Aktuelle Entwicklungen

Corona-Krise in Baden-Württemberg: Hotels dürfen wieder vollständig öffnen

Baden-Württemberg - Neueste Entwicklungen und die aktuellen Fallzahlen zur Corona-Pandemie in unserem News-Ticker: 

  • Coronavirus in Baden-Württemberg: 34.367 Infizierte, 1.696 Tote – 30.995 Personen genesen (Stand: 23. Mai) 
  • Die Landesregierung hat ab dem 18. Mai weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen beschlossen.
  • Am Rande der Corona-Demo in Stuttgart kommt es zu Auseinandersetzungen.
  • Restaurants und Cafés in Baden-Württemberg ab sofort wieder geöffnet.
  • RKI startet Corona-Studie im baden-württembergischen Kupferzell
  • Milliarden-Hilfspaket für Baden-Württemberg beschlossen.

+++ NEWS-TICKER AKTUALISIEREN +++

Update vom 24. Mai, 11:41: Rechtzeitig vor den Pfingstferien in Baden-Württemberg haben Hotels, Pensionen und andere Unterkünfte nach der unfreiwilligen Corona-Pause grünes Licht bekommen: Ab dem 29. Mai dürfen sie vollständig wieder öffnen. Eine entsprechende Verordnung für sogenannte Beherbergungsbetriebe, zu denen auch Ferienwohnungen, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze zählen, hat der Ministerrat beschlossen und veröffentlicht, wie das Wirtschaftsministerium mitgeteilt hat. 

Mit der Öffnung von Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätzen machen wir einen weiteren wichtigen Schritt zum Wiederaufleben des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in Baden-Württemberg", sagt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) appelliert an die Gäste, die Hygiene- und Abstandsregelungen konsequent einzuhalten. Tourismusminister Guido Wolf schaut bereits nach vorne und fordert nun auch eine Perspektive für die Bäder. „Aus meiner Sicht sind hierzeitnahe Wiedereröffnungen mit Abstands- und Hygieneregeln vertretbar und auch geboten", sagt der CDU-Minister der Deutschen-Presse Agentur. Zunächst könnten Hotelbäder und Freibäder sowie Außenbereiche geöffnet werden, in einem zweiten Schritt im Laufe des kommenden Monats die übrigen Hallenbäder, sagt Wolf am Sonntag. 

Bereits seit dem 18. Mai durften im Südwesten Wohnmobilstellplätze, Campingplätze und Ferienwohnungen öffnen - allerdings mussten Sanitärbereiche und andere Gemeinschaftseinrichtungen geschlossen bleiben. Die nun beschlossene Verordnung gilt laut Regierung für alle Beherbergungsbetriebe mit Gemeinschaftseinrichtungen. Darin ist etwa ein Mindestabstand unter den Gästen vorgeschrieben. Zudem sollen alle Personen ab sechs Jahren an der Rezeption, aber auch in Fluren, Treppenhäusern und auf „sonstigen Verkehrsflächen" eine Maske tragen. 

Außerdem heißt es unter anderem: „Der Kontakt und die Kommunikation der Beschäftigten mit den Gästen ist auf ein notwendiges Mindestmaß zu beschränken." Die Zimmer können gemäß der neuen Verordnung mit bis zu fünf Menschen aus unterschiedlichen Haushalten oder mit beliebig vielen Personen aus demselben Haushalt belegt werden. Auch zur Reinigung der Zimmer oder des Geschirrs gibt es Vorgaben. Die Übernachtungs- und Gästezahlen in Baden-Württemberg waren im März nach Angaben des Statistischen Landesamtes so stark eingebrochen wie nie zuvor. Laut Statistik lag der Rückgang bei mehr als 60 Prozent.

Die Zahlen der Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg auf einen Blick:

Stadt/Landkreis

Infizierte

Todesfälle

Alb-Donau-Kreis

627

21

Baden-Baden (Stadtkreis)

184

19

Biberach

576

33

Böblingen

1.330

44

Bodenseekreis

289

8

Breisgau-Hochschwarzwald

1.120

65

Calw

732

24

Emmendingen

513

40

Enzkreis

631

17

Esslingen

1.799

107

Freiburg im Breisgau (Stadtkreis)

958

76

Freudenstadt

567

37

Göppingen

776

40

Heidelberg (Stadtkreis)

292

7

Heidenheim

510

39

Heilbronn

937

38

Heilbronn (Stadtkreis)

431

16

Hohenlohekreis

766

44

Karlsruhe

955

74

Karlsruhe (Stadtkreis)

383

11

Konstanz

463

14

Lörrach

664

57

Ludwigsburg

1.737

71

Main-Tauber-Kreis

397

10

Mannheim (Stadtkreis)

477

10

Neckar-Odenwald-Kreis

433

22

Ortenaukreis

1.198

114

Ostalbkreis

1.324

31

Pforzheim (Stadtkreis)

369

8

Rastatt

516

16

Ravensburg

557

7

Rems-Murr-Kreis

1.544

80

Reutlingen

1.516

70

Rhein-Neckar-Kreis

947

37

Rottweil

674

25

Schwäbisch Hall

854

57

Schwarzwald-Baar-Kreis

548

27

Sigmaringen

777

33

Stuttgart

1.450

59

Tübingen

1.280

55

Tuttlingen

498

20

Ulm (Stadtkreis)

279

5

Waldshut

304

35

Zollernalbkreis

1.185

73

insgesamt

34.367 Infizierte

1.696 Todesfälle 

(Stand: 23. Mai)*

*Aufgrund des Meldeverzugs zwischen Bekanntwerden neuer Fälle vor Ort und der Übermittlung ans Ministerium, kann es zu deutlichen Abweichungen zu den kommunalen Gesundheitsämtern kommen.

Nach Corona-Verstoß in Thüringen: Bleibt in Baden-Württemberg das Kontaktverbot bestehen?

Update vom 23. Mai, 14:40 Uhr: Es ist die überraschende Nachricht am Samstag: Thüringen will Anfang Juni die Corona-Beschränkungen beenden. Das bedeutet, dass es dort keine Maskenpflicht mehr gegeben wird und auch die Abstandsregeln sowie das Kontaktverbot werden abgeschafft.

Doch wie sieht es in Baden-Württemberg aus? Geht das Bundesland auch diesen großen Schritt? 

Die Länder sind sehr unterschiedlich vom Virus betroffen, was im gewissen Rahmen auch zur unterschiedlichen Handhabung der Maßnahmen führt", sagt ein Sprecher der Landesregierung am Samstag. FürBaden-Württemberg kämen aktuell solche Pläne nicht in Betracht.Wir lockern die Maßnahmen stetig, aber Schritt um Schritt und mit Umsicht", sagt der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Zum Vergleich: In Baden-Württemberg gibt es noch über 1.800 aktive Fälle. In Thüringen nur noch 640. 

Corona Baden-Württemberg: Strobl warnt: Rechtsextremisten nutzen Corona-Demos aus

Update vom 23. Mai, 12:14 Uhr: Nach Einschätzungen des Innenministers Thomas Strobl versuchen Rechtsextremisten die Corona-Demos auszunutzen. „Die Gefahr besteht zweifellos", sagt der CDU-Politiker den "Badischen Neuesten Nachrichten". Er zeigt zwar erneut Verständnis für Kritik an den Beschränkungen, die „zum allergrößten Teil" aber von den Menschen in Baden-Württemberg akzeptiert würden. 

Strobl warnt die Teilnehmer der Proteste allerdings auch davor, sich vereinnahmen zu lassen. „Bei diesen Demonstrationen sind neben ganz normalen Bürgerinnen und Bürgern eben auch Extremisten, Antisemiten und Verschwörungstheoretiker unterwegs, die den demokratischen Rechtsstaat verunglimpfen, leugnen, diskreditieren", sagte der Innenminister. „Das muss man wissen, wenn man auf eine solche Demonstration geht." Diese Kräfte versuchen, „die Naiven zu instrumentalisieren". Extremisten, Antisemiten und Verschwörungstheoretikern dürfe nicht die Deutungshoheit überlassen werden, fordert Strobl. 

Corona Baden-Württemberg: Haben wir es bald geschafft? So viele Menschen sind gesund

Update vom 22. Mai, 20:20 Uhr: Die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg steigt um 98 auf 34.310. Davon sind aber bereits 30.780 Personen gesund, somit sind 89 Prozent wieder genesen. Die Zahl der Todesfälle steigt auf 1.692. Das sind acht mehr als am Vortag. 

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,57 angegeben. 

Bundesland

Baden-Württemberg

Bevölkerung

11,07 Millionen (2019)

Hauptstadt

Stuttgart

Sehenswürdigkeiten

Schloss Heidelberg, Europa-Park, Mercedes-Benz-Museum, Ulmer Münster

Hochschulen und Universitäten

Heidelberg, Freiburg, Tübingen, Ulm, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart, Hohenheim, Konstanz

Update vom 22. Mai, 16:50 Uhr: Wegen Corona bleiben die Freibäder trotz Traum-Wetter geschlossen. Erst ab Pfingsten dürfen Schwimmkurse wieder stattfinden. Wann die Schwimm- und Freibäder aber wieder für die Badegäste geöffnet haben, ist noch unklar. In Karlsruhe hat nun aber ein Freibad wieder geöffnet – allerdings nur für Leistungsschwimmer. 

Update vom 22. Mai, 10:30 Uhr: Die Lage für Eltern in Baden-Württemberg bleibt aufgrund der Corona-Krise weiter angespannt – doch um zumindest ein wenig Abhilfe zu verschaffen, will das Land auch in den Pfingstferien, die am 2. Juni starten und zwei Wochen lang dauern, die Notbetreuung für Schulkinder anbieten. Darüber berichtete Kultusministerin Susanne Eisenmann am Freitag in Stuttgart. Die CDU-Politikerin, die in den vergangenen Wochen aufgrund der Kommunikation und den damit geschürten Erwartungen rund um die schrittweise Erweiterung der Kita-Betreuung massiv in die Kritik geraten war, sei sich bewusst, was Schulleiter und Lehrer in Baden-Württemberg in den zurückliegenden Wochen alles geleistet hätten. „Gemeinsam haben sie die Notbetreuung an den Schulen auf die Beine gestellt, eine reibungslose Wiederaufnahme des Unterrichts und die Durchführung der Abschlussprüfungen ermöglicht. Dafür bin ich allen sehr dankbar“, so Eisenmann. Die Betreuung wird von den Schulen freiwillig angeboten.

