Prioritäten im Impfplan

Corona-Impfstoff von BioNTech: Impfung in 3 Stufen – wer ist zuerst dran?

Corona-Impfung: Der Impfstoff von BioNTech ist zugelassen. Schon kurz nach Weihnachten erfolgten die ersten Impfungen gegen Covid-19. Doch wer wird zuerst geimpft?

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter rasant aus. Um die Zahl der Neu-Infektionen zu senken, greifen die Bundesländer zu drastischen Maßnahmen: Ab dem 16. Dezember gilt ein harter Lockdown, in Bundesländern wie Baden-Württemberg wurden Ausgangssperren verhängt. Die größte Hoffnung liegt nun auf dem Corona-Impfstoff – genauer gesagt auf dem Vakzin der Mainzer Firma BioNTech und des US-Pharmakonzerns Pfizer. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat bereits am 21. Dezember ihr Gutachten über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer vorgelegt. Kurze Zeit später wird der Impfstoff in Europa zugelassen. Doch eine Frage ist noch offen: Wer erhält den Corona-Impfstoff zuerst?

Corona-Impfstoff von BioNTech: Wer kriegt die Impfung zuerst?

Klar ist: Die Corona-Impfstoffe werden zum Impfstart am 27. Dezember nur begrenzt zur Verfügung stehen. Es müssen also Prioritäten gesetzt werden, wer die ersten Impfdosen erhalten soll. Einigkeit herrscht in der Diskussion um die Priorisierung der Corona-Impfungen bisher nur darin, dass zunächst die Hochrisikogruppen – also alte oder vorerkrankte Menschen – sowie medizinisches Fachpersonal Zugang zur Impfung erhalten sollen. Doch wer ist als nächstes dran?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut hat im Dezember eine Empfehlung zur Priorisierung der Corona-Impfung in Deutschland veröffentlicht. Demnach soll die Bevölkerung in einer festen Reihenfolge geimpft werden – eingeteilt in drei Stufen.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Impfkommission empfiehlt Plan in 3 Stufen – diese Gruppen werden zuerst geimpft

In ihrer Empfehlung zur Priorisierung ordnete die Stiko laut Bericht von tagesschau.de die Bevölkerung von Deutschland je nach Dringlichkeit ein. Die Zuordnung erfolgte anhand des Alters, aber auch Vorerkrankungen und Berufsgruppe. Das ist der Impf-Plan in drei Stufen, den die Stiko empfiehlt und der seit 15. Dezember rechtskräftig ist:

  • Höchste Priorität genießen laut Bundesgesundheitsministerium über 80-Jährige, die in Pflege- oder Seniorenheimen betreut oder gepflegt werden oder Personen, die dort arbeiten. Auch Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten, medizinisches Personal mit hohem „Expositionsrisiko“ auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, von Rettungsdiensten, von Impfzentren oder Mitarbeiter spezialisierter ambulanter Palliativdienste, sowie Medizinpersonal, das besonders infektionsgefährdete Menschen behandelt, etwa Krebspatienten oder in der Transplantationsmedizin, fallen in die höchste Prioritätsstufe.
  • Hohe Priorität bei der Verteilung des Impfstoffs genießen über 70-Jährige, Menschen mit Trisomie-21, einer Demenz oder geistiger Behinderung und Patienten nach einer Organtransplantation. Zudem fallen Kontaktpersonen von Schwangeren sowie Menschen, die Einrichtungen für geistig behinderter Menschen arbeiten im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen zu dieser Kategorie. Hohe Impf-Priorität haben außerdem Ärzte und Medizinpersonal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und Corona-Testzentren, Polizisten und Mitarbeiter von Ordnungsdiensten mit hohem Infektionsrisiko (Demonstrationen), Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in Krankenhäusern, sowie Menschen, die in Flüchtlings- oder Obdachloseneinrichtungen leben oder arbeiten.
  • Eine erhöhte Priorität für eine Corona-Impfung haben über 60-Jährige, sowie Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chron. Nierenerkrankung, chronischer Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, div. Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma. Außerdem zählen Lehrer und Erzieher, Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten zu dieser Kategorie. Ebenso haben Personen in relevanter Position von Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungsorganen, in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Justiz, sowie Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, im Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentliche Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation eine erhöhte Priorität.

Kurz vor der Zulassung in der EU begannen in England bereits die ersten Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von BioNTech. Eine Behörde warnte allerdings Allergiker vor schweren Nebenwirkungen. Nach Impfstart in Großbritannien wurden außerdem Details zum Beipackzettel des BioNTech-Impfstoffs bekannt.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Wann steht der Impfplan für Deutschland fest?

Eine entsprechende Verordnung, die auch die Priorisierung und Verteilung des Corona-Impfstoffs regelt, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch in dieser Woche unterschreiben – pünktlich zum bevorstehenden Impfstart mit dem ersten für die EU zugelassenen Corona-Impfstoff von BioNTech.

Nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) seien Nachsteuerungen bei den geplanten Corona-Impfungen je nach Zulauf der verschiedenen Impfstoffe ebenfalls möglich. Das Vorgehen hänge auch davon ab, was die Zulassungsbehörden zur Eignung der Impfstoffe für welche Gruppe feststellten, sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag. „Deshalb kann man eine Impfstrategie auch nicht einfach einmal als Gesetz festlegen.“ Vielmehr müsse immer wieder geschaut werden.

Corona-Imfpung: Wann ist in Deutschland eine „Herdenimmunität“ erreicht?

Die Bundeskanzerlin erläuterte außerden, dass das Ziel eine „Herdenimmunität“ sei, wofür laut Experten 65 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden müssten – eines Tages auch weltweit. Falls mehr als 40, 50 oder 60 Prozent der Menschen sich nicht impfen lassen wollten, „dann werden wir noch sehr lange eine Maske tragen müssen“. Dann sei die Herdenimmunität nicht zu erreichen. Die Kanzlerin bestätigte außerdem erneut, dass man in Deutschland keine Corona-Impfpflicht einführen wolle. (kab mit dpa)

Rubriklistenbild: © Jessica Hill/dpa

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