Weiter nur Notbetreuung

Baden-Württemberg: Kita-Öffnungen am Montag? Warum daraus nix wird

Coronavirus in Baden-Württemberg: Machen Kitas am 18. Mai wieder auf – oder nicht? Diese Frage stellen sich viele Eltern am Wochenende. Der aktuelle Stand:

  • Coronavirus in Baden-Württemberg: Erste Läden dürfen öffnen, doch Kitas und Kindergärten bleiben geschlossen
  • Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann kündigt an, dass Notbetreuung für Kinder ab dem 27. April ausgeweitet werden soll. 
  • Machen Kitas am Montag (18. Mai) wieder auf?

Update vom 15. Mai: Große Verwirrung um eine baldige Öffnung der Kitas! Am Mittwochabend (13. Mai) heißt es in einer Mitteilung des Kultusministeriums, dass in Baden-Württemberg ab Montag wieder Kitas aufmachen dürfen. Zunächst für nur 50 Prozent der Kinder, die normalerweise die jeweilige Einrichtung besuchen. Kinder, die bereits einen Notbetreuungsplatz beanspruchen, haben Vorrang.

Viele Eltern wollen bereits vor Erleichterung aufatmen, allerdings fehlen weitere Informationen zur schrittweisen Kita-Öffnung. Und vielerorts wird das Thema aus der aktuellen Corona-Verordnung sogar ganz ausgeklammert. 

Aber was gilt nun? Machen die Kitas ab dem 18. Mai wieder auf? „Es gibt keine Abkehr von der Ankündigung des reduzierten Regelbetriebs“, betont ein Kultusministerium-Sprecher gegenüber der Stuttgarter Nachrichten. Am Montag sollen die Kitas also wieder zu 50 Prozent öffnen. Auch Kindertagespflegestellen dürfen ab dann wieder aufmachen. In dem Schreiben des Kultusministeriums heißt es, dass die Träger und Einrichtungen für die Ausgestaltung und Umsetzung der neuen Verordnung selbst verantwortlich sind. „Mit dem Rahmen ermöglichen wir den Einrichtungsträgern bewusst Spielräume, damit sie im Rahmen ihrer räumlichen und personellen Kapazitäten individuelle Konzepte entwickeln können, wie sie die schrittweise Öffnung der Betreuung umsetzen können", so Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und betont: „Die Ausweitung kann selbstverständlich nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. Die Träger der Einrichtungen benötigen Vorlauf für ihre Planungen und die Organisation. Wie die zeitliche Umsetzung in der jeweiligen Einrichtung vor Ort erfolgt, hängt darüber hinaus maßgeblich von der jeweiligen räumlichen und personellen Situation ab. Was die Kommunen, freien Träger und Tagespflegepersonen in dieser außergewöhnlichen Situation leisten, verdient große Anerkennung.“

Corona-Krise: Kitas dürfen ab 18. Mai in Baden-Württemberg öffnen – Verzögerung aber wahrscheinlich

Auch Dr. Peter Kurz, Präsident des Städtetags Baden-Württemberg, erklärt: „Das Ministerium schafft hier die rechtliche Voraussetzung – das ist nicht gleichbedeutend mit offenen Kita-Türen am Montagmorgen. Die Umsetzung ist der zweite Schritt.

Wann also genau die Kitas in den jeweiligen Kommunen öffnen, kann nicht pauschal gesagt werden. Theoretisch ist die Öffnung ab Montag erlaubt, praktisch wird es höchstwahrscheinlich anders aussehen. Vor allem die Themen Abstand und Hygiene sind bei Kitas nicht so einfach umzusetzen, das weiß auch Roger Kehle, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg: „Den Verantwortlichen vor Ort ist auch bewusst, wie viele Eltern darauf warten, dass die Kitas schrittweise wieder geöffnet werden und wie wichtig es für die Kinder ist, wieder Kontakt zu Gleichaltrigen zu haben. Gerade eine schrittweise Ausweitung der Kinderbetreuung ist aber hochkomplex und braucht einen angemessenen zeitlichen und inhaltlichen Vorlauf, damit wir vor Ort alle notwendigen organisatorischen Vorbereitungen treffen können.“ 

Corona-Krise: Kitas dürfen wieder öffnen – diese Hygienevorschriften gelten

Nur 50 Prozent der Kinder, die normalerweise die Kita besuchen würden, dürfen bei der schrittweisen Wiedereröffnung zur Einrichtung kommen. Kinder, die bereits Notbetreuung werden, haben Vorrang. Darüber hinaus gelten für Kitas folgende Vorschriften:

  • Die Betreuungskapazität sollen für ein sollen für ein zeitweises, gegenüber dem Normalbetrieb reduziertes Angebot für weitere Kinder genutzt werden. Zum Beispiel sollen Kinder in festen Gruppen abwechselnd an einzelnen Wochentagen in die Kita kommen können, damit möglichst alle Familien das Betreuungsangebot nutzen können.
  • Ein Betreuungsplatz darf aber nicht von mehreren Kindern geteilt werden.
  • Ausreichend Personal muss möglichst kleinen Gruppen zur Verfügung stehen
  • Ein Hygieneplan muss vorliegen. Laut den Schutzhinweisen vom Kommunalverband für Jugend und Soziales, der Unfallkasse und dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg zählen dazu Punkte, wie häufiges Lüften, tägliches Reinigen der Handkontaktflächen. 
  • Der Abstand von 1,5 Meter muss zwischen den Betreuern eingehalten werden. Ebenso gelten für sie die Husten- und Nies-Etikette, das Tragen von Handschuhen im  Sanitär- und Wickelbereich. 
  • Eltern können die Kinder wie gewohnt zur Kita bringen. Die Benutzung von Alltagsmasken wird für Erwachsene empfohlen. Es ist nicht erforderlich, dass die Kinder an der Eingangstüre an die Betreuungskräfte übergeben werden. 
  • Weitere Schutzhinweise für Kitas findest Du hier

Update vom 7. Mai: Baden-Württemberg will in den nächsten Tagen weitere Schritte in Richtung Normalität gehen. Nach der Corona-Konferenz mit der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch können auch Eltern ein wenig aufatmen – denn die Landesregierung hat angekündigt, Schulen und Kitas weiter zu öffnen. Dazu hat Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann nun einen Fahrplan für die weitere Öffnung des Schul- und Kitabetriebs in Baden-Württemberg vorgestellt. 