Corona in Baden-Württemberg: Infektionszahlen stimmen positiv

Update vom 22. Mai: In Baden-Württemberg haben sich inzwischen nachweislich 34.212 Menschen mit dem Coronavirus infiziert – das haben die aktuellen Zahlen des Sozialministerium ergeben. Das entspricht 82 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 stieg um 5 auf 1.684. 30.586 Personen sind mittlerweile wieder genesen, in Baden-Württemberg gibt es derzeit noch 1.942 aktive Fälle

Zwei Zahlen machen außerdem Hoffnung: Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen lag im landesweiten Schnitt bei 3,3 je 100.000 Einwohner, außerdem wird die Reproduktionszahl vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit  R 0,57 angegeben, was bedeutet, dass ein mit dem Sars-CoV-2-Erreger Infizierter weit weniger als eine weitere Person ansteckt.

Corona in Baden-Württemberg: Milliarden-Hilfspaket beschlossen

Update vom 21. Mai, 11:53 Uhr: Das Land Baden-Württemberg nimmt erneut viel Geld in die Hand, um die angeschlagene Wirtschaft im Südwesten auf die Sprünge zu helfen. Das zweite Corona-Hilfspaket umfasst 1,5 Milliarden Euro, von dem Busunternehmer, Hotels und Gastronomie am meisten profitieren werden. „Damit tun wir alles, dass Baden-Württemberg gut durch die Krise kommt. Wir sichern Existenzen, vermeiden Firmenpleiten und schützen Arbeitsplätze“, sagt Kretschmann am Mittwoch (20. Mai) in Stuttgart.

Mit knapp der Hälfte des Geldes will die Landesregerung betroffene Unternehmen branchenunabhängig helfen, vor allem den kleinen und mittleren Unternehmen. „Der Mittelstand ist Herzmuskel, Motor und Rückgrat der Wirtschaft - hier ist es richtig, dass wir investieren“, sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart. Insgesamt 330 Millionen Euro soll der Gastronomie und Hotels zukommen. Dahingehend betont Kretschmann, dass diese Branchen die verlorenen Umsätze nicht aufholen können und daher besonders auf die Hilfen angewiesen sind. „Ein Auto kann ich später kaufen, aber ich kann die Schnitzel nicht essen, die ich während der Schließung der Lokale nicht essen konnte“, erklärt der Ministerpräsident.

Weitere 200 Millionen sind für die Busunternehmen im öffentlichen Personennahverkehr und 40 Millionen sind ausschließlich für die Bustouristik reserviert. Auch die Kunst und Kultur Branche wird erstmalig explizit benannt: Diese soll 40 Millionen Euro in Corona-Hilfen erhalten.

Corona in Baden-Württemberg: Zoll kommt Masken-Betrügern auf die Schliche

Update vom 20. Mai, 20:55 Uhr: Das Sozialministerium Baden-Württemberg gibt die neuen Fallzahlen bekannt. Seit Dienstag gibt es 59 neue Fälle. Damit steigt die Zahl der Infizierten auf insgesamt 34.130. Davon sind bereits 30.384 Personen wieder gesund. Laut Einschätzung des Ministerium gibt es im Land noch 2.067 aktive Fälle. Die Zahl der Todesfälle steigt um 6 auf 1.679. Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,65 angegeben. Der 7-Tage-Inzidenz liegt bei 3,5.

Corona in Baden-Württemberg: Zoll kommt dreisten Masken-Betrügern auf die Schliche 

Update vom 20. Mai, 20:30 Uhr: Im Zusammenhang mit der weltweiten Corona-Pandemie ist der Bedarf an Schutzausrüstung, wie Mund-Nasen-Schutzmasken, auch in Deutschland stark angestiegen. Nun sind deutsche Mediziner und Bürger auf entsprechende Güter aus dem Ausland abhängig. Ausgerechnet für Unternehmen aus dem Land, indem das Coronavirus erstmals aufgetreten ist, entwickelt sich dieser Umstand zu einem lohnenden Geschäft – denn China gilt nicht erst seit Gestern als Werkbank der globalisierten Welt. Seit einiger Zeit versuchen sich Kriminelle aus China den Mangel an Masken in Europa offenbar zunutze zu machen.  

Das ruft den Zoll auf den Plan: Beschäftigte des Zollamts Heilbronn haben am 12. Mai die Einfuhr 750.000 minderwertiger Masken verhindern können, indem sie Zweifeln an deren Schutzklasse nachgingen.

In einem Sack liegen Pakete mit sichergestellten Schutzmasken (Symbolbild).

Die Großlieferung in 375 Kartons mit insgesamt 15.000 Boxen von Verpackungseinheiten zu je 50 Stück sind mit einem Warenwert von fast 200.000 Euro zur Verzollung angemeldet worden. Der Einführer hatte die Ware in China als hochwertige FFP2-Masken bestellt und dem Zoll als Mundschutzmasken angemeldet. Nach Kontaktaufnahme und Austausch mit dem Regierungspräsidium Tübingen ist die Überlassung der Importware ausgesetzt worden.

