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BioNTech-Impfstoff: Hat Corona schon im Sommer ein Ende?

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Von: Florian Römer

Mainz/Brüssel - Jetzt scheint alles ziemlich schnell zu gehen: Medien berichten, dass sich die Europäische Union mehrere hundert Millionen Dosen des BioNTech-Impfstoffs gesichert hat.

Am Montag (9. November) machten der US-Pharma-Riese Pfizer und das Mainzer Biotechnik-Unternehmen BioNTech eine Meldung publik, die vielen Menschen den Blick in die nähere Zukunft deutlich aufhellen dürfte: Der von BioNTech aus Mainz entwickelte Impfstoff gegen das Coronavirus weist laut einem ersten Zwischenergebnis der Phase-III-Studie eine Wirksamkeit von über 90 Prozent auf. Zudem seien in den laufenden Untersuchungen keine schweren Nebenwirkungen festgestellt worden. Klar, dass sich jetzt viele Länder um den Impfstoff reißen.

NameBioNTech SE
Gründung2008
CEOUğur Şahin
CMOÖzlem Türeci
HauptsitzMainz
TochtergesellschaftenBioNTech Innovative Manufacturing Services GmbH, BioNTech US Inc.

Damit der Impfstoff auch da eingesetzt werden kann, wo er entwickelt und produziert wird, macht die Europäische Union jetzt Nägel mit Köpfen. Schon am Mittwoch (11. November) könnte ein Vertrag zwischen der EU und Pfizer/BioNTech geschlossen werden, erwartet der EVP-Vorsitzende Manfred Weber (CSU). Die „Bild“-Zeitung will aus Kommissions-Kreisen erfahren haben, dass die EU sich mit Pfizer und BioNTech auf einen Vertrag verständigt habe, der noch am Dienstag (10. November) unterschrieben und tags drauf rechtlich festgezurrt werden soll.

BioNTech-Impfstoff: Bis zu 300 Millionen Impfdosen für Europa

Bereits im September hatten sich die Seiten über die Eckdaten des Vertrags verständigt. Demnach sollen 200 Millionen Impfdosen für den europäischen Markt produziert werden. Optional können weitere 100 Millionen Dosen dazu kommen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass „es in den nächsten Tagen zum finalen Vertragsschluss kommt.“ Mit Pfizer müssen derweil noch Einzelheiten zum europäischen Recht, insbesondere zum Haftungsrecht geklärt werden.

Das Mainzer Pharmaunternehmen BioNTech forscht an einem Corona-Impfstoff (Fotomontage)
Das Mainzer Pharmaunternehmen BioNTech forscht an einem Corona-Impfstoff (Fotomontage). © HEIDELBERG24 / dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Für Deutschland sollen bis zu 100 Millionen Dosen des vielversprechenden BioNTech-Impfstoffs gegen das Coronavirus bestimmt sein, sagt Spahn. Auch mit den Pharma-Firmen Astrazeneca und Sanofi gebe es Vorverträge über potentielle Impfstoffe. Daneben verhandle man auch mit Johnson & Johnson über ein Vakzin.

BioNTech-Impfstoff: Ein Drittel der Europäer schon 2021 geimpft?

Pfizer und BioNTech wollen kommende Woche in den USA bei der zuständigen FDA eine Zulassungfür ihren Impfstoff beantragen. Unklar ist derweil, wann eine entsprechende Zulassung für das Serum auf europäischer Ebene, bei der European Medicines Agency (EMA) beantragt wird. Da die EMA in der Regel strikter Kriterien für eine Zulassung anlegt als die FDA, könnte es noch etwas dauern, bis der Impfstoff den europäischen Markt erreicht.

Unabhängig davon geht der EU-Gesundheitspolitiker und Impfstoff-Experte Peter Liese (CDU/EVP) laut „Bild“ davon aus, dass im Frühjahr und Sommer 2021 150 Millionen Europäer gegen Corona geimpft werden könnten. Das wären bereits ein Drittel der EU-Bevölkerung von knapp 450 Millionen. Der Impfstoff wird in Deutschland an vier Produktionsstandorten in Mainz, Idar-Oberstein, Berlin und Marburg hergestellt. Die Forschung wird aus drei EU-Geldtöpfen gefördert. (rmx)

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