Corona-Lockerungen

Corona in Baden-Württemberg: An Grundschulen geht der Unterricht wieder los

Corona in Baden-Württemberg: Das Land will Schulen und Kitas weiter öffnen – und hat hierfür einen Fahrplan aufgestellt. So sollen Unterricht und Kinderbetreuung in Zukunft aussehen:

  • Schulen und Kitas in Zeiten des Coronavirus: Baden-Württemberg verkündet weitere Öffnungen
  • Kultusministerium veröffentlicht Fahrplan für Schulen und Kitas
  • Kita-Betrieb wird schrittweise ausgeweitet
  • Viertklässler starten am 18. Mai mit dem Unterricht.
  • Alle Schüler in Baden-Württemberg erhalten nach Pfingsten Präsenz-Unterricht.
  • Unterricht an Schulen mit „rollierendem System“.

Baden-Württemberg will in den nächsten Tagen weitere Schritte in Richtung Normalität gehen. Nach der Corona-Konferenz mit Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch können auch Eltern ein wenig aufatmen – denn die Landesregierung hat angekündigt, Schulen und Kitas weiter zu öffnen. „Die Eltern fordern zu Recht, dass wir den Schulbetrieb weiter öffnen und auch den Kitas eine greifbare Perspektive für einen Betrieb über die erweiterte Notbetreuung hinaus geben. Mir ist deshalb wichtig, so frühzeitig wie möglich über unsere Planungen zu informieren“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch (6. Mai) in Stuttgart. Man wolle die Schulen und Kitas zügig, aber schrittweise und besonnen öffnen, erklärt Eisenmann. Hierfür stellte die Kultusministerin einen Fahrplan für die weitere Öffnung des Schul- und Kitabetriebs vor:

Baden-Württemberg: Corona-Fahrplan für Schulen und Kitas – die Ausgangslage

Seit 4. Mai 2020 findet unter strengen Vorgaben des Infektionsschutzes der Schulbetrieb in Baden-Württemberg wieder statt – für die Schüler an den Allgemeinbildenden Schulen, die in diesem und im nächsten Jahr ihre Abschlussprüfungen ablegen, sowie für die Schüler der Prüfungsklassen der beruflichen Schulen. Eine Woche zuvor (seit 27. April 2020) hat Baden-Württemberg als eines der ersten Bundesländer die Notbetreuung in den Kitas deutlich ausgeweitet, um mehr Eltern entlasten zu können. Auch Kindertagespfleger können seither bis zu fünf Kinder von Eltern oder Alleinerziehenden betreuen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten oder nachweislich präsenzpflichtig außerhalb der Wohnung tätig sind. 

Alles zu den weiteren Lockerungen, die das Land am Mittwoch beschlossen hat, liest Du in unserem News-Ticker zur Corona-Krise in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg: Der Corona-Fahrplan für Schulen und Kitas im Überblick

WERWANNHinweise
Grundschulen Klasse 4ab 18. MaiNach den Pfingstferien gemeinsam mit Stufe 2 im Wechsel mit Stufe 1/3
Grundschulen alle Stufenab 15. Juni bis Ende des SchuljahresIm wöchentlichen Wechsel: eine Woche Klassen 1/3, eine Woche Klassen 2/4, dazwischen je eine Woche Fernlernen von Zuhause
Gymnasien, Realschulen, Haupt- und Werkrealschulen, GemeinschaftsschulenKlassen 5/6, 7/8 an allen Schularten sowie und 9/10 am Gymnasiumab 15. Juni bis Ende des SchuljahresJeweils im wöchentlichen Wechsel, dazwischen jeweils Fernlernen von Zuhause
Prüfungsjahrgänge 2020 und 2021seit 4. Mai dauerhaft Präsenzunterricht
Berufliche Schulen (Vollzeit)berufliche Gymnasien, Berufskollegs, Berufsfachschulen, Berufsschulenab 15. Juni bis Ende des SchuljahresDetails werden noch erarbeitet; bei dualer Berufsausbildung gilt: Besuch der Berufsschule in Abstimmung mit Ausbildungsbetrieben
Kitasab 18. MaiDie Betreuung soll in Absprache mit den Trägern schrittweise auf bis zu 50 Prozent der Kinder ausgeweitet werden

(Quelle: Kultusministerium Baden-Württemberg)

Corona-Fahrplan für Schulen in Baden-Württemberg: Viertklässler starten am 18. Mai 

Der neue Fahrplan sieht vor, dass die Grundschulen in Baden-Württemberg ab 18. Mai wieder in den Unterricht vor Ort einsteigen. „Wir beginnen hier bewusst mit den Viertklässlern, um sie auf den Übergang in die weiterführende Schule vorzubereiten. So haben wir das auch innerhalb der Kultusministerkonferenz vereinbart“, erläutert Eisenmann. Der Unterricht soll sich dabei auf die Kernfächer konzentrieren, es wird ein reduziertes Angebot sein. Außerdem wird die Größe der Klassen halbiert, um die Abstandsregeln einhalten zu können. 

Coronavirus - Fahrplan für Schulen und Kitas in Baden-Württemberg

„Wir gehen von zwei bis drei Unterrichtsstunden am Tag aus. Für die konkrete Gestaltung wollen wir den Grundschulen aber Spielräume lassen, damit sie auf die konkreten Bedürfnisse vor Ort Rücksicht nehmen und flexibel reagieren können - zum Beispiel, was die personelle Planung betrifft. Denn es gibt auch Lehrkräfte, die selbst zur Risikogruppe gehören“, sagt die Kultusministerin. Befragungen hätten ergeben, dass im landesweiten Durchschnitt rund 70 Prozent der Lehrer für den Unterricht vor Ort zur Verfügung stehen. 

