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Corona in Baden-Württemberg: Kretschmann fordert „scharfen“ Lockdown nach Weihnachten

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Von: Robin Eichelsheimer

Corona in Baden-Württemberg: Anhaltend hohe Infektionszahlen – und kein Ende in Sicht. Der Lockdown wird immer wahrscheinlicher.

Stuttgart - Statt der erhofften Rückgänge der hohen Infektionszahlen durch das Coronavirus in Baden-Württemberg infolge des Teil-Lockdowns Anfang November ist genau das Gegenteil der Fall. Vom Ziel, die Inzidenz unter den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über eine Woche zu drücken, ist Baden-Württemberg - genau wie der Rest Deutschlands - meilenweit entfernt.

In Baden-Württemberg liegt die 7-Tage-Inzidenz derzeit (Stand: 8. Dezember) bei rund 152. Nicht nur, dass alle der insgesamt 44 Stadt- und Landkreise über dem kritischen Grenzwert von 50 liegen, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt – in gleich acht davon wurde inzwischen sogar die kritische Marke von 200 überschritten. Darunter Mannheim, Pforzheim, Heilbronn und die Landkreise Tuttlingen, Calw und Lörrach, die nun als Corona-Hotspots gelten.

BundeslandBaden-Württemberg
HauptstadtStuttgart
Einwohner11,07 Millionen (2019)

Die baden-württembergische Landesregierung hat in Umsetzung der Beschlüsse der Ministerpräsident*innen vom 25. November 2020 strengere Corona-Regeln für Hotspots beschlossen. Am Freitag (4. Dezember) erging ein entsprechender Erlass an die Kommunen. Dieser beinhaltet unter anderem das Verbot von Veranstaltungen und eine nächtliche Ausgangssperre, die noch am gleichen Tag in Mannheim verhängt wurde, teilweise sogar eine ganzstätige bei einer Inzidenz von über 300.

Angesichts des weiterhin äußerst dynamischen Infektionsgeschehens stellt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann nun das Mittel in Aussicht, das die Bundesregierung eigentlich unbedingt vermeiden wollte: einen harten Lockdown und somit das komplette Stillegen des öffentlichen Lebens.

Corona in Baden-Württemberg: Harter Lockdown schon nach Weihnachten? Kretschmann mit klarer Haltung

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann drängt angesichts steigender Corona-Infektionszahlen auf drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Im Rahmen einer Kabinettssitzung am Dienstag (8. Dezember) in Stuttgart sagte er, dass man so nicht weitermachen könne, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfahren haben will.

Ein scharfer Lockdown nach den Weihnachtstagen rückt näher“, sagte Kretschmann Teilnehmern zufolge. Die Lage in Baden-Württemberg sei „höchst gefährlich“.


Damit stimme Kretschmann den Überlegungen des Bundes zu, schon bald härtere Maßnahmen zu ergreifen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich ebenfalls knallhart: „Wir werden den Winter ohne zusätzliche Maßnahmen nicht durchstehen können. Vor Weihnachten muss noch entschieden werden“, wird Merkel in der BILD zitiert. Dem Bericht zufolge könnte zwischen dem 27. Dezember und dem 3. Januar oder 10. Januar ALLES - mit Ausnahme von Supermärkten -geschlossen werden. Kanzlerin Merkel will sich noch diese Woche mit den Ministerpräsidenten zusammen setzen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise in Deutschland zu entscheiden.

Corona in Baden-Württemberg: Neben Lockdown auch härtere Maßnahmen ab Inzidenzwert von 300 möglich

Kretschmann soll in der Sitzung auf die aktuellen Infektionszahlen und den sogennannten R-Wert hingewiesen haben, der den dritten Tag in Folge wieder über 1 liege. Das Wachstum der Corona-Infektionszahlen könnte exponentiell sein.

Der Grünen-Politiker soll Teilnehmern zufolge auch besonders harte Corona-Maßnahmen ab einem Inzidenzwert von 300 in den Raum geworfen haben. Wie diese dann konkret aussehen könnten, wurde nicht übermittelt.

Corona in Baden-Württemberg: Streit um Lockdown – nicht alle Ministerpräsidenten wollen mitziehen

Es gilt aktuell als unwahrscheinlich, dass Baden-Württemberg im Alleingang einen harten Lockdown für die Zeit nach den Weihnachtstagen beschließt. Vor allem in den südlichen Bundesländern mehren sich die Forderungen, das öffentliche Leben noch stärker einzuschränken als bislang. Im Norden hingegen werden auch kritische Stimmen laut, nicht alle Länderchefs halten einen harten Lockdown für notwendig.

Kretschmann plädierte am Dienstag erneut dafür, dass Bund und Länder noch vor Weihnachten zusammenkommen, um mögliche weitere Corona-Maßnahmen zu besprechen. Der geplante Termin am 4. Januar sei dafür zu spät. (rob mit dpa)

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