95-prozentige Sicherheit

Corona-Impfstoff von BioNTech: Auslieferungs-Überraschung macht Hoffnung

Mainz - BioNTech will bereits im Dezember erste Corona-Impfstoffe ausliefern. Kann dadurch das Weihnachts- und Silvesterfest gerettet werden? Bundeskanzlerin Merkel spricht Klartext:

Seit März dreht sich alles nur noch um das Coronavirus. Die Pandemie verlangt von jedem von uns einiges ab: Besuche werden vermieden, Feste und Veranstaltungen sind abgesagt und überall muss eine Maske getragen werden. Das alles dient dem Schutz von Risikopatienten und um das Gesundheitssystems mit schweren Krankheitsverläufen nicht zu überlasten. Der Wunsch zur Normalität zurückzukehren, ist enorm groß, weshalb hoffnungsvoll auf einen Corona-Impfstoff gewartet wird.

UnternehmenBioNTech
SitzMainz
GründerUğur Şahin, Christoph Huber und Özlem Türeci

Die Biotechnologischen Unternehmen BioNTech und Pfizer sind zu den Hoffnungsträgern in der Corona-Pandemie geworden. Denn sie haben laut eigenen Angaben einen Impfstoff gegen Covid-19 entwickelt, der einen 95-prozentigen Schutz bieten soll.

Corona-Impfstoff von BioNTeck soll im Dezember ausgeliefert werden

Laut BioNTech-Gründer Ugur Sahin kann eine Auslieferung des Corona-Impfstoffes noch in diesem Jahr möglich sein, wenn der Zulassungsantrag bewilligt wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel bestätigt laut Bild-Informationen ebenfalls die Lieferung der Impfstoffe im Dezember – oder „sehr schnell nach der Jahreswende“ –, und sagt, dass dann „das Impfen natürlich beginnen“ werde.

Bedeutet das etwa, dass wir trotz Corona Silvester feiern können? Die Bundeskanzlerin macht wenig Hoffnung darauf. Denn die Normalität wird trotz ersten Impfungen nicht so schnell zurückkehren. Der BioNTech-Gründer macht deutlich, dass erst im Herbst 2021 – und auch nur, wenn alles reibungslos abläuft – 70 Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft sein wird.

Corona-Krise – wie kann dieses Jahr Weihnachten und Silvester gefeiert werden?

Laut BILD pocht Kanzlerin Angela Merkel auf einen längeren Lockdown. Seit November gilt die „Light-Version“ in Deutschland. In der letzten Sitzung mit den Ministerpräsidenten der Länder sind keine neuen Regeln beschlossen worden, die Bundeskanzlerin hat lediglich Empfehlungen ausgesprochen. Ob das bei der nächsten Konferenz am Mittwoch (25. November) auch so sein wird, darf bezweifelt werden.

Kanzlerin Angela Merkel will eine Entscheidung fällen, wie es im Winter weitergeht und eine Corona-Strategie bis Januar beschließen. Für Weihnachten besteht Hoffnung, dass die Bürger „wieder ein gewisses Maß an Freiheit“ bekommen könnten. Silvester hingegen wird am Mittwoch eine „sehr, sehr schwierigen Entscheidung“, so Merkel. Auch das Thema Winterurlaub bereite ihr, sowie anderen Ministerpräsidenten wie zum Beispiel Winfried Kretschmann, Sorgen. Der Dezember wird also auf alle Fälle nochmal schwer werden und es ist eher mit Verschärfungen statt mit Lockerungen zu rechnen.

Corona-Impfstoff: Jens Spahn will im Dezember mi dem Impfen beginnen

Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet noch in diesem Jahr mit dem Start der Corona-Impfungen. „Es gibt Anlass zum Optimismus, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für einen Impfstoff in Europa geben wird. Und dann können wir mit den Impfungen sofort loslegen“, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er habe die Länder gebeten, bis Mitte Dezember einsatzbereite Impfzentren zu haben.

Seiner Meinung nach würde es nicht erst bis Ende 2021 dauern um alle Menschen im Deutschland durchzuimpfen. Für viele der voraussichtlichen Impfstoffe brauche man keine tiefe Kühlung. So könnte auch in normalen Arztpraxen geimpf werden.

Corona-Impfstoff – Nebenwirkungen und Schutz

Der Impfstoff gegen das Coronavirus von BioNTech und Pfizer soll laut den Unternehmen einen 95-prozentigen Schutz gegen Covid-19 bieten. Dabei spiele es keine Rolle, wie alt die Personen sind und woher sie kommen. Eine Impfpflicht in Deutschland soll es nicht geben. In erster Linie müssen Risikopatienten und Menschen, die in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Altenheimen und Arztpraxen arbeiten, geimpft und somit geschützt werden.

Nach Angaben von Pfizer und BioNTech haben Tests ergeben, dass die Impfung nur einen leichten bis moderaten Krankheitsverlauf mit sich zieht. In zwei Prozent der Fälle hatten Probanden schwere Verläufe und litten an Kopfschmerzen und Müdigkeit. (jol)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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