Nach Bund-Länder-Schalte

Corona-Gipfel: Merkels Öffnungsplan – so kehrt „Normalität“ zurück

Der Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist beendet. Alle Entscheidungen aus der Bund-Länder-Schalte im Überblick:

  • Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten am Mittwoch (3. März): Wird der Lockdown erneut verlängert?
  • Lockerungen vor Corona-Gipfel: Friseure, Blumenläden und Gartencenter in Baumärkten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz seit 1. März wieder offen.
  • Ab Ende März soll auch in Arztpraxen geimpft werden (Update vom 3. März, 17 Uhr)
  • Der Lockdown wird offenbar bis 28. März verlängert (Update vom 3. März, 19:30 Uhr)
  • Kostenlose Schnelltests wohl bereits ab nächste Woche möglich (Update vom 3. März, 21:47 Uhr)

Update vom 4. März, 23:53 Uhr: Nach 9 Stunden sind die Beratungen im Corona-Gipfel beendet. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht im Anschluss an die Bund-Länder-Schalte von „harten Verhandlungen“, aber auch von einem „Übergang in eine neue Phase“. Diese dürfe nicht mit Sorglosigkeit begleitet werden, aber „mit berechtigten Hoffnungen“. Der Frühling 2021 werde ein anderer sein, als der vor einem Jahr. Das ist die Öffnungsstrategie der Bundeskanzlerin:

  • Der Lockdown soll grundsätzlich bis zum 28. März verlängert werden – mit Öffnungsperspektiven
  • 5-Schritte-Plan für Öffnungen: Weitere Lockerungen für Handel, Kultur und Sport ab Inzidenz von 50 – weitere Lockerungen immer nach 14 Tagen bei stabiler Inzidenz – zum Beispiel Außengastronomie, Theater, Kinos. „Notbremse“, wenn die Inzidenz wieder über 100 steigt.
  • Erste Lockerungen ab 8. März: Ab diesem Montag dürfen bundesweit wieder Buchhandlungen, Gartenmärkte und Blumengeschäfte öffnen.
  • Kontaktregeln: Treffen des eigenen Haushalts mit einem weiteren werden erlaubt, beschränkt auf fünf Personen ab 8. März erlaubt.
  • Impfung: Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung soll maximal ausgenutzt werden – dadurch können schneller mehr Menschen erstgeimpft werden. Die Ständige Impfkommission will Astrazeneca auch für höhere Altersgruppen zulassen. Hausärzte sollen ab Ende März auch in Arztpraxen impfen dürfen.
  • Corona-Tests: Taskforce zur Schnelltest-Bestellung soll eingerichtet werden; Kostenlose Corona-Schnelltests für alle Bürger voraussichtlich ab nächster Woche.
  • Die Homeoffice-Pflicht wird bis zum 30. April verlängert.

Durchbruch im Corona-Gipfel: Lockerungen für Handel, Kultur und Sport – ab Inzidenz von 50

Update vom 3. März, 23 Uhr: Auf Druck der Länder ist Kanzlerin Angela Merkel anders als ursprünglich geplant zu weiteren Corona Öffnungsschritten schon ab einer Inzidenz von 50 bereit. Das berichtet nun auch die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Informationen auf Teilnehmerkreise. Der Kompromissvorschlag aus den Corona-Gipfel, der der dpa vorliegt, sieht für den Fall landesweite oder regionale Öffnungen „des Einzelhandels mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 10 qm für die ersten 800 qm Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 qm“ vor. Das Kompromisspapier ist mit dem Vermerk „Zwischenstand“ überschrieben und bildet den Stand 21:20 Uhr ab. Möglich wären dann auch die Öffnung von Museen, Galerien, Gedenkstätten, zoologischen und botanischen Gärten sowie auch kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen bis maximal zehn Personen im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen, heißt es weiter in dem zwölfseitigen Papier. Ursprünglich hatte Merkel diese Lockerungen erst ab einer stabilen Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner akzeptieren wollen.

Die Corona-Öffnungsstrategie zeigt, welche Bereiche wann wieder öffnen können.