Der Einführer kann die Masken mit minderwertiger Schutzfunktion nun nur noch als Alltags- bzw. Behelfsmasken vertreiben. Die vom Lieferanten unzulässigerweise angebrachte CE-Kennzeichnung muss der Einführer dazu jedoch entfernen, da die Masken auch die Voraussetzungen der Medizinproduktrichtlinie der EU für sogenannte Mund-Nasen-Schutzmasken nicht erfüllen.

Baden-Württemberg: RKI startet Studie – an diesem Corona-Hotspot

Update vom 20. Mai, 11:20 Uhr: In Kupferzell, einem der sogenannten Corona-Hotspots in Baden-Württemberg, sollen rund 2.000 der knapp 6.000 Einwohner befragt und getestet werden. Der Ort ist einer von vier Schwerpunkten der Studie „Corona Monitoring lokal“ des Robert-Koch-Instituts (RKI), die am Dienstag vorgestellt wurde. Die Wissenschaftler sehen ihre Forschung in Kupferzell und weiteren Corona-Hotspots als Ergänzung zur sogenannten Heinsberg-Studie. In Kupferzell hatten sich Anfang März 82 Menschen bei einem Konzert mit dem Coronavirus angesteckt. In den folgenden Wochen wurden 112 Bewohner positiv getestet, drei von ihnen starben. 

Baden-Württemberg: Corona-Hilfspaket in Höhe von 1,5 Milliarden Euro beschlossen

Update vom 20. Mai, 10:25 Uhr: Die baden-württembergische Haushaltskommission hat am Dienstagabend (19. Mai) ein zweites Corona-Hilfspaket für die Wirtschaft im Südwesten beschlossen. Dieses beträgt in der Summe 1,5 Milliarden Euro – rund die Hälfte davon soll an die von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen fließen. Darin enthalten sei auch eine Liquiditätsbrücke für kleine und mittlere Unternehmen. 330 Millionen Euro sollen der Gastronomie und Hotellerie zukommen, 200 Millionen Euro gehen an Busunternehmen. Bei dem Hilfspaket werden auch Kunst, Kultur und Vereine berücksichtigt, heißt es von Seiten der Fraktionsvorsitzenden von Grünen und CDU, Andreas Schwarz und Wolfgang Reinhart.

Überdies soll mit einer Summe von 65 Millionen Euro sichergestellt werden, dass alle Schüler in Baden-Württemberg einen Laptop oder ein Tablet zur Verfügung haben.

Corona in Baden-Württemberg: Frühwarnsystem für Neuinfektionen geplant – alle Infos

Update vom 20. Mai, 7:25 Uhr: Bei der Konferenz von Bund und Ländern am 6. Mai wurde beschlossen, dass in Landkreisen ab einem Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern verschärfte Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen – wenn nötig auch mittels einer Ausgangsbeschränkung. Das war bislang in keinem der Landkreise in Baden-Württemberg der Fall, dennoch plant das Land ein neues Frühwarnsystem für Corona-Neuinfektionen und hat dazu ein Konzept zur Bekämpfung des Coronavirus auf Landkreisebene vorgelegt.

Demnach soll ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen in Baden-Württemberg die „Alarmstufe gelb“ gelten, so ein Regierungssprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Sobald diese Vorwarnstufe erreicht wird, sollen die Behörden das Infektionsgeschehen im betroffenen Landkreis genau beobachten, die Bevölkerung weiter sensibilisieren und die Corona-Tests ausweiten. Nach Angaben des Sprechers hat die grün-schwarze Landesregierung das Konzept zur Kenntnis genommen. Es soll an die Landkreise und kreisfreien Städte weitergeleitet werden und Grundlage für eine Konferenz mit den Landräten und Oberbürgermeistern in der nächsten Woche sein.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte, man habe beim Coronavirus nach wie vor „keine klare Sicht“. Weder Politik noch Wissenschaft wüssten genau, was der richtige Weg im Umgang mit dem Virus sei. In Baden-Württemberg bewege sich die Zahl der Neuinfektionen in einem moderaten Bereich. Allerdings gebe es mit Sigmaringen erst einen Landkreis, in dem es in den vergangenen sieben Tagen keine einzige Neuinfektion gegeben habe.

Corona in Baden-Württemberg: Nur noch rund 2.200 aktive Fälle

Update vom 19. Mai, 20 Uhr: Am Dienstag steigt die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg auf 34.071, das sind 65 mehr als am Vortag. 30.209 Personen sind aber bereits wieder gesund. Die Zahl der aktiven Fälle beträgt 2.189.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,84 angegeben und der 7-Tage-Inzidenz liegt bei 4,1. 

Im Land gibt es neun weitere Todesfälle. Damit steigt die Zahl der Verstorbenen auf 1.673. Unter den Verstorbenen waren 949 Männer und 724 Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

Corona in Baden-Württemberg: Minister Lucha – „Es war wie im Wilden Westen“

Update vom 19. Mai: Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha hat sich in einem Interview mit der „Schwäbischen Zeitung“ zu den Corona-Maßnahmen geäußert. Darin betont er, dass Baden-Württemberg mittlerweile genug Masken habe, aber noch Bedarf an Schutzkitteln bestehe. „Zu Beginn war das wie im Wilden Westen. Die bisherigen Lieferketten waren plötzlich nicht mehr existent. Es waren sehr viele Raubritter unterwegs, die Masken aufgekauft haben, um sie dann meistbietend wieder anzubieten, auch an uns“, erklärt der Minister. 

