Neue Regeln ab heute

Corona-Lockdown in Baden-Württemberg: Das ist noch erlaubt und geöffnet

Baden-Württemberg - Die Corona-Zahlen steigen rasant. Bund und Länder reagieren mit erneuten Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Das gilt ab dem 2. November:

  • Coronavirus in Baden-Württemberg: Aktuell gibt es 83.597 (+1.263) bestätigte Fälle und 2.030 (+2) Verstorbene (Stand: 1. November).
  • Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 116,3. (Stand 1. November).
  • Lockdown 2.0: Ab dem 2. November gelten verschärfte Maßnahmen und Regeln im Bundesland.

Update vom 2. November, 9 Uhr: Der Teil-Lockdown hat begonnen. Ab heute gelten in Baden-Württemberg bis zum 30. November verschärfte Maßnahmen im alltäglichen Leben. Hier noch einmal alle neuen Regeln der Corona-Verordnung für Baden-Württemberg im Überblick:

  • Kontakte: Treffen oder Feiern im privaten oder öffentlichen Raum mit maximal 2 Haushalten oder wenn alle miteinander verwandt sind. In allen Fällen gilt: höchstens 10 Personen.
  • Einzelhandel: Bleibt unter Hygieneauflagen geöffnet. Maximal ein Kunde auf 10 Quadratmetern Verkaufsfläche. Gesteuerter Zutritt, Warteschlangen sollen vermieden werden.
  • Gastronomie: Schank- und Speisegaststätten, Bars, Clubs, Kneipen aller Art werden geschlossen. Ausnahmen für Speisen zur Abholung oder Lieferung. Betriebskantinen bleiben unter Hygieneauflagen weiter geöffnet.
  • Kultur: Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind verboten. Kultur-, und Freizeiteinrichtungen (Theater, Kinos, Museen, etc.) werden geschlossen. Spielplätze im Freien dürfen genutzt werden.
  • Dienstleistungen: Kosmetik-, Tattoo- und Piercingstudios werden geschlossen. Medizinische Behandlungen (z.B. Physiotherapie, medizinische Fußpflege oder Massagen) sind möglich. Friseure und Sonnenstudios bleiben unter Hygieneauflagen geöffnet. Bordelle müssen schließen.
  • Sport: Öffentliche und private Sportstätten werden geschlossen (zum Beispiel Fitnessstudios, Tanzschulen, Sportvereine). Schimmbäder sind für Schul- und Studienbetrieb geöffnet. Sport alleine, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Haushaltes auf öffentlichen oder privaten Sportanlagen erlaubt. Spitzen- und Profisport ohne Zuschauer möglich. Sport auf weitläufigen Anlagen wie Golf- oder Tennisplätzen sowie Reitanlagen ist erlaubt. Auch Hundesport und Rehasport sind erlaubt.
  • Bildung und Betreuung: Alle Schulen und Kindergärten bleiben geöffnet. Weiterbildungseinrichtungen für theoretische Seminare bleiben geöffnet. Sportkurse oder ähnliches sind verboten.
  • Gesundheit und Soziales: Schutzvorkehrungen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen. Keine Isolation der Betroffenen. Übernahme der Kosten von regelmäßigen Corona-Schnelltests für Patienten und Besucher.
  • Religion und Todesfälle: Gottesdienste und Beerdigungen sind unter Hygieneauflagen erlaubt.
  • Arbeiten: Home Office überall dort, wo es möglich ist. Notwendige Geschäftstreffen im Rahmen des Arbeitsbetriebes möglich. Betriebe müssen Hygieneauflagen anpassen.
  • Reisen und Beherbergung: Verzicht auf private Reisen sowie Besuche von Verwandten; Keine überregionalen touristischen Ausflüge; Keine Busreisen zu touristischen Zwecken; Fahrgemeinschaften zur Schule oder Arbeit erlaubt; Übernachtungsangebote nicht für touristische Zwecke erlaubt; Dauercamping weiter erlaubt; Geschäftliche, notwendige Reisen und Übernachtungen erlaubt.

Das Sozialministerium Baden-Württemberg hat die Regeln während des Corona-Lockdowns noch einmal in einer Übersicht zusammengefasst.

Corona in Baden-Württemberg: Polizei sprengt dreiste Drogen-Party in Weinheim

Update vom 1. November, 11:30 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz ist in Baden-Württemberg am Samstag (Stand: 16:00 Uhr) nochmals deutlich gestiegen! Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner bei 123,3. Am Vortag hat der Wert bei 107 gelegen. Den höchsten Wert weist der Stadtkreis Pforzheim mit 177,0 auf. Damit ist die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vortag um 2048 Fälle gestiegen. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle steigt ebenfalls um 7 auf 2028. Als genesen gelten 55 616 Menschen – das sind 760 mehr als am Vortag.

