Drei-Stufen-Plan

Corona in Baden-Württemberg: Dieser Plan soll einen 2. Lockdown verhindern

Corona in Baden-Württemberg: Der Lockdown hat das öffentliche Leben im Bundesland wochenlang zum Erliegen gebracht. Damit das nicht noch einmal passiert, gibt es jetzt einen neuen Plan.

Geschlossene Läden, abgesagte Veranstaltungen und leere Straßen. So sieht es ab März in ganz Deutschland aus. Grund dafür ist die Corona-Pandemie, die mit einem plötzlichen Lockdown bekämpft wird. Doch was die Gesundheit der Menschen schützen soll, zerstört die Existenzen vieler Clubbetreiber, Ladenbesitzer und anderen Menschen, die auf einmal finanziell auf dem Trockenen sitzen. Mittlerweile hat sich die Lage gelockert und das soziale Leben blüht wieder auf – doch auch die Fallzahlen steigen wieder an. Im Hinblick auf diesen Fakt hat das Land Baden-Württemberg nun einen Plan beschlossen, der einen erneuten kompletten Lockdown bei einer möglichen zweiten Welle verhindern soll.

Wienfried Kretschmann, Susanne Eisenmann und Manne Lucha bei der Pressekonferenz.

Corona in Baden-Württemberg: Zweiter Lockdown durch steigende Zahlen? Kretschmann mit Mahnung

Baden-Württemberg ist bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. Das haben wir nicht zuletzt den Bürgerinnen und Bürgern im Land zu verdanken, die sich konsequent an die Hygiene- und Abstandsregeln gehalten und durch ihr besonnenes Verhalten Risikogruppen geschützt haben“, sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Doch er mahnt auch, dass diese Leistung im Herbst und Winter nicht nachlassen dürfe – vor allem mit Blick auf Frankreich, wo am 12. September insgesamt 10.561 neue Fälle an nur einem Tag gemeldet worden sind!

Auch Gesundheitsminister Manne Lucha und Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann äußern sich positiv über die Entwicklung der Corona-Zahlen im Sommer. Eisenmann betont jedoch, dass es „landesweite Schulschließungen wie im März“ nicht mehr geben dürfe. Viel mehr müsse „verhältnismäßig" gehandelt werden.

Corona in Baden-Württemberg: Zweiter Lockdown verhindern – so funktioniert das Stufensystem

Aus diesem Grund hat das Kabinett der Landesregierung Baden-Württemberg in Stuttgart verschiedene Strategien beschlossen. So soll ein neues Stufensystem Auskunft über die aktuelle Lage der Pandemie im Bundesland geben. Derzeit befindet sich das Bundesland in Stufe 1. Zudem ist ein Melde- und Berichtsverfahren beschlossen worden, dass „den Informationsfluss direkt und zuverlässig gewährleistet.“

StufeBeschreibungMaßnahmen
Stufe 1 - Stabile PhaseLokal abgrenzbar, Infektionsketten zum Teil nachvollziehbar, regionale InfektionsschutzmaßnahmenRegelungen und Maßnahmen der aktuellen Corona-Verordnung, so wenig wie möglich Einschränkungen
Stufe 2 - AnstiegsphaseLandesüberschreitende Ausbrüche, zunehmend unklare Infektionsketten, gehäuftes Auftreten von Hotspots Zielgenaues Handeln mit Appellen und ausgeweiteten Kontrollen, erste Einschränkungen in ausgewählte Lebensbereiche
Stufe 3 - Kritische PhaseStarker Anstieg der Infektionszahlen und nicht mehr nachvollziehbare InfektionskettenVerschärfte Maßnahmen, die zur Verhütung und Bekämpfung von SARS-CoV-2 geeignet (Keine genauen Angaben)

Sollten die Maßnahmen von Stufe 3 eine weitere Ausbreitung nicht verhindern, können „ jederzeit die erforderlichen Verschärfungen vorgenommen werden.“ (dh)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare