkeitsüberschreitungen sind in der Vergangenheit zurückgegangen. Das zeigen diverse Statistiken. In Dortmund zum Beispiel sank der Durchschnitt der Geschwindigkeitsüberschreitung. Auch in Köln wurden weniger Geschwindigkeitsbegrenzungen überschritten.

Kritiker hingegen halten den „Speed-Marathon“ für nicht sinnvoll: Dadurch, dass Autofahrer in den meisten Fällen wissen, wo sie die Radarfallen erwarten, könnten sie sich bereits im Vorfeld darauf einstellen. Andere wiederum bewerten den „Speed-Marathon“ als reine Abzocke. Rüdiger Seidenspinner, ehemaliger Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei zum Beispiel, sprach sich bereits 2014 für mobile Blitzer aus, bei denen Verkehrssünder sofort zahlen müssten. Nur so könne ein erzieherischer Effekt auch erzielt werden. (fas/pol)

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