Corona in Baden-Württemberg: Trotz Sperrstunde – Polizei sprengt dreiste Drogen-Party

Update vom 31. Oktober, 17:30 Uhr: In einer Gaststätte in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) hat die Polizei mehrere Gäste angetroffen, die am frühen Samstagmorgen noch Alkohol getrunken und keinen Mund-Nasen-Schutz getragen haben. Hinter dem Tresen soll, nach Angaben der Polizei, zudem eine Angestellte Alkohol ausgeschenkt haben – der Betreiber der Gaststätte sei nicht vor Ort gewesen. Die Polizei hat daraufhin das Lokal geschlossen und von sechs Anwesenden die Personalien aufgenommen. Wie viele Personen genau im Lokal gewesen sind, ist nicht bekannt. Alle Anwesenden müssen sich nun wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung des Landes, zu der auch eine Sperrstunde ab 23 Uhr gehört, verantworten. In einem Raum der Gaststätte haben Polizisten 16 Gramm der Droge Amphetamin gefunden. Wem die Drogen gehören, wird derzeit noch ermittelt. (dpa/esk)

Corona in Baden-Württemberg: Gastro, Kunst und Kultur kämpfen gegen Lockdown

Update vom 30. Oktober, 19:46 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist in Baden-Württemberg am Freitag im Vergleich zum Vortag um 2.838 Fälle gestiegen. Insgesamt haben sich damit mindestens 80.286 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt mitteilt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 12 auf 2.021. Als genesen gelten 54.856 Menschen - das sind 733 mehr als am Vortag.

Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 107 und damit mehr als doppelt so hoch wie die Schwelle von 50 für die höchste Warnstufe im Land. Am Vortag lag der Wert bei 99. Den höchsten Wert weist der Stadtkreis Pforzheim mit 155,6 auf. Insgesamt liegen 24 Stadt- und Landkreise über dem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Eine Liste aller Städte und Landkreise findest Du beim Sozialministerium Baden-Württemberg.

Corona-Fälle insgesamt80.286 (+2.838)
Corona-Fälle genesen54.856 (+733)
Corona-Fälle aktiv23.409
Todesfälle2.021 (+12)
7-Tage-Inzidenz107 (+8)

Corona in Baden-Württemberg: Gastro, Kunst und Kultur kämpfen gegen Lockdown

Update vom 30. Oktober, 10:45: Über 30 Oberbürgermeister und Bürgermeister aus ganz Baden-Württemberg haben sich zusammengetan und einen Brandbrief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann geschickt. Darin geht es um den kommenden Lockdown und die Schließung von Kultur, Kunst und Gastronomie. Bemängelt wird, dass einfach alles rigoros geschlossen wird, obwohl es andere Wege gebe. Damit würde „Bürgersinn, Zusammenhalt und Lebensgeist der Stadtgesellschaften“ beschädigt werden. In einem anderen Brief wenden sich Künstler direkt an die Bundesregierung und fordern, dass ihre Kunst als Lösung und nicht als Teil des Problems angesehen wird.

Update vom 30. Oktober: Baden-Württemberg nähert sich einem neuen Höchstwert. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 99 und könnte demnächst dreistellig werden. Insgesamt ist die Zahl der Corona-Fälle auf 77.448 gestiegen. Die Anzahl der Personen, die mit oder an Covid-19 gestorben sind, liegt nun bei 2.009. Am stärksten betroffen sind Stuttgart (5.264 Fälle), der Kreis Ludwigsburg (4.720 Fälle) und der Kreis Esslingen (4.715 Fälle).