Update vom 3. März, 22 Uhr: Mehrere Medien berichten über einen kleinen Durchbruch im Corona-Gipfel: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Forderungen einiger Ministerpräsidenten offenbar nachgegeben. Demnach könnte es Lockerungen auch bereits ab einer Inzidenz unter 50 geben – zuvor war von einem Wert unter 35 als Voraussetzung für weitere Öffnungen die Rede.

Corona-Gipfel: Kostenlose Schnelltests sollen ab nächste Woche möglich sein

Update vom 3. März, 21:47 Uhr: Jetzt also doch: Kostenlose Corona-Schnelltests für alle Bürger sollen voraussichtlich von nächster Woche an möglich werden. Der Bund will ab dann die Kosten dafür übernehmen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfahren hat. Die Länder sollen die Tests dann schnellstmöglich anbieten, auch mit einer Bescheinigung zum Ergebnis. Konkret soll mindestens ein Schnelltest pro Woche möglich sein, den geschultes Personal etwa in Testzentren oder Praxen abnimmt. Daneben ist vorgesehen, dass auch Corona-Selbsttests auf breiter Front genutzt werden können, die bald frei in Apotheken, anderen Geschäften und im Internet zu kaufen sind. So hatte zum Beispiel Aldi Süd und Nord am Mittwochabend bestätigt, den Selbsttest bereits ab Samstag in den Filialen zu verkaufen. Zudem soll nach den Plänen von Bund und Ländern eine gemeinsame Taskforce zur schnellen und günstigen Beschaffung von Tests eingerichtet werden.

Corona-Gipfel: Diskussion um Lockerungen – Verhandlungen kurzzeitig unterbrochen

Update vom 3. März, 21:28 Uhr: Bis Angela Merkel die Öffentlichkeit über die Ergebnisse des Corona-Gipfels informiert, könnte es noch eine ganze Weile dauern. Über die Bedingungen für weitere Öffnungsschritte wird offenbar aktuell hitzig diskutiert – zwischenzeitlich wurden die Verhandlungen für eine Pause unterbrochen. Besonders strittig ist offenbar das Thema Inzidenz-Grenze als Richtwert für Lockdown-Lockerungen. Einige Politiker plädieren in der Bund-Länder-Schalte laut Medienberichten dafür, die Grenze von 35 zu kippen. Andere warnen vor zu schnellen Lockerungen.

Update vom 3. März, 20:42 Uhr: Laut Berichten der BILD sollen ab diesem Montag bundesweit Buchhandlungen, Gartenmärkte und Blumengeschäfte wieder öffnen dürfen. In einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind Blumenläden und Gartencenter in Baumärkten bereits seit dem 1. März geöffnet.

Update vom 3. März, 19:56 Uhr: Laut Spiegel wurden im Corona-Gipfel nun erste Lockerungen beschlossen. Ab kommenden Montag sollen demnach Treffen mit fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt sein. Paare sollen laut Bericht als ein Hausstand zählen.

Corona-Gipfel: Lockdown soll bis Ende März verlängert werden

Update vom 3. März, 19:30 Uhr: Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland soll grundsätzlich bis zum 28. März verlängert werden. Das erfuhr hat die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus mehreren Quellen aus den Beratungen von Bund und Ländern erfahren. Ein endgültiger Beschluss über die künftigen Maßnahmen steht aber noch aus. Außerdem sollte es dem Beschlussentwurf vom Mittwochmorgen zufolge zahlreiche stufenweise Öffnungsmöglichkeiten je nach regionalen Corona-Zahlen geben.

Update vom 3. März, 18:15 Uhr: Jens Spahn kündigt an, dass flächendeckende Schnelltests nicht vor April verfügbar sein werden. Das berichtet die Bild. Der Grund: Im März sind in Deutschland noch nicht genug Tests vorhanden. Jetzt soll offenbar eine „Taskforce“ die Bestellungen übernehmen.

