Impf-Hammer

Corona-Impfstoff: Sp(r)itze! Impfung für alle schon ab DIESEM Tag?

Können sich bald alle gegen das Coronavirus impfen lassen?
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Corona-Impfung bald für alle?

Corona-Impfstoff: Wird die Impfpriorisierung bald komplett aufgehoben? Laut Medienberichten könnte die Impfung für alle bereits ab Ende Mai möglich sein! 

Update vom 22. April: Die Impfpriorisierung in Deutschland könnte bereits ab Ende Mai aufgehoben werden. Das berichtet die BILD unter Berufung auf interne Gespräche zwischen der Bundesregierung und den Staatskanzleien der Bundesländer. Das würde bedeuten, dass die Corona-Impfung für alle bereits ab Ende Mai zur Verfügung stehen könnte. Laut Bericht erwarte der Bund so hohe Impfstoff-Liefermengen, dass davon ausgegangen werde, bald jedem ein Impfangebot machen zu können. Auch Kanzleramtschef Helge Braun soll bereits gegenüber der BILD bestätigt haben, dass die Impfpriorisierung vermutlich Ende Mai oder Anfang Juni aufgehoben werden könne.

Corona-Impfung: Endet im Mai die Priorisierung? Experten mit Hoffnungs-Meldung

Erstmeldung vom 19. April: Es klingt nach erfreulichen Nachrichten für alle Impfwilligen in Deutschland: Laut einem Statement der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) könnte die Impfpriorisierung schon Ende Mai ganz wegfallen. Das hieße, dass sich jede*r, und zwar unabhängig von Alter oder Vorerkrankungen, gegen das Coronavirus impfen lassen könnte. Dies würde einen riesigen Impffortschritt bedeuten – ein ganz essenzieller Schritt in der Pandemiebekämpfung.

Die Impfung gilt als einer der Haupthoffnungsträger der Corona-Pandemie. Bislang sind vor allem Menschen höheren Alters und mit bestimmten Vorerkrankungen geimpft. Insgesamt wurden 36 Millionen Menschen in Deutschland vom RKI wegen ihres Alters oder einer Vorerkrankung als Risikogruppe eingestuft; davon zählen 21,6 Prozent zur Hochrisikogruppe. Seit Ende 2020 hat bereits jeder fünfte Deutsche eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten.

Das mag viel klingen, aber diese Zahl betrifft lediglich die Erstimpfung – eine Zweitimpfung hingegen haben laut RKI gerade einmal sieben Prozent der Bundesbürger*innen erhalten. Die Erstimpfung biete zwar einen Schutz gegen einen schweren oder gar tödlichen Verlauf; ein vollständiger Schutz sei jedoch erst nach der zweiten Impfung gegeben, so Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Zudem startete letzte Woche erst die Impfung der über 60-jährigen und der zu der gleichen Gruppe gehörigen Menschen (neben Alter und Vorerkrankungen zählen bestimmte Berufsgruppen, wie etwa Erzieher*innen, Polizei, Feuerwehr, Personen im Lebensmittelhandel u.a.).

Corona-Impfung: Impfbereitschaft in Deutschland groß

Viele deutsche Bürger*innen ohne relevante Vorerkrankungen und unter 60 Jahren warten sehnlichst auf ihren Termin für die Corona-Impfung. Knapp die Hälfte aller 18 bis 39-Jährigen möchte sich impfen lassen. Bei den 40 bis 64-Jährigen liegt der Prozentsatz der Impfwilligen sogar bei mehr als der Hälfte. Das besagt eine Umfrage zur grundsätzlichen Impfbereitschaft in Bezug auf das Coronavirus vom 25. Februar 2021 (Quelle: Statista).

Trotz der Vorfälle rund um die Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin, die vielleicht den ein oder anderen verunsichert haben, ist für viele die Impfung gleichbedeutend mit dem Wiedererlangen von Freiheiten, die man pandemiebedingt so viele Monate über nicht haben konnte: Endlich wieder Familie oder Freunde treffen, ohne Angst zu haben, sich oder die anderen anzustecken, endlich wieder unbeschwert ins Café gehen können oder in den Urlaub fahren. Auch wenn Virologen wie etwa Drosten betonen, dass sich die Menschen vor allem in Hinblick auf die Mutationen des Corona-Virus, aber auch auf die derzeitige Quote der Geimpften nicht zu sehr in Sicherheit wiegen sollten, so erscheint die Impfung für viele dennoch als der einzige Ausweg aus der Pandemie.