Update vom 29. Oktober, 21:30 Uhr: Nach den Entscheidungen über weitere drastische Corona-Auflagen schlägt der Landesregierung eine Welle der Kritik aus Kultur, Wirtschaft und politischer Opposition entgegen. Dagegen verteidigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Beschlüsse. Er baut trotz der Kritik nach eigenen Angaben auf einen großen Rückhalt in der Bevölkerung: „In Wirklichkeit wissen wir aus Umfragen: Es sind nur 12 Prozent, die die Maßnahmen für zu scharf halten“, sagt der Regierungschef am Donnerstag dem Südwestrundfunk (SWR). „Fast 30 Prozent halten sie nicht für scharf genug.“

Es komme nun auf das Verhalten der Menschen an, so Kretschmann. Die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin hätten zwar die Beschlüsse gefasst. „Aber ohne, dass die Bevölkerung auch mitmacht und sich auch daran hält, können wir die Welle nicht brechen.“ Bereits in einer ersten Erklärung am Vorabend hatte der Grünen-Politiker eindringlich gemahnt, die zeitlich befristeten Einschränkungen so bald wie möglich umzusetzen. „Glauben Sie mir, es kommt auf jeden Tag an“, sagte er. „Es geht jetzt um Schnelligkeit, es geht um Entschlossenheit und Konsequenz.“

Coronavirus in Baden-Württemberg: Die aktuellen Zahlen von Donnerstag

In Baden-Württemberg haben sich nach jüngsten Zahlen insgesamt 77.448 Menschen mit dem Coronavirus infiziert - 2.311 mehr als am Mittwoch. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen steigt dabei um 10 auf 2.009. Das teilt das Landesgesundheitsamt am Donnerstag mit. Im Schnitt haben sich in den vergangenen sieben Tagen 99 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt. Von den 44 Stadt- und Landkreisen liegen 42 Meldekreise über dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen.

BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner11,07 Millionen
Stadt/Landkreise44

Corona in Baden-Württemberg: Die Zahlen von Mittwoch

Update vom 29. Oktober, 9:40 Uhr: In ganz Baden-Württemberg ist die Zahl der Corona-Infektionen auf 75.137 gestiegen – das sind 2.402 als am Tag zuvor. Zudem sind 14 weitere Menschen mit Covid-19 gestorben. Insgesamt sind es nun 1999 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Die 7-Tage-Inzidenz ist auf 95,9 gestiegen. Am stärksten betroffen sind Stuttgart (5.130 Fälle), der Kreis Esslingen (4.649 Fälle) und der Kreis Ludwigsburg (4.622 Fälle).

Corona in Baden-Württemberg: Lockdown 2.0 – diese Einschränkungen gelten ab Montag

Update vom 28. Oktober, 20 Uhr: Ganz Deutschland muss im November die Zähne zusammenbeißen. Wegen der rasant ansteigenden Corona-Infektionszahlen haben Bund und Länder in einer Videoschalte massive Einschränkungen im öffentlichen Leben beschlossen. Mit strengen Kontaktbeschränkungen und dem Herunterfahren von Freizeitaktivitäten wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten die zweite Corona-Welle in Deutschland brechen. Diese Maßnahmen sollen ab dem 2. November bis Ende des Monats gelten:

  • Kontaktbeschränkung: Der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur noch maximal zwei Hausständen mit maximal 10 Personen gestattet. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen und in Wohnungen gelten als inakzeptabel.
  • Private Reisen: Bürger*innen werden dazu aufgefordert auf private Reisen und Verwandtenbesuche zu verzichten. Das gilt sowohl für das Inland, als auch für überregionale touristische Ausflüge. Hotelübernachtungen sollen im November nur noch für notwendige und nicht für touristische Zwecke erlaubt werden.
  • Veranstaltungen die der Unterhaltung dienen, sollen einen ganzen Monat lang untersagt werden. Sportveranstaltungen im Profibereich sollen ohne Zuschauer stattfinden.
  • Freizeiteinrichtungen: Kinos, Theater, Opern- und Konzerthäuser, Museen, Messen, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Thermen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Nicht erlaubt ist auch der Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen.
  • Gastronomie: Restaurants, Gaststätten, Bars, Kneipen, Cafés Diskotheken, Clubs und ähnliche Einrichtungen müssen bis Ende November geschlossen bleiben. Die Abholung und Lieferung von Speisen und der Betrieb von Kantinen bleibt erlaubt.
  • Körpernahe Dienstleistungen: Kosmetik- und Massage- und Tattoostudios müssen schließen. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Ergo, Physio und Logotherapie und die Fußpflege bleiben weiter erlaubt. Auch Friseure dürfen weiterhin geöffnet bleiben.
  • Läden und Geschäfte: Im Gegensatz zum umfassenden Lockdown im Frühjahr bleibt der Groß- und Einzelhandel unter Auflagen zur Hygiene weiterhin geöffnet. In den Geschäften darf sich jedoch nur ein Kunde pro 10 Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten.
  • Schulen und Kitas bleiben weiterhin geöffnet.