Update vom 3. März, 17:44 Uhr: Wie ntv berichtet, soll es ab dem 22. März wieder möglich sein Ferienwohnungen und Ferienhäuser unter bestimmten Bedingungen zu mieten. Das sei in einer aktualisierten Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel festgehalten, wie der Sender berichtet. Außerdem könnte es demnach teilweise Öffnungen des Einzelhandels unter strengen Bedingungen geben – ebenfalls ab dem 22. März.

Corona-Gipfel: Erste Entscheidung wohl gefallen – Impfung in Arztpraxen ab Ende März

Update vom 3. März, 17 Uhr: Laut Medienberichten soll Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Beginn des Corona-Gipfels gesagt haben: „Wir können den Übergang in eine neue Phase gehen“. Außerdem habe sie angekündigt, dass der Frühling 2021 ein anderer werden solle, als der Frühling 2020. Gibt es noch Hoffnung, dass der Lockdown doch nicht verlängert wird? Vor der Bund-Länder-Konferenz hatte sich abgezeichnet, dass die strengen Beschränkungen noch bis zum 28. März bestehen bleiben sollen. Einen ersten Durchbruch soll es in den Diskussionen auch schon gegeben haben: Laut BILD soll ab Ende März auch in Arztpraxen geimpft werden können. Damit soll das Impf-Tempo in Deutschland erhöht werden.

Update vom 3. März, 15:44 Uhr: Der Corona-Gipfel startet offenbar mit den Themen Corona-Tests und Impfstrategie, wie BILD berichtet. Hierbei wird es vor allem auch um den Astrazeneca-Impfstoff gehen, der nach Ansicht von Gesundheitsminister Jens Spahn auch bald für über 65-Jährige zugelassen werden soll. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert jedoch offenbar eine Lockerung des starren Impfplans, sodass keine Impfdosis mehr übrig bleibt.

Corona-Gipfel: Beschlussvorlage – so könnte der Lockdown-Exit in 5 Schritten aussehen

Update vom 3. März, 15:20 Uhr: Der Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs hat begonnen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Lockdown bis zum 28. März verlängert wird,* wie auch Merkur.de berichtet. Allerdings verfolgen Bund und Länder in ihren Beratungen heute auch das Ziel, erste Öffnungsschritte zu entscheiden. Diese könnten laut einer Beschlussvorlage folgendermaßen aussehen:

  • 1. Schritt: Zum ersten Öffnungsschritt zählen laut Beschlusspapier die Öffnung von Grundschulen und Kitas sowie Friseuren seit 1. März.
  • 2. Schritt: Ab Montag (8. März) sollen laut der Beschlussvorlage wieder Treffen mit bis zu fünf Personen aus zwei verschiedenen Haushalten möglich sein – Kinder unter 14 nicht mitgezählt. Bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 an drei Tagen in Folge soll allerdings eine „Notbremse“ greifen und die aktuell geltenden strengeren Kontaktbeschränkungen wieder eingeführt werden. Außerdem könnten bundesweit Buchhandlungen, Blumenhändler und Gartenmärkte mit entsprechenden Hygienekonzepten und einer Quadratmeter-Begrenzung von einem Kunden pro zehn Quadratmeter öffnen. Das ist in einigen Bundesländern – auch in Rheinland-Pfalz – bereits der Fall. Auch in Fahrschulen sind im Gespräch – mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest.
  • 3. Schritt: Bei einer stabilen regionalen oder landesweiten 7-Tages-Inzidenz von unter 35 könnten laut Beschlussvorlage der Einzelhandel mit begrenzter Kundenzahl sowie beispielsweise Museen, Zoos oder Gedenkstätten wieder öffnen. Auch kontaktfreier Sport im Freien könnte dann mit bis zu 10 Personen wieder möglich werden. Diskutiert wird auch über Lockerungen für Regionen mit einer stabilen Inzidenz unter 100 – zum Beispiel eingeschränkte Öffnungen des Einzelhandels mit festen Terminen für Kunden. Auch hier sieht das Beschlusspapier eine Notbremse vor, sobald sich das Infektionsgeschehen ändert.
  • 4. Schritt: Weitere Öffnungen sollen laut Beschlussvorlage erfolgen, sobald sich der Inzidenz-Wert nach dem 3. Schritt zwei Wochen lang nicht verschlechtert hat. Dann könnten Außengastronomie, Theater und Kinos wieder öffnen. Auch hier wird im Corona-Gipfel über leichte Lockerungen bereits ab einer stabilen Inzidenz unter 100 diskutiert: Mit einem aktuellen, negativen Schnelltest könnte man möglicherweise Theater oder Kinos besuchen. Auch hier soll jedoch eine Notbremse greifen.
  • 5. Schritt: Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von unter 35 – und das 14 Tage lang – sollen laut Beschlussvorlage weitere Öffnungen möglich sein, zum Beispiel Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Menschen im Freien oder Kontaktsport in der Halle. In Regionen mit einer stabilen 100er-Inzidenz könnte der Einzelhandel über das Termin-Shopping hinaus geöffnet werden – Notbremse inbegriffen.