Corona-Impfung – ein Wettlauf gegen die Zeit

Der Blick auf den digitalen Impfterminrechner sorgt aber dann meistens für Ernüchterung – denn bis gesunde Menschen unter 60 Jahren sich impfen lassen können, vergeht noch eine lange Zeit. Dabei ist das Impfen ein Wettlauf gegen die Zeit: Wissenschaftler sind besorgt, dass nicht schnell genug geimpft wird, um neuen und möglicherweise gefährlicheren Varianten des Coronavirus vorzubeugen. Das Problem dabei ist, dass neue Mutationen bestehende Impfstoffe umgehen könnten – somit könnte ein Teufelskreis entstehen: Es müssten immer wieder neue Impfstoffe entwickelt werden – und diese wiederum möglichst schnell an möglichst viele Menschen verimpft werden, bevor erneut Mutanten entstehen.

Corona-Impfung – Ende Mai Impfung für alle zugänglich?

Hoffnung macht da eine neue Verlautbarung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: Wie Andreas Gassen, der Vorsitzende der KBV gegenüber der FAZ sagte, rechne er damit, dass „Ende Mai die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen“. Grund dafür sei die Tatsache, dass ab Mai neben den Hausärzten nun auch die Fachärzte „mit an Bord“ seien und somit „immer mehr Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigten Gruppen“ geimpft werden können.

Corona-Impfung – 23 Millionen Menschen in Deutschland impfpriorisiert

Bislang seien aus den priorisierten Personengruppen 1 und 2 etwa 16 Millionen Menschen erstgeimpft, rund 5 Millionen Menschen gälten als vollständig immunisiert. Insgesamt gebe es in den impfpriorisierten Gruppen 23 Millionen Menschen. Für Mai stünden den Impfzentren und Arztpraxen rund 4 bis 4,5 Millionen Dosen Impfstoff zur Verfügung – laut KBV ausreichend, um auch Menschen außerhalb der Priorisierungsgruppen zu impfen. Vorher sollten natürlich alle RisikopatientInnen ein Impfangebot erhalten.

Corona-Impfung – Hintergrund für die Aussage des KBV: Aussage von Jens Spahn

Doch was führt zu dieser plötzlichen Zuversicht, wo es doch seit Wochen heißt, Impfstoff gegen das Coronavirus sei in Deutschland knapp? Viele Menschen, die zu den anerkannten Risikogruppen gehören und laut Priorisierungsvorschriften bereits impfberechtigt wären, warten schließlich sehnlichst auf einen Termin. Die Impfhotline läuft auf Hochtouren und der „digitale Warteraum“ der Impfterminservice-Seite ist laufend voll – viele Impfberechtigte hoffen bei jedem Besuch der Seite, endlich einen Termin zu erhalten.

Etwas entspannt hat sich jedoch die Lage für viele sicherlich seit letzter Woche, seit die Impfterminbuchung nun auch über die Hausarztpraxen möglich ist. Hintergrund für die beinahe utopisch klingende Perspektive, dass Ende Mai nun alle Impfwilligen versorgt werden könnten, ist eine am vergangenen Freitagnachmittag von Jens Spahn (CDU) veröffentlichte Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums: In der kommenden Woche sollen fast 2,1 Millionen Impfstoffdosen an die Arztpraxen geliefert werden. Das sind fast 570.000 mehr als zunächst geplant und annähernd 1,1 Millionen mehr als in den Wochen davor. Das kommt daher, weil der Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer in der kommenden Woche rund 3,4 Millionen Impfstoffdosen bereitstellen kann – das wären 916.000 Dosen mehr als in der vorherigen Woche. Die Impfzentren der Länder haben sich von allen drei Herstellern – AstraZeneca, Biontech und Moderna – rund 2,25 Millionen Dosen Impfstoff gesichert. Der Rest geht an die Hausarztpraxen.

Corona-Impfung – Fachärzte sollen bald auch gegen das Coronavirus impfen dürfen

Wenn diese Entwicklung nun so weitergeht, könnten also bald alle Impfwilligen einen Termin erhalten. Doch wohin kann man sich wenden, wenn es so weit ist? Tatsächlich sollen zur Entlastung alle Ärzte, also neben den Hausärzten auch die Fachärzte, einbezogen werden. So könnten bald Internist*innen, Onkolog*innen oder GynäkologInnen gegen das Coronavirus impfen. Auch Kinderärzt*innen sollen miteinbezogen werden: Zwar gibt es laut aktuellem Stand keine zulässige Impfung für unter 16-jährige – die Kinderärzt*innen könnten aber Eltern und andere erwachsene Sorgeberechtigte impfen, so Gassen gegenüber der FAZ.

Corona-Impfung – Bis alle geimpft sind, kann es trotz allem noch dauern.

Bei allem Enthusiasmus sei aber zu bedenken: Auch wenn der Plan aufgeht und alle Impfwilligen ab Ende Mai in Deutschland einen Corona-Impftermin vereinbaren können, so wird es sicherlich noch lange dauern, bis ein Großteil der (impfwilligen) Bevölkerung geimpft ist. Bis dahin und auch darüber hinaus sollten Vorsicht und die Befolgung der AHA+L-Regeln auch weiterhin an der (Pandemie-)Tagesordnung stehen. (snh)

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