Update vom 28. Oktober, 16:30 Uhr: Bund und Länder sollen sich auf eine Schließung von gastronomischen Betrieben wie Restaurants, Cafés und Bars geeinigt haben. Davon ausgenommen sind die Lieferung und das Abholen von Speisen für den Verzehr zu Hause. Auch Kantinen dürfen weiterhin offen bleiben dürfen. Unterhaltungsveranstaltungen und Freizeiteinrichtungen sollen bundesweit untersagt beziehungsweise geschlossen werden. Auch Kinos, Theater sowie Opern- und Konzerthäuser sollen bis Ende November schließen. Die Regelung betrifft auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb, Individualsport soll ausgenommen werden.

Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Kosmetikstudios und Massagepraxen sollen ebenfalls zu machen, Physiotherapie darf jedoch weiterhin angeboten werden. Offen bleiben sollen Schulen, Kitas sowie Groß- und Einzelhandel. Allerdings muss sichergestellt werden, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhält.

Update vom 28. Oktober, 16:10 Uhr: Laut dpa-Informationen sollen sich Bund und Länder auf eine vorübergehende Schließung aller gastronomischen Betreibe ab dem 2. November geeinigt haben. Auch in Bereich Profisport soll es Einschränkungen geben: So sollen keine Zuschauer mehr zu den Wettkämpfen zugelassen werden – auch nicht in der Bundesliga.

Corona in Baden-Württemberg: Kontaktbeschränkung ab 2. November

Update vom 28. Oktober, 15:50 Uhr: Wie die Bild-Zeitung erfahren hat, sollen die geplanten Corona-Maßnahmen der Bundesregierung schon früher in Kraft treten als gedacht. Der landesweite Lockdown soll schon am Montag, 2. November beginnen und vorerst bis Ende November befristet sein. Außerdem sollen sich die Bundeskanzlerin und die Länderchefs auf harte Kontaktbeschränkungen geeinigt haben. So sollen sich ab dem 2. November im Freien nur Angehörige zweiter Hausstände treffen dürfen. Die Zahl wird auf maximal 10 beschränkt. Die Bundesbürger sollen wenn möglich auf unnötige Reisen und auf Verwandtenbesuche verzichten.

Update vom 28. Oktober: Am Mittwoch diskutieren Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten der Länder über weitere Corona-Verschärfungen. In einer Beschlussvorlage, die der Bild-Zeitung vorliegt, wird zwar das Wort „Lockdown“ nicht benutzt, aber die möglichen Maßnahmen fahren das Leben wieder extrem runter. Diese sollen den ganzen November bundesweit gelten. Unter anderem werden diese Regeln genannt:

  • Kontaktbeschränkung: Nur noch zwei Haushalte in der Öffentlichkeit erlaubt.
  • Hotellerie: Touristischen Übernachtungen verboten.
  • Gastronomie: Bars, Kneipen und Gaststätten müssen schließen.
  • Freizeit: Spielhallen, Kinos, Freizeitparks, Theater, Opern, Konzerthallen, Bordelle müssen schließen.
  • Sport: Sportanlagen, Schwimmbäder und Fitnessstudios dürfen nicht öffnen.
  • Profisport: Keine Zuschauer mehr im Stadion – auch nicht in der Bundeliga
  • Dienstleistungen im Bereich Körperpflege müssen geschlossen werden (ausgenommen Friseur und Physiotherapeut)
  • Einzelhandel: Personenbeschränkung von einem Kunden pro 25 Quadratmeter Verkaufsfläche.
  • Schulen und Kitas dürfen offen bleiben.

Corona in Baden-Württemberg: Innenminister schockt mit Lockdown-Aussage – „Alles zumachen“

Meldung vom 27. Oktober: Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl hat sich am Dienstag, 27. Oktober, gegenüber dem Nachrichtenportal „The Pioneer“ bei einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionszahlen für einen einwöchigen Kurz-Lockdown in Deutschland ausgesprochen. „Wenn die Zahlen sich weiter so entwickeln, dann müssen wir Maßnahmen in den Blick nehmen, etwa, dass wir auch einmal für eine Woche alles dicht machen, dass von Freitag bis Sonntag die Woche drauf gar nichts mehr geht“, so Strobl.

Mit diesem Kurz-Lockdown, der auch Schulen, Kitas und den Grenzverkehr betreffen würde, könne man seiner Meinung nach das Corona-Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg und in ganz Deutschland zum Stillstand bringen. Der Vorteil dieser Maßnahme läge in seiner zeitlichen Begrenzung, so der CDU-Bundesvorsitzende. Sogar ein Weihnachtsgeschäft und eine gemeinsame Weihnachtszeit mit der Familie seien dann wieder möglich.