Baden-Württemberg: Kinder-Notbetreuung wird erweitert – das müssen Eltern jetzt wissen

Erstmeldung vom 21. April: Bei der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Landesregierungen wurde der Grundstein für die neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg gelegt. Doch auch wenn erste Läden wieder öffnen und der Schulbetrieb schrittweise wieder aufgenommen werden darf, bleiben die Kontaktbeschränkungen bestehen und Kitas und Kindergärten geschlossen. Laut Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann habe es oberste Priorität, eine zweite Infektionswelle zu verhindern. „Weil aber das wirtschaftliche Leben in den nächsten Tagen langsam wieder hochfährt, haben wir entschieden, die Notbetreuung in Baden-Württemberg auszuweiten, um Eltern, die einer präsenzpflichtigen Arbeit nachgehen, zu entlasten“, sagt Eisenmann. 

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann kündigt Ausweitung der Kinder-Notbetreuung an (Archivfoto)

Coronavirus: Notbetreuung in Baden-Württemberg wird ausgeweitet – das ist neu 

Die Notbetreuung in Baden-Württemberg wird ab dem 27. April ausgeweitet: Sie gilt dann auch für Kinder der Klassenstufe 7. Neu ist außerdem, dass nicht nur Kinder, deren Eltern in der kritischen Infrastruktur arbeiten, Anspruch auf Notbetreuung haben, sondern grundsätzlich Kinder, bei denen beide Erziehungsberechtigt bzw. die oder der Alleinerziehende einen außerhalb der Wohnung „präsenzpflichtigen“ Beruf ausüben und von ihrem Arbeitgeber als unabkömmlich gelten. 

„Da der reguläre Kitabetrieb weiter untersagt ist, muss dieses Angebot aber weiterhin eine Notbetreuung bleiben und kann leider nicht für alle gelten. Wir sind uns der Belastung vieler Eltern sehr bewusst, aber wir müssen alle gemeinsam noch Geduld haben, bevor wir zur Normalität zurückkehren können. Der Gesundheitsschutz geht vor“, so die Kultusministerin in einem Schreiben. Aus Gründen des Infektionsschutzes werde die Erweiterung der Notbetreuung für Kinder deshalb nur einen begrenzten Personenkreis umfassen können. So müssten die Eltern eine Bescheinigung von ihrem Arbeitgeber vorlegen sowie bestätigen, dass eine familiäre oder anderweitige Betreuung nicht möglich ist.

Coronavirus: Notbetreuung in Kitas wird ausgeweitet.

Dabei ist derzeit noch nicht klar, welche Rolle kleine Kinder bei der Übertragung des Coronavirus spielen. Eine Studie der Uniklinik Heidelberg will jetzt klären, ob und wie schwer Kinder an Covid-19 erkranken. Dabei soll auch untersucht werden, ob Kinder andere mit dem Virus anstecken können.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Für welche Kinder gilt die erweiterte Notbetreuung?

Die erweiterte Notbetreuung in Baden-Württemberg wird ab dem 27. April eingerichtet für:

  • Kinder in Kindertageseinrichtungen und Tagespflegestellen
  • Schüler der Klassen 1 bis 4 an Grundschulen und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungzentren (SBBZ)
  • Schüler der Klassenstufen 5 bis 7 an weiterführenden Schulen und SBBZ

Ab sofort findest Du alle News und aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem neuen News-Ticker.

Coronavirus: Wo findet die Notbetreuung statt und mit wie vielen Kindern? 

Die Notbetreuung findet in der jeweiligen Einrichtung statt, die das Kind bereits vorher besuchte – jedoch in möglichst kleinen Gruppen. Die in der erweiterten Notbetreuung zulässige Gruppengröße beträgt bei Kitas und Schulen höchstens die Hälfte der üblichen Gruppe bzw. Klasse. Der Infektions- und Gesundheitsschutz hat immer Vorrang – deshalb kann die Kita-Leitung gemeinsam mit dem Einrichtungsträger die Größe der Gruppen reduzieren. In der Kindertagespflege sind Gruppen mit bis zu fünf Kindern in der Notbetreuung erlaubt. 

Wenn die Kapazitäten einer Kita nicht ausreichen, um für alle Kinder die Teilnahme an der erweiterten Notbetreuung zu ermöglichen, haben laut Kultusministerium die Kinder Vorrang, bei denen ein Elternteil in der kritischen Infrastruktur arbeitet und unabkömmlich ist, Kinder, deren Kindeswohl gefährdet ist sowie Kinder, die im Haushalt einer bzw. eines Alleinerziehenden leben.

An der Uniklinik in Heidelberg blieb der große Ansturm bisher aus. Seit März stehen hier ein Großteil der Intensivbetten leer, weshalb die Krankenhausleitung in eine „neue Normalität“ schreiten will. Bei Kindern verläuft eine Coronavirusinfektion oft symptomfrei. Jetzt wollen Forscher an der Universitätsmedizin Mannheim herausfinden, wie viele Kinder infiziert sind. Dabei bekommen sie prominente Unterstützung von Deutschlands bekanntestem Virologen, Christian Drosten.

kab

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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