Studie gestartet

Corona-Impfstoff für Schwangere: Frauen erhalten Spritze – Auswirkung auf Babys unklar

Gibt es den Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer bald auch für Schwangere? Eine Studie mit 4.000 Frauen ist gestartet:

Seit dem 27. Dezember werden Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Das erste Vakzin, dass damals zur Verfügung stand, stammte von den Unternehmen BioNTech und Pfizer. Mittlerweile sind Corona-Impfstoffe von Moderna und AstraZeneca ebenfalls auf dem Markt. Der Impfstoff gegen das Virus steht bislang nur Erwachsenen zu, Studien für Kinder laufen bereits. Schwangeren werden ebenfalls keine Impfungen empfohlen, da hier zu wenige Informationen vorliegen. Doch das soll sich nun ändern.

UnternehmenBioNTech
SitzMainz
GründerUğur Şahin, Özlem Türeci

Corona-Impfstoff von BioNTech: Studie mit Schwangeren gestartet

„Zur Anwendung der COVID-19-Impfstoffe (mRNA-Impfstoffe oder Vektor-basierter Impfstoff) in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen aktuell keine Daten vor, daher empfiehlt die STIKO die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht“, heißt es vom Robert-Koch-Institut (RKI). Es besteht bislang aber kein Verdacht, dass eine Corona-Impfung zu einem Schwangerschaftsabbruch führen kann. Trotzdem bedeutet eine Impfung eine zusätzliche Belastung und sollte deshalb nur nach ausführlicher Abklärung und in Einzelfällen durchgeführt werden. Eine Corona-Impfung nach der Geburt hält die STIKO wiederum für ungefährlich.

Die Unternehmen BioNTech und Pfizer haben nun jedoch eine Studie gestartet, die den Einsatz ihres Corona-Impfstoffes für Schwangere prüfen soll. Damit soll die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffes für werdende Mütter geklärt werden, teilen die Hersteller am Donnerstag (18. Februar) mit.

Corona-Impfstoff für Schwangere? 2.000 Frauen erhalten den BioNTech-Wirkstoff

4.000 gesunde schwangere Frauen ab 18 Jahren werden nun für eine klinische Studie der Phase 2/3 gegen Corona geimpft. Die Impfungen sollen zwischen der 24. und 34. Schwangerschaftswoche erfolgen. Die Teilnehmerinnen werden dabei in zwei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe erhält das Corona-Vakzin, die andere nur ein Placebo. Die Schwangeren werden bis zu zehn Monate beobachtet. Dabei soll auch die Sicherheit der Impfung für die Babys sowie die Übertragung potenziell schützender Antikörper auf die Kinder untersucht werden, erklären BioNTech und Pfizer. Die Säuglinge werden bis zum sechsten Monat kontrolliert. Die Mütter, die nur ein Placebo während der Studie erhalten haben, werden nach der Geburt darüber informiert. Danach bekommen sie eine Corona-Impfung.

Der Impfstoff von BioNTech und Pfizer wird an Schwangeren getestet.

Corona-Impfstoff für Schwangere – BioNTEch und Pfizer hoffen auf Schutz für „zukünftige Generationen“

Der Chef für klinische Studien und Entwicklung beim US-Pharmakonzern Pfizer, William Gruber, erklärt: „Schwangere Frauen haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen und einen schweren Covid-19-Verlauf.“ Es sei daher sehr wichtig, einen sicheren und effektiven Impfstoff für diese Bevölkerungsgruppe zu entwickeln.

Unser Ziel ist es, einen breiten Zugang zu unserem hochwirksamen Covid-19-Impfstoff zu ermöglichen“, erklärt die medizinische Geschäftsführerin und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci. Nach dem Anlaufen der Impfkampagnen sei es an der Zeit, diese auch auf weitere gefährdete Bevölkerungsgruppen wie schwangere Frauen zu erweitern. „So können möglicherweise sowohl schwangere Frauen selbst als auch zukünftige Generationen geschützt werden“, so Türeci weiter.

Die beiden Unternehmen erproben den Impfstoff bereits in einer Studie mit Teenagern. Zudem werde in den nächsten Monaten eine Studie mit Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren begonnen, heißt es. Klinische Studien zu Impfungen besonders schutzbedürftiger Gruppen wie Schwangeren und Kindern beginnen in der Regel erst nach dem erfolgreichen Abschluss vergleichbarer Studien mit Erwachsenen. (dpa/jol)

Rubriklistenbild: © Emmi Korhonen

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