Coronavirus: Innenminister Strobl erntet Kritik für seinen Kurz-Lockdown-Vorschlag

Mit seinem Vorschlag stößt der baden-württembergische Innenminister am Dienstag auf Wiederstand. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz spricht von einem „medialen Schnellschuss“ des Ministers. „Gerade in einer solch krisenhaften Situation sollte man sich erst in den Gesprächen äußern“, sagt Schwarz der dpa. Die FDP warnt vor einem Lockdown: „Das hätte fatale Folgen für unsere Wirtschaft“, so Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. Für den rechtspolitischen Sprecher der Fraktion, Nico Weinmann, wäre eine Schließung von Schulen, Kitas, Gastronomie, Einzelhandel und den Grenzen nicht verhältnismäßig und wahrscheinlich verfassungswidrig. „Er wird vor den Gerichten kaum Bestand haben“, so Weinmann.

Kopfschütteln gibt es auch bei der SPD: „Offensichtlich hat der Innenminister überhaupt nichts aus den folgenschweren Grenzschließungen im Frühjahr gelernt“, kritisiert Fraktionschef Andreas Stoch. „Das Virus kennt keine Grenze und überträgt sich auch nicht von Nation zu Nation.“ Allerdings schließt Stoch einen zeitlich befristeten Lockdown auch nicht aus: „Er darf nur das allerletzte Mittel der Wahl sein“, sagte er weiter. „Es müsste vorab geklärt und klar kommuniziert werden, wie die einschneidenden Folgen abgefedert werden können.“

Corona in Baden-Württemberg: Innenminister Thomas Strobl verteidigt seinen „Kurz-Lockdown“-Vorschlag

Nachdem Politiker von FDP, SPD, Grünen und auch CDU skeptisch bis ablehnend auf diesen Vorschlag reagiert haben, verteidigt Strobl seinen Vorschlag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Es gehört zur Vorsorge in der Pandemie, bereits jetzt Szenarien zu entwerfen und sich vorzubereiten“, sagt er der dpa. „Wir brauchen einen Blick in den Werkzeugkasten der Pandemie-Bekämpfung [...] Falsch wäre sicher, es einfach laufen zu lassen.“

Sollte sich die Zahl der Corona-Infizierten weiter so entwickeln wie in den vergangenen Tagen, komme das Land um weitere Maßnahmen definitiv nicht herum. „Eine Maßnahme aus dem Instrumentenkasten kann ein zeitlich eng begrenzter Lockdown sein“, sagt Strobl. „Das bedeutet: zeitlich sehr eng begrenzt, für eine gute Woche alles zumachen und schließen und damit die Kontakte maximal reduzieren.“ Natürlich sei es besser, die Corona-Pandemie auch mit weniger harten Maßnahmen in den Griff zu bekommen.

Überblick zu aktuellen Corona-Zahlen in Baden-Württemberg

(Quelle: Landesgesundheitsamt Stuttgart, Stand: 28. Oktober, 16 Uhr)

Coronavirus: Bund und Länder beraten am Mittwoch über weiteres Vorgehen

Angesichts steigender Infektionszahlen im ganzen Land beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch, 28. Oktober, in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beraten. Laut Medienberichten will das Kanzleramt bei der Bund-Länder-Schalte für einen erneuten Lockdown werben. Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr sollen Schulen, Kitas und der Einzelhandel jedoch offen bleiben.

Unter einem Lockdown versteht man weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Zur Bekämpfung der ersten Corona-Welle im Frühjahr hatten Bund und Länder beschlossen, Gaststätten, Läden, Dienstleister, Schulen und Kitas zu schließen sowie Kultur- und Sporteinrichtungen für die Öffentlichkeit zu sperren. Auch Zusammenkünfte in Kirchen oder in Sportvereinen und Ansammlungen von mehr als zwei Personen unterschiedlicher Haushalte waren über mehrere Wochen untersagt.

Coronavirus in Deutschland: Zwei Drittel rechnen mit erneutem Lockdown

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur glauben 63 Prozent, dass ein neuer Lockdown kommen wird, 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machen dazu keine Angaben. 51 Prozent der Befragte des „Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin“ sind der Meinung, dass die aktuellen Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie angemessen sind. Das sind acht Prozent weniger als noch Anfang Oktober. Für 32 Prozent der Befragten gehen die geltenden Einschränkungen nicht weit genug, 15 Prozent halten sie für übertrieben. (kp mit dpa)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe / dpa

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