Corona-Gipfel: Lockdown-Schock – platzt das Oster-Fest mit der Familie?

Update vom 3. März, 10:35 Uhr: Wir alle erhoffen uns vom heutigen Bund-Länder-Gipfel weitere Öffnungen im öffentlichen Leben und Lockerungen im privaten Bereich. Doch angeblich droht ein herber Dämpfer, weil anders als in einem früheren Entwurf des Beschlusspapiers plötzlich keine Sonderregel für Ostern (2. - 5. April) mehr enthalten ist, wie bild.de berichtet. Heißt: Womöglich fällt die Familienfeier, im Kreise der engsten Verwandten wie sie zuletzt zu Weihnachten erlaubt gewesen ist, flach! Rückblick: Beim 1. Lockdown 2020 waren Verwandtenbesuche zu Ostern verboten.

Da die Bürger an Weihnachten eindrucksvoll bewiesen haben, wie besonnen sie sich verhalten können, hätten die Länder eigentlich folgendes an den Osterfeiertagen erlauben sollen: „Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen zuzüglich Kindern im Alter bis 14 Jahre aus dem engsten Familienkreis, also Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandten in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörigen, auch wenn dies mehr als zwei Hausstände oder 5 Personen über 14 Jahren bedeutet“, wie BILD aus dem Beschlusspapier zitiert.

Doch in der neusten Version von Mittwochfrüh fehlt dieser Passus! Wahrscheinlich wolle man zunächst die weitere Entwicklung des Infektionsgeschehens auch aufgrund der grassierende Mutationen abwarten, bevor man eine endgültige Entscheidung bezüglich Ostern trifft.

Corona-Gipfel: Wird heute der Lockdown bis Ende März verlängert?

Update vom 3. März: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat einen Ausblick auf das gegeben, was bei der heutigen Corona-Konferenz beschlossen werden könnte. So sieht ein vorläufiger Beschlussentwurf vor, dass ab kommender Woche wieder mehrere Gewerbe öffnen dürfen – allerdings abhängig vom jeweiligen regionalen Infektionsgeschehen.„Das ist immer ein Ritt auf einem Grat“, wie der 72-Jährige betont.

Ab 8. März sollen dann wohl neben Blumengeschäften und Gartenmärkten auch Buchhandlungen wieder öffnen dürfen. Dafür muss es aber strenge Hygienekonzepte und Abstandsmaßnahmen eingehalten werden. Wohl eher unrealistisch ist, dass ab diesem Tag auch wieder die weiterführenden Schulen geöffnet werden, wie es sich Kultusministerin Susanne Eisenmann vorstellt. Als Grund dafür nennt Kretschmann den „großen organisatorischen Aufwand“, der mit der schnellen Beschaffung von massenhaft Corona-Schnelltests verbunden sei.

Paukenschlag vor Corona-Gipfel: Wird der Lockdown bis 28. März verlängert?