Kitas in Baden-Württemberg: Schrittweise Ausweitung des Betriebs

Der Corona-Fahrplan für Kitas und Schulen in Baden-Württemberg sehe laut Kultusministerin Susanne Eisenmann vor, dass – ebenfalls ab dem 18. Mai – die Betreuung in den Kitas „in Richtung eines reduzierten Regelbetriebs“ schrittweise auf bis zu 50 Prozent der Kinder auszuweiten. Somit können die Abstandsregeln mit halben Gruppengrößen auch in den Kitas gewahrt, Eltern aber zugleich weiter entlastet werden. „Von den Trägern der Kitas haben wir die Rückmeldung, dass an den Einrichtungen nicht so viel Personal zur Verfügung steht wie an den Schulen. Die Risikogruppe unter den Erzieherinnen und Erziehern scheint größer zu sein. Deshalb wollen wir den Trägern Spielräume vor Ort lassen, dass sie im Rahmen ihrer räumlichen und personellen Kapazitäten individuelle Lösungen finden können - zum Beispiel durch ein rollierendes System, das ermöglicht, dass Kinder in festen Gruppen abwechselnd an einzelnen Wochentagen in die Kita kommen können.“

Corona-Fahrplan: Alle Schüler in Baden-Württemberg erhalten nach Pfingsten Präsenz-Unterricht

Im nächsten Schritt des Corona-Fahrplans sollen nach den Pfingstferien (15. Juni) alle Schüler in Baden-Württemberg Präsenz-Unterricht erhalten. Dafür werde laut Kultusministerium ein „rollierendes System", dass mit dem Fernlernangebot verbunden werden soll. Die Schwerpunkte des Unterrichts sollen auf Deutsch, Mathe und Sachunterricht liegen – Noten und Klassenarbeiten seien laut Kultusministerium zweitrangig. Die erweiterte Notbetreuung für Kinder läuft daneben weiter. 

Außerdem werden für die Schüler, die in den vergangenen Wochen weder digital noch analog erreicht wurden, Lerngruppen an den Schulen eingeführt. Mit dem Förderangebot sollen die Schüler die Möglichkeit erhalten, den versäumten Stoff wieder nachzuholen. Auch in den Sommerferien will das Kultusministerium freiwillige Lern- und Förderangebote anbieten.

Baden-Württemberg: So funktioniert das „rollierende System“ für Schulen

An den Grundschulen wird das System so aussehen, dass die Kinder im wöchentlichen Wechsel an die Schule kommen – eine Woche die Erst- und Drittklässler, dann eine Woche die Zweit- und Viertklässler. Die Kinder lernen also immer eine Woche im Unterricht und dann eine Woche von zu Hause aus. 

Auch an den Gymnasien, Realschulen, Haupt- und Werkrealschulen, Gemeinschaftsschulen werden die Klassenstufen nach den Pfingstferien rollierend unterrichtet. Eine Ausnahme gilt für die Jahrgänge, die bereits am 4. Mai gestartet sind und in diesem oder im nächsten Jahr vor dem Abschluss stehen. Sie bleiben dauerhaft in der Präsenz. 

Für das rollierende System sieht das Kultusministerium folgenden Rhythmus vor: In den sechs Schulwochen, die noch anstehen, sollen im wöchentlichen Wechsel die Klassen 5/6, 7/8 aller Schularten und 9/10 am Gymnasium in Präsenzphasen an den Schulen einbezogen werden. So haben alle Schüler bis Schuljahresende noch mindestens zwei Schulwochen Präsenz-Unterricht an der Schule. An den Haupt- und Werkrealschulen sowie an den Gemeinschaftsschulen gibt es zudem Spielraum für die Förderung der Schüler auf G-Niveau. Die erweiterte Notbetreuung für Schüler der Klassenstufe 5 bis 7 wird aufrechterhalten. 

Auch an den beruflichen Vollzeitschulen, den beruflichen Gymnasien, den Berufskollegs und den Berufsfachschulen sollen nach den Pfingstferien alle Schüler in regelmäßigen Abständen im Präsenzunterricht einbezogen werden. Die Jahrgangsstufe 1 der beruflichen Gymnasien, also der Klassenstufe 12, soll dabei besonders einbezogen werden, da Schüler im nächsten Jahr die Abiturprüfung absolvieren.

 Für die duale Berufsausbildung gilt, dass die Berufsschule in Abstimmung mit den Ausbildungsbetrieben nach Pfingsten in regelmäßigen Abständen besucht wird. Auch an den beruflichen Schulen werden voraussichtlich nach den Pfingstferien immer rund 50 Prozent der Schüler an der Schule sein. 

Bei Kindern verläuft eine Coronavirusinfektion oft symptomfrei. Jetzt wollen Forscher an der Universitätsmedizin Mannheim herausfinden, wie viele Kinder infiziert sind. Dabei bekommen sie prominente Unterstützung von Deutschlands bekanntestem Virologen, Christian Drosten. Am 14. September kehren zum ersten mal nach Ausbruch der Corona-Pandemie Schüler und Lehrer in den Unterricht zurück. Das müssen Schüler und Eltern jetzt wissen.

pm/kab

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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