Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis und Mannheim

Corona: An Halloween zu Hause bleiben – Polizei verstärkt Kontrollen

Rhein-Neckar-Kreis/Heidelberg - „Süßes sonst gibt‘s Saures!“ Dieses Jahr müssen wir wohl wegen Corona auch auf Halloween verzichten – zumindest so, wie wir es normalerweise kennen:

Sämtliche Sommerfeste, Jahrmärkte und Dorffeste sind in diesem Jahr wegen der Corona-Krise ausgefallen, nun ist das nächste Event betroffen: Halloween! Dass 2020 keine großen Partys stattfinden, dürfte mittlerweile noch kaum jemanden überraschen. Doch nun wird auch das von „Haus zu Haus“-Ziehen am 31. Oktober kritisch betrachtet.

FestHalloween
Datum31. Oktober
HerkunftUSA/Irland

Corona in Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis: Gesundheitsamt rät von Halloween-Feier ab

Der beliebte Brauch ist zwar nicht verboten, aber das Gesundheitsamt rät dringend davon ab. Deshalb appellieren sowohl die Stadt Heidelberg als auch das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis an alle Bürger: Im Hinblick auf die steigenden Infektionszahlen soll „am besten ganz auf diese gewohnte Tradition“ verzichtet werden. Am Montag (26. Oktober) beträgt die 7-Tage-Inzidenz in Heidelberg 83 und im Rhein-Neckar-Kreis 67,2.

Aber nicht nur Kinder müssen dieses Jahr auf den Grusel-Spaß verzichten. Auch Jugendliche und Erwachsene sollten keine Halloween-Feiern besuchen. „Nicht alles, was nach Verordnung noch erlaubt ist, ist epidemiologisch unbedingt sinnvoll. Wir befinden uns nun einmal inmitten einer Pandemie“, appelliert der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Andreas Welker, an die Vernunft und das Verständnis von Halloween-Fans, den Brauch in diesem Jahr besser nur in der Kernfamilie zu feiern.

Corona in Mannheim: Gesundheitsamt erlaubt kleine Feiern in Jugendhäusern

Auch in Mannheim rät das Gesundheitsamt von Haus zu Haus zu ziehen und Halloween-Partys ab. Viele Ansteckungen erfolgen auf privaten Feiern. Dazu gehören auch die jetzt anstehenden Halloween-Feiern oder der Brauch, an Halloween an den Haustüren zu klingeln.

So schwer es uns allen fällt, gilt es jetzt für alle, ihre sozialen Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren, um eine weitere Ausbreitung der Pandemie zu verhindern. Uns ist bewusst, dass die Situation gerade für Kinder und Jugendliche sehr herausfordernd ist“, betont Jugend- und Gesundheitsbürgermeister Dirk Grunert und appelliert an das Verständnis von Halloween-Fans, den Brauch in diesem Jahr besser nur im kleinen Kreis der Kernfamilie zu feiern.

Dennoch möchten wir die Angebote unserer Jugendarbeit so gut wie möglich weiterführen, sofern dies unter den aktuellen Hygieneregeln möglich ist, um Kinder und Jugendliche in dieser Zeit nicht allein zu lassen und Familien zu entlasten“, so Grunert. Aber auch hier müssen die Hygieneregeln an die aktuelle Situation angepasst werden.
 
In den Jugendhäusern Vogelstang und Herzogenried können in diesem Jahr keine Halloween-Veranstaltungen stattfinden. In anderen städtischen Jugendeinrichtungen finden nach derzeitiger Planung Veranstaltungen statt, allerdings nur unter Berücksichtigung besonderer Hygienekonzepte und strenger Auflagen. Dazu zählen:

  • Jugendhaus Erlenhof (Abenteuerspielplatz im Freien): 30. Oktober
  • Jugendhaus Schönau und Jugendhaus Hochstätt: 31. Oktober

Die genauen Orte, Termine und Anmeldemöglichkeiten finden sich auf dieser Webseite.

Halloween in Corona-Zeiten: Polizei ahndet Verstöße

Auch die Polizei sieht das Feiern an Halloween kritisch. Erfahrungsgemäß finden am 31. Oktober viele Party statt, die nun aber aufgrund von Corona abgesagt wurden. Zu groß ist das Risiko, dass die Hygienevorschriften nicht eingehalten werden können und eine Infektionskette nicht nachvollziehbar ist.

Auch wenn Kinder und Jugendliche traurig sein werden, aber Halloween mit Klingeltour von Tür zu Tür, das geht in diesem Jahr nicht. Es sollten auch keine ausgelassenen Partys gefeiert werden. Das Ansteckungsrisiko ist viel zu groß. Mit unserem Verhalten entscheiden wir darüber, wie sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus weiterentwickelt. Das Gebot der
Stunde lautet auch für Halloween: Kontakte einschränken und weniger Menschen treffen“, betont Polizeipräsident Andreas Stenger vom Polizeipräsidium Mannheim eindringlich.

Wir werden in der „Halloween-Nacht“ präsidiumsweit im Einsatz sein. Die Einhaltung der Corona-Regeln werden wir aufgrund der rasant steigenden Infektionszahlen verstärkt kontrollieren und das Nicht-Einhalten der Corona-Regeln konsequent ahnden“, verspricht Stenger.

Auch eine Sprecherin der Stadt Heidelberg bestätigt, dass am „Halloween-Wochenende“ durch den städtischen Ordnungsdienst und die Polizei gezielt Schwerpunkte gesetzt und in den Abendstunden öffentliche Plätze und Event-Locations kontrolliert werden, um größere Menschenansammlungen und Feiern zu unterbinden.

Halloween trotz Corona? 3 Tipps wie es trotzdem schaurig-schön wird

Doch Halloween muss trotz Corona-Pandemie nicht komplett ausfallen. Zwar sollten Treffen möglichst vermieden werden, mit der Familie kann man zu Hause trotzdem schaurig-schön feiern. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Grusel-Fotowettbewerb? Jeder kramt ein unheimliches Kostüm aus dem Kleiderschrank und verkleidet sich. Die Fotos können nicht nur an Freunde und Verwandte verschickt werden, sondern sind auch eine schöne Erinnerung für später.

Eltern könnten außerdem den Oster-Brauch in den Herbst verlegen und Süßigkeiten für die Kleinen im Haus verstecken. Wer es eher gemütlich mag, kann es sich bei einem Horror-Film-Marathon auf dem Sofa bequem machen – natürlich mit einer altersgerechten Filmauswahl. (jol)

Rubriklistenbild: © dpa/Bernd Weissbrod

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