Im Bundesland gebe es derzeit 170 Corona-Schwerpunktpraxen und 48 Fieberambulanzen, zudem bald noch den Covid-19-Schnelltest von Roche. Dann bestehe der Plan, alle Bewohner und Mitarbeiter in Altenhilfeeinrichtungen zu testen – auch wenn keine Symptome bestehen. Im Anschluss folgen die Tests auch in Krankenhäusern

Corona in Baden-Württemberg: Lucha geht von hoher Dunkelziffer aus

In Baden-Württemberg leben elf Millionen Menschen, davon haben vielleicht ein paar Tausend kurzfristig eine Immunität, aber im Prinzip haben wir Stand heute keine kollektive Abwehrkraft, keinen Herdenschutz, nichts“, betont Lucha. Damit appelliert er an die Bevölkerung, die durch die Lockerung der Corona-Maßnahmen denkt, es sei alles vorbei. Der Minister geht davon aus, dass es momentan eine Dunkelziffer von 200.000 Infizierten gebe. 

Von einer möglichen Impfpflicht halte der 59-Jährige aber nichts. „Wenn es einen Impfstoff gibt, werden viele Menschen froh sein, dass es ihn gibt. Da brauchen wir überhaupt nicht über eine Impfpflicht sprechen“, sagt Lucha. Wer daran zweifle, solle sich einmal mit der Spanischen Grippe auseinandersetzen. Diese tötete von 1918 bis 1920 etwa 50 Millionen Menschen! Zudem fordert der Minister alle Esoteriker und Skeptiker, die sich über die Einschränkungen der Freiheitsrechte beklagen, auf, einmal nach Italien und Spanien zu schauen. Dort hat es sogar Ausgangssperren gegeben. 

Corona in Baden-Württemberg: Gaststätten und Cafés öffnen wieder

Update vom 18. Mai, 13:30 Uhr: Acht lange Wochen haben Menschen in Baden-Württemberg darauf gewartet, am Montag (18. Mai) ist es nun endlich so weit – dann darf die Gastronomie im Rahmen der gelockerten Corona-Maßnahmen im Südwesten wieder öffnen. Konkret ist es laut aktualisierter Verordnung des Landes Speisegaststätten, Cafés und Eisdielen erlaubt, am 18. Mai wieder zu öffnen. Wichtig Bedingung für die Öffnung ist, dass Hygiene- und Abstandsvorschriften weiterhin einzuhalten sind. 

Coronavirus - Gastronomie Frankfurt am Main

Das Tourismusministerium und der Branchenverband Dehoga begleiten die Lockerung der Corona-Maßnahmen mit einer „Gib Acht“-Plakatkampagne: Auf 20.000 Plakaten steht der Slogan „Endlich wieder gemeinsam schmecken - Gib acht, damit das so bleibt“. Darauf zu sehen sind Gastronomen mit Mund- und Nasenschutz. 

Für uns alle waren es lange acht Wochen, in denen wir das Angebot der Gastronomie schmerzlich vermisst haben“, so Tourismusminister Guido Wolf am Montag beim Besuch in einem wieder geöffneten Wirtshaus in Stuttgart. Doch er ruft auch zur Vorsicht auf, warnt vor einer Normalität wie vor Corona. Solange es keinen Impfstoff gebe, sei ein achtsamer Umgang miteinander nötig, damit das Infektionsgeschehen nicht wieder an Fahrt aufnehme.

Gleichzeitig stehe vielen Betrieben das Wasser nach wie vor bis zum Hals. Allein mit Lockerungen der Corona-Maßnahmen und einem Absenken der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent ab dem 1. Juli sei es nicht getan, sagte Wolf. Er setzt auf das Gastronomie-Hilfsprogramm, das von seinem Ministerium ausgearbeitet wurde und schnell an den Start gehen soll.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Die Ausbreitung im Überblick

Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Personen in Baden-Württemberg steigt weiterhin nur langsam an. Am Montag (18. Mai) wurden dem Gesundheitsamt 44 neue Coronavirus-Fälle gemeldet. Damit sind mittlerweile 34.006 Menschen in Baden-Württemberg an Covid-19 erkrankt. 30.030 Personen sind zwischenzeitlich wieder genesen. Das Durchschnittsalter der Infizierten liegt bei 51 Jahren. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle ist in den vergangenen 24 Stunden auf insgesamt 1.664 gestiegen – das sind 11 Tote mehr als noch am Tag zuvor.

Die 11 Todesfälle in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus wurden dem Gesundheitsamt aus den Landkreisen Neckar-Odenwald-Kreis, Rastatt, Rems-Murr-Kreis und Zollernalbkreis gemeldet. Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,95 angegeben. 