Update vom 2. März: Nach SPIEGEL-Informationen soll der Lockdown bis zum 28. März nochmals verlängert werden! Das geht aus einer Vorlage hervor, über die beim morgigen Corona-Gipfel beraten wird. Nach Angaben des Nachrichten-Portals stammt die Vorlage von der sogenannten Vierergruppe, welche der Kanzlerin und den Länderchefs zuarbeitet. Dennoch sind auch auf einigen Gebieten Lockerungen vorgesehen: Darunter eine Entspannung der Kontaktbeschränkungen. So sollen sich ab der kommenden Woche wieder bis zu fünf Mitglieder zweier Haushalte treffen dürfen. Weitere Details folgen in Kürze.

Lockdown oder Öffnungen? Das sagen Politiker und Experten vor dem Corona-Gipfel

Erstmeldung vom 1. März: Nach Monaten des Lockdowns sind die Menschen pandemiemüde. Auch Warnungen vor einer dritten Welle im Zuge der sich ausbreitenden Corona-Mutanten scheinen nur noch eine Minderheit abzuschrecken. Zudem stagnieren die Fallzahlen, wodurch das anvisierte Ziel einer 7-Tages-Inzidenz unter einem Wert von 35 zunehmend unwahrscheinlicher wird. Lockdown-Frustrierte, warnende Virologen und fordernde Wirtschaftsvertreter – diese Gemengelage aus Interessen und wissenschaftlichen Daten wird die Entscheidungen der Politik am kommenden Mittwoch (3. März) beeinflussen. Der Tenor des nächsten Bund-Länder-Treffens steht im Vorfeld bereits fest: Öffnungen ja – aber vorsichtig!

Corona-Gipfel: Keine weitere Entspannung trotz Winter-Lockdown

Am 10. Februar haben Bund und Länder den Winter-Lockdown bis 7. März verlängert – mit Ausnahme von Schulen, Kitas und Friseuren. Dennoch scheint sich die Corona-Lage nicht weiter zu entspannen:

Die Zahl der gemeldeten an und mit Covid-19 Verstorbenen ist am Sonntag (28. Februar) auf über 70.000 gestiegen. Bereits am Vortag ist die 7-Tages-Inzidenz um 1,2 auf 63,8 geklettert. Die Inzidenz ist infolge des Lockdowns bis Mitte Februar gesunken und hat sich seitdem auf einem Wert um die 60 eingependelt. Zu wenig, sagen Experten und sehen die dritte Welle nach den Osterfeiertagen schon im Anrollen.

Verantwortlich für die steigenden Zahlen machen die Wissenschaftler die ansteckendere und wohl auch tödlichere Mutation B.1.1.7. Ihr Anteil an den Infektionen ist laut den führenden Laboren in Deutschland schon vorvergangene Woche auf 30 Prozent gestiegen und dürfte laut Wissenschaftlern absehbar das Geschehen dominieren.

Lockdown-Ende: Öffnungspläne der Politiker vor dem Corona-Gipfel

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat ihre eigenen Vorstellungen einer möglichen Lockdown-Lockerung kundgetan: Demnach könne es ab Frühling gängige Praxis werden, dass Gaststätten, Museen und Geschäfte öffnen. Dafür sollen sie aber bei Kunden Schnelltests durchführen, sagt sie der „Bild am Sonntag“.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mahnt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin: „Wir müssen den Menschen sagen, in welchen Schritten wir vorangehen wollen“.

Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) setzt auf schnelles Reagieren vor Ort. „Niemand hat etwas davon, wenn wir Geschäfte öffnen und kurz danach wieder schließen“, sagt er im Deutschlandfunk. Nötig seien „sehr klare, präzise Festlegungen“ von Bund und Ländern inklusive Teststrategie – „eine Lösung aus einem Guss“.

Deutschland wird sich dabei nach Einschätzung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) an seiner Hauptstadt orientieren. „Grundlage wird ein Stufenplan sein, den wir in Berlin schon formuliert haben“, sagt der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz der dpa. Der Berliner Plan sieht abgestufte Öffnungen vor, etwa für Sport für Kinder bis 12, für Restaurant-Terrassen, Geschäfte oder Theater. Müller sagt, zu dem Plan zählten Schritte auch bei wieder steigenden Infektionszahlen.

