Ergebnis aus Hessen

Studie offenbart: Aus Angst vor Infektion – Corona forderte mehr Herzinfarkt-Tote

Hessen - Es ist ein schockierendes Ergebnis! Wie Ärzte aus Hessen herausfanden, sind viele Menschen aus Angst vor dem Coronavirus gestorben:

Seit rund zwei Monaten steigt die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland erneut rasant an. Dadurch sind wieder mehr Intensivplätze in Krankenhäuser belegt. Am Donnerstag (12. November) müssen bundesweit 3.186 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt werden. Aktuell sind noch 6.587 Krankenhaus-Betten für Covid-Patienten frei. Für das Krankenhauspersonal bedeutet das eine enorme Herausforderung. Damit das Gesundheitssystem nicht versagt, fordert deshalb Gesundheitsminister Jens Spahn, dass auch infizierte Ärzte und Pfleger im Notfall arbeiten müssen.

KrankheitCoronavirus/Covid-19/SARS-CoV-2
ÜbertragungTröpfcheninfektion
Krankheitsverlauf80 Prozent der Infektionen verlaufen milde bis mittelschwer

Doch während ganz Deutschland auf die Corona-Kranken schaut, werden andere völlig vergessen. Wie Ärzte jedoch bestätigen, sterben Menschen nicht nur im Zusammenhang mit dem Coronavirus, sondern an den Folgen der Maßnahmen. So fallen dem Lockdown ebenfalls Personen zum Opfer. Ein Grund hierfür nennen nun Ärzte aus Hessen.

Hessen: Aus Angst vor Corona-Infektion – Zahl der Herzinfarkt-Tote gestiegen

Wie die BILD berichtet, fordern die Angst vor dem Virus sowie der Appell zu Hause zu bleib ebenfalls Todesopfer. Ärzte aus Hessen haben erstmalig alle Todesfälle in ihrem Bundesland zwischen März und April - also im Zeitraum des ersten Lockdowns - untersucht. Das Ergebnis: Es gibt etwa 12 Prozent mehr Herzinfarkt-Tote als im gleichen Zeitraum 2019.

Die Ärzte haben knapp 6.000 Leichen untersucht und dabei festgestellt, dass 1.977 an einem Herzinfarkt gestorben sind. Das sind rund 208 mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: 320 Menschen sind in diesem Zeitraum am Coronavirus gestorben.

Hessen: Ärzte veröffentlichen schockierendes Studien-Ergebnis – Menschen sterben aus Angst vor Corona-Infektion

Das alles ist schon schlimm genug, die Tatsache, dass die Tode hätten verhindert werden können, macht alles jedoch noch schockierender. „Die Patienten sind während der ersten Lockdown-Phase dem Rat gefolgt, zu Hause zu bleiben. Dadurch wurden allerdings Herzbeschwerden verschleppt und, wenn überhaupt, zu spät behandelt, so Professor Holger Nef, stellvertretender Direktor am Universitätsklinikum Gießen und Erstautor der Studie, zur BILD.

Bereits im April hieß es in einer Pressemitteilung vom Bund niedergelassener Kardiologen: „Herzkranke sind in der derzeitigen Corona-Pandemie vielfach gefährdet. Sie gehören zur Risikogruppe für die Erkrankung selbst und sie sind bei einer Infektion von besonders schweren Krankheitsverläufen bedroht. Durch die rigide Anordnung der Politik an die Krankenhäuser, möglichst keine elektiven Eingriffe vorzunehmen, können nun wichtige Prozeduren (Operationen), die der Patient eigentlich braucht, nicht oder erst zu einem verspäteten Zeitpunkt vorgenommen werden. Hinzu kommen Meldungen mehrerer Krankenhäuser (...) zu einem deutlichen Rückgang der zu versorgenden Schlaganfallund Herzinfarktpatienten.“

Coronavirus: Mehr Tote durch Herzinfarkt – Experte appelliert eigene Gesundheit ernst zu nehmen

Angst vor einer Corona-Infektion und der Auslastung des Gesundheitsamts sowie die Anordnung der Politik, möglichst nicht aus dem Haus zu gehen, haben also möglicherweise zu über 200 Toten geführt – und das nur innerhalb von zwei Monaten. „Rückblickend betrachtet waren diese Gründe nicht zutreffend“, so Nef. Der stellvertretende Direktor appelliert deshalb an alle Menschen, dass sie ihre eigene Gesundheit ernst nehmen und zum Arzt gehen sollen.

Kliniken und Ärzte drängen gleichzeitig darauf, dass Termine und Operationen nicht abgesagt werden. Patienten sollen diese auf jeden Fall wahrnehmen. Niemand brauche im Krankenhaus oder beim Arzt Angst haben, sich mit Corona zu infizieren. Inzwischen funktioniere die Wegesysteme und Hygienemechanismen besser, wie beispielsweise das Uniklinikum in Heidelberg bestätigt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / David Goldman / David Goldman

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