Corona in Baden-Württemberg: Ab 18. Mai wieder Besuche in Kliniken und Heimen möglich

Update vom 18. Mai: „Es besteht ein großes Spannungsverhältnis zwischen dem berechtigten Wunsch vieler Menschen, ihre pflegebedürftigen Angehörigen wieder besuchen zu können und der Situation, in der sich Pflegeeinrichtungen nach einer achtwöchigen Phase der Besuchsverbote befinden. Ich appelliere an die Einrichtungen, so viel Besuch wie möglich und vertretbar zu ermöglichen“, sagt Minister Manfred Lucha. Seit Beginn der Corona-Maßnahmen in Deutschland gilt ein generelles Besuchsverbot in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Das macht sowohl den Angehörigen als auch den Erkrankten und Bewohnern zu schaffen. 
Doch ab dem 18. Mai sollen Besuche in diesen Einrichtungen in Baden-Württemberg wieder möglich sein. Dabei müssen natürlich Regeln eingehalten werden. So sind Besuche in Kliniken und Heimen nur einmal am Tag erlaubt und auch nur bis zu zwei Personen. Davon ausgeschlossen sind Patienten, die zu „hochgradig infektionsgefährdete Patientengruppen“ zählen, zum Beispiel nach einer Knochenmarkstransplantation. Zudem gelten natürlich die allgemeinen Hygieneregeln und das Tragen einer Mund-Nasen-Maske als Pflicht. Auch ein Mindestabstand soll eingehalten werden – außer bei Sterbebegleitungen

Corona in Baden-Württemberg: Reproduktionszahl steigt wieder

Update vom 17. Mai, 20:35 Uhr: Baden-Württemberg verzeichnete am Sonntag (17. Mai) 50 bestätigte Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Seit Beginn der Pandemie wurden im Ländle also mindestens 33.962 Menschen infiziert. Inzwischen sind 29.900 Personen wieder genesen. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle wird auf 4.062 geschätzt. Aus Biberach, dem Neckar-Odenwald-Kreis, dem Ortenaukreis und Sigmaringen wurden insgesamt vier weitere Corona-Tote gemeldet. Damit steigt die Anzahl der Covid-19-Todesfälle auf 1.653 (942 Männer und 711 Frauen). Das Robert-Koch-Institut gibt die Reproduktionszahl am Sonntag mit R 0,95 an. Gestern lag der Wert noch bei 0,83.

Am Samstag demonstrieren über 5.000 Menschen in Stuttgart gegen die Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg. Organisiert wird die Demo von der Initiative Querdenker 711. 

Corona in Baden-Württemberg: Gewalt bei Corona-Protesten

Update vom 17. Mai, 12:30 Uhr: Auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart haben am Samstag (16. Mai) wieder über 5.000 Menschen zusammen, um gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung zu demonstrieren. Die Stadt hatte die Veranstaltung aus Gründen des Infektionsschutzes auf die Teilnehmerzahl begrenzt. Organisator Michael Ballweg („Querdenken 711“) war vor Gericht gegen die Begrenzung vorgegangen und gescheitert. Als die Teilnehmerzahl erreicht war, wies die Polizei weiteren Teilnehmern zusätzliche Flächen zu. 

Am Rande der Proteste kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und vermutlich linken Gegendemonstranten. Dabei wurden drei Menschen verletzt. Wegen Verstoß gegen die Maskenpflicht in Bahnen oder Abstandsregeln zeigt die Polizei über 60 Personen an.

Corona-Demo auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart.

Baden-Württemberg: Brandanschlag auf Veranstaltungsequipment vor Corona-Protesten

In der Nacht zu Samstag kam es im Vorfeld zu einem Brandanschlag auf Equipment für die Corona-Proteste. Gegen 2:35 Uhr meldeten Anwohner in der Augsburger Straße in Untertürkheim brennende Laster einer Firma für Veranstaltungstechnik. Zeugen berichten von einem Knall und einer Druckwelle. Drei Laster brannten aus. Die Polizei ermittelt.

Corona in Baden-Württemberg: Kaum Neuinfektionen, Reproduktionszahl bei 0,83

Update vom 16. Mai, 18:45 Uhr: In Baden-Württemberg sind im Vergleich zum Vortag 56 weitere Infektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet worden. Das teil das Sozialministerium am Samstagabend (16. Mai) mit. Damit steigt die Zahl der Infizierten im Ländle auf 33.912. 29.754 Menschen sind inzwischen von einer Corona-Infektion wieder genesen. An Covid-19 sind vier weitere Menschen gestorben. Sie kamen aus den Landkreisen Landkreisen Alb-Donau-Kreis, Ludwigsburg, Reutlingen und Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Zahl der Todesfälle in Baden-Württemberg erhöht sich damit auf 1.649. Im Land gibt es demnach 2.509 bekannte aktive Corona-Fälle. Die Reproduktionszahl für Baden-Württemberg liegt momentan bei 0,83.  

Corona in Baden-Württemberg: Angehende Lehrer müssen ab Montag Prüfung ablegen

Update vom 16. Mai, 16:15 Uhr: Erst Eltern von Kindergartenkindern und Schülern, jetzt Lehramtsstudenten: Die Kritik an Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann reißt nicht ab. Trotz der Bitte von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) nach alternativen Vorgehensweisen, hält das Kultusministerium am Ersten Staatsexamen für das Lehramt fest. Angehende Lehrer können ab Montag (18. April) die eigentlich im März verlegte Prüfung an Universitäten oder Hochschulen ablegen, oder in den Herbst verschieben.

Den Vorschlag einer Durchschnittsnote aus den bislang erbrachten Leistungen lehnte das Kultusministerium ab. So wird es derzeit auch in Hessen praktiziert. Auch über 600 Lehramtsstudenten in Baden-Württemberg hatten sich an Ministerin Eisenmann gewandt. Erfolglos. Das Ministerium pocht auf Vergleichbarkeit mit vorangegangenen und folgenden Abschlüssen. Das berichten die „Stuttgarter Nachrichten“.