Öffnen ja - aber mit Vorsicht. Sonst droht ein Blindflug in die dritte Welle

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident Bayern

Der vorgeschlagene Plan des RKI setzt den Fokus auf regionale Öffnungen und Schließungen: Öffnungen soll es demnach erst bei einem milderen Infektionsverlauf in einem überwiegenden Teil der Kreise geben. Neben der Sieben-Tage-Inzidenz soll es ankommen auf: die Auslastung der Intensivstationen, Klinikfälle bei Älteren und die Chancen auf Nachverfolgen von Kontaktpersonen.

Corona-Gipfel: Prognosen zur dritten Welle nach Öffnungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagt der „Bild am Sonntag“: „Öffnen ja - aber mit Vorsicht. Sonst droht ein Blindflug in die dritte Welle.“

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt in der Staatskanzlei an einer Online-Pk von Bayern und Sachsen zur Covid-19-Allianz der beiden Bundesländer teil (1. März).

Der Saarbrücker Experte für Corona-Prognosen, Thorsten Lehr, sagt der dpa: „Auch wenn die Lockerungen moderat sind, werden sie sich auswirken.“ Er gehe von einer Virusausbreitung im Land wie vor Weihnachten im April aus. Denn ab dem 7. März werde es wohl rund 20 Prozent mehr Kontakte geben.

Die Kombination mit der Virus-Mutante bringe einen starken Anstieg. Auch ohne Lockerungen würde Anfang April die 100er-Inzidenz erreicht. Der Ärztliche Koordinator zur Bewältigung der Pandemie im Kreis Starnberg, Bernhard Junge-Hülsing, sagt der „Süddeutschen Zeitung“, es sei vorschnell, wenn viele Menschen jetzt auf Masken verzichten und die Behörden die Schulen öffnen. „Es besteht eine große Gefahr, dass wir in zwei, drei Wochen wieder in den Lockdown müssen.“

Corona-Gipfel: Schwerpunkt Schul-Öffnungen

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will ab 8. März weitere Öffnungen an Grund- und weiterführenden Schulen, wie sie dem „Mannheimer Morgen“ sagt. Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, sagt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), alle Schulen und die Kitas müssen umgehend wieder geöffnet werden, weil Schulen im Infektionsgeschehen keine nennenswerte Rolle spielten.

Nach einer Untersuchung des RKI hingegen spielen Schüler zwar keine größere Rolle. Es komme aber auch bei ihnen zu Übertragungen und Ausbrüchen. Lehrkräfte hätten ein sechsfach höheres Risiko als Sechs- bis Zehnjährige, an einem Corona-Infektionsausbruch an Schulen beteiligt zu sein.

Corona-Gipfel: Umfrage zur Meinung der Bevölkerung zum Lockdown-Ende

In einer Umfrage des Insa-Meinungsforschungsinstituts für die „Bild am Sonntag“ sprechen sich 75 Prozent für die Öffnung von Geschäften aus , 17 Prozent sind dagegen. Bei Restaurants wollen 54 Prozent der Befragten eine Öffnung im März, 35 Prozent lehnen dies ab.

Auch bei Hotels (45 zu 37 Prozent), Kosmetiksalons (44 zu 32 Prozent) und Museen (42 zu 35 Prozent) überwiegen die Öffnungsbefürworter. Anders sieht es bei Kinos und Theatern aus. Hier sind 35 Prozent für eine Öffnung im März, aber 46 Prozent dagegen.

Corona-Gipfel: Städtetagspräsident vs. Präsident des Deutschen Landkreistags

Niedrig Infektionswerte könnten nicht so lange abgewartet werden, bis Öffnungsmaßnahmen überall gerechtfertigt seien, sagt der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, der „Welt am Sonntag“. So sollen benachbarte Kommunen und Länder Öffnungsschritte besser koordinieren – ein gewisser „Shopping-Tourismus sei unvermeidbar“, mahnt Sager.

Städtetagspräsident Burkhard Jung hingegen hält umfassende Lockerungen für zu früh. Dann müssen sie durch Schutzmaßnahmen und Tests flankiert werden, sagt er der Funke Mediengruppe. (esk mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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