Die Lehramts-Studierenden sehen genau das in Gefahr: Sie können seit Monaten beispielsweise keine Bibliotheken nutzen. Zudem kritisieren sie, dass der Lehrermangel durch das Festhalten an den Prüfungen noch weiter verschärft wird. Dabei könnten durch ein „Durchschnittsexamen“ schnell Lehrkräfte und Eltern entlastet werden.  

Baden-Württemberg lockert Corona-Maßnahmen weiter - DAS geht ab Montag wieder

Update vom 16. Mai, 14 Uhr: Die Landesregierung hat die Corona-Maßnahmen erneut weiter gelockert. Das teilt die Staatskanzlei am Samstag (16. Mai) mit. Wie bereits angekündigt, soll die Notbetreuung in Kitas stufenweise erweitert werden. Das betrifft zunächst Kinder mit besonderem Förderbedarf. Zusätzlich dürfen Gruppen bis maximal zur Hälfte der normalen Gruppengröße aufgefüllt werden. 

Zudem darf ab Montag (18. Mai) auch die Fahrgastschifffahrt wieder ihren Betrieb aufnehmen. Voraussetzung ist die Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. Neben „Bildungseinrichtungen jeglicher Art“ dürfen auch Speisegaststätten, Cafés und Eisdielen unter Auflagen wieder öffnen. Auch Hotels, Campingplätze und Freizeitparks dürfen ab 29. Mai wieder Gäste empfangen - auch in geschlossenen Räumen. Ab dem 2. Juni sollen auch alle öffentlichen und privaten Sportanlagen und Fitnessstudios wieder öffnen. Schwimm- und Hallenbäder dürfen wieder aufmachen, um Schwimmkurse anzubieten und Prüfungen abzunehmen. In allen Fällen gelten Hygieneauflagen und Abstandsgebot.

Baden-Württemberg - Elternbeirat zu Kita-Wirrwarr: „extrem unbefriedigend“

Update vom 16. Mai, 12 Uhr: Am 18. Mai sollen die Kitas im Land wieder für mehr Kinder öffnen. Wie das umgesetzt werden soll, ist dennoch vollkommen unklar. Eine Landesverordnung fehlt bislang. Für die Eltern eine „extrem unbefriedigende Situation“, wie Claus Mellinger, der Vorsitzende des Gesamtelternbeirats Reutlinger Kindergärten und Kindertagesstätten, dem SWR sagt. Zwar gelte noch die offizielle Corona-Verordnung, die Kinderbetreuung bis 15. Juni untersage - aber es werde kommuniziert, dass Kitas jetzt wieder öffnen. Das sorge für Verwirrung bei Eltern und Trägern.

Baden-Württemberg: 50-Prozent-Ziel setzt Kommunen und Träger unter Druck

Mit der Ankündigung, bis zu 50 Prozent der Kinder könnten ab Montag (18. Mai) wieder schrittweise in Kitas betreut werden, setze die Politik Träger und Kommunen unter Druck. Die müssten jetzt selbst entscheiden, welche Kinder jetzt in die nochmals erweiterte Notbetreuung kommen können - und welche nicht. Dabei müssen sich die Kindergärten an die geltenden Hygienebestimmungen halten. Das geht auch aufgrund der Personalsituation nicht sofort. Die Stadt Mannheim hat beispielsweise mit den Trägern eine Vereinbarung getroffen, das die Umsetzung der nochmals erweiterten Notbetreuung am 26. Mai beginnt.   

Baden-Württemberg: Erste Lockerungen für Großveranstaltungen schon ab Juni?

Update vom 15. Mai, 13:34 Uhr: Das Land Baden-Württemberg soll nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nächste Woche darüber beraten, ob Großveranstaltungen wieder erlaubt werden. Wer sich jetzt auf Open-Airs, Schützenfeste oder Kerwen freut, wird aber leider enttäuscht. Der grün-schwarzen Landesregierung soll ein Vorschlag für ein Stufenkonzept vorliegen, das eine Lockerung der Vorgaben für Großveranstaltungen vorsieht. Demnach sollen private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder Taufen mit bis zu 100 Personen vom 1. Juni an wieder erlaubt werden. Andere öffentliche Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen, wie Vereinsversammlungen oder Theateraufführungen mit bis zu 100 Gästen, könnten auch zulässig sein.

Der zweite große Schritt soll dann vier Wochen später erfolgen, wenn am 1. Juli die Regeln weiter gelockert werden. So sollen ab Juli Tagungen oder Kongresse mit bis zu 100 Personen wieder erlaubt sein; bei Vereinsversammlungen oder Theateraufführungen soll die Obergrenze sogar bei 500 Personen liegen. Der 1. August soll den finalen Schritt der Lockerung bringen. Von da an sollen Großveranstaltungen mit bis zu 500 Personen wie Messen wieder erlaubt werden. „Wir brauchen umgehend eine klare und verlässliche Öffnungsperspektive für Messen und Großveranstaltungen“, sagt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Viele Unternehmen würden in den finanziellen Ruin getrieben, wenn Messen und Großveranstaltungen weiterhin verboten seien.

Volksfeste, Dorf- und Schützenfeste, Open-Air-Konzerte bleiben allerdings bis zum 31. August verboten. Grund hierfür ist, dass hier nicht geprüft werden kann, wer sie besucht und so keine Infektionsketten zurückverfolgt werden können.

Baden-Württemberg: Kita-Öffnungen am Montag? Kultusministerium bremst Erwartungen

Anfang Mai kündete das Kultusministerium an, dass Kitas in Baden-Württemberg ab Montag (18. Mai) schrittweise für bis zu 50 Prozent der Kinder öffnen können. „Unser Plan sieht vor, dass wir ab dem 18. Mai die Betreuung an den Kitas in Richtung eines reduzierten Regelbetriebs in Absprache mit den Trägern schrittweise auf bis zu 50 Prozent der Kinder ausweiten“, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums vom 6. Mai. Das bedeutet, dass auch Kinder in die Kita gehen können, deren Eltern bisher keinen Anspruch auf Notbetreuung hatten.  

Doch statt Erleichterung herrschte bei den Eltern eher Verwirrung – denn seit dieser Ankündigung ließen genauere Informationen zur schrittweisen Öffnung von Kitas auf sich warten. In der aktuellen Version der Corona-Verordnung von Baden-Württemberg wurde das Datum 18. Mai sogar komplett ausgeklammert. In der Verordnung findet man stattdessen einen Absatz über die „erweiterte Notbetreuung“ bis zum 15. Juni. Der Deutsche Kitaverband warf dem Kultusministerium in einer Pressemitteilung daraufhin vor, „nicht ordentlich zu kommunizieren“ – und forderte Antworten auf die Fragen nach einem reduzierten Regelbetrieb der Kitas.

Corona in Baden-Württemberg: Öffnen Kitas am Montag? Große Verwirrung unter den Eltern

Gegenüber der Stuttgarter Zeitung versicherte ein Sprecher des Kultusministeriums„Es gibt keine Abkehr von der Ankündigung des reduzierten Regelbetriebs“. Dass die Regelung, ab dem 18. Mai schrittweise bis zu 50 Prozent der Kinder wieder aufzunehmen, in der Corona-Verordnung von Baden-Württemberg bisher nicht auftaucht, begründete der Sprecher mit einem Zeitproblem. Unterdessen stellte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann klar: Nicht jedes Kind wird sofort einen Kita-Platz bekommen

Kitas in Baden-Württemberg (Symbolfoto)

Kita-Öffnung in Baden-Württemberg: Träger und Einrichtungen tragen die Verantwortung

Am Donnerstag (14. Mai) veröffentlichte das Kultusministerium schließlich weitere Informationen zur Öffnung der Kitas. Demnach habe die Lenkungsgruppe der Landesregierung am 13. Mai einem Vorschlag des Kultusministeriums zur Änderung der Corona-Verordnung zugestimmt. Eine klares Bild, wie der geplante „eingeschränkte Regelbetrieb“ in den Kitas ab dem 18. Mai aussehen soll, ergibt sich aus der Mitteilung des Kultusministeriums aber weiterhin nicht. Das Land setze mit der Änderung der Verordnung den rechtlichen Rahmen, heißt es, „für die Umsetzung vor Ort und die Konzepte dafür sind die Kommunen, Träger und Einrichtungen in eigener Zuständigkeit verantwortlich“. Der beschlossene rechtliche Rahmen soll in der nächsten Änderung der Corona-Verordnung aufgenommen werden, die voraussichtlich am Samstag verkündet wird. 

Kultusministerin Eisenmann: „Mit dem Rahmen ermöglichen wir den Einrichtungsträgern bewusst Spielräume, damit sie im Rahmen ihrer räumlichen und personellen Kapazitäten individuelle Konzepte entwickeln können, wie sie die schrittweise Öffnung der Betreuung umsetzen können. Durch den Beschluss haben nun alle Beteiligten eine gute Grundlage, um gemeinsam wieder mehr Familien im Land eine Betreuung anbieten zu können. Das Land wird den Wiedereinstieg konstruktiv begleiten.“ 

Die Ausweitung könne nicht von heute auf morgen umgesetzt werden, erklärt Eisenmann weiter. Die Träger der Einrichtungen benötigten Vorlauf für ihre Planungen und Organisation. Die zeitliche Umsetzung der Kita-Öffnungen hinge außerdem von der jeweiligen räumlichen und personellen Situation ab. 

Kita-Öffnungen in Baden-Württemberg: Städtetagspräsident dämpft Hoffnungen der Eltern

Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz (SPD), Präsident des Städtetags Baden-Württemberg, begrüßt, dass Eltern und Kindern wieder mehr Betreuung angeboten werden kann. Aber: „Die Mehrheit derer, die bisher keinen Platz in der Notbetreuung hatten, werden allerdings auch bei der jetzigen Ausweitung durch die Begrenzung auf 50 Prozent der Kapazität keinen bekommen können“, so Kurz. Auch werde man nicht direkt am Montag die erweiterten Plätze anbieten können. „Das Ministerium schafft hier die rechtliche Voraussetzung – das ist nicht gleichbedeutend mit offenen Kita-Türen am Montagmorgen. Die Umsetzung ist der zweite Schritt.

kab/rmx/dh

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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