So soll es weiter gehen

Corona-Impfstoff von BioNTech: Merkel bedankt sich bei Gründern – „Sind mächtig stolz“

Per Video-Schalte bedankt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den Gründern von BioNTech. Die Impfstoff-Zulassung steht kurz bevor und 27 EU-Länder wollen noch dieses Jahr starten.

  • In einer Video-Schalte dankt die Bundesregierung den BioNTech-Gründern.
  • Die erste ordentliche Impfstoff-Zulassung wird für den 21. bis 23. Dezember erwartet.
  • 27 EU-Staaten wollen am 27. Dezember mit der Impfung starten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Donnerstagvormittag per Videokonferenz bei den BioNTech-Gründern Uğur Şahin und Özlem Türeci zu Gast. An dem Gespräch mit dem Unternehmen, dessen Corona-Impfstoff sich gerade im europäischen Zulassungsprozess befindet, haben auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) teilgenommen.

UnternehmenBioNTech SE
Gründung2008
HauptsitzMainz
CEOUğur Şahin

Corona-Impfstoff von BioNTech: Die Bundesregierung ist stolz und dankbar

Im Gespräch mit den Gründern des Mainzer Unternehmens BioNTech zeigt Merkel sich hocherfreut über den Erfolg in der Impfstoff-Entwicklung: „Wir sind als Bundesregierung mächtig stolz“. Dass der mRNA-Impfstoff so zügig auf den Markt gekommen ist, sei einerseits Ausdruck wunderbarer individueller Forscherleistung. Aber auch Ausdruck dafür, dass die Bundesregierung an die Wissenschaft glaube und die Forschung unterstütze, so Merkel.

„Wenn wir sehen, wie viele Menschen im Augenblick an Corona sterben, dann weiß man, wie viele Leben das retten kann“, sagt die Kanzlerin am Donnerstagvormittag. Deshalb freue sie sich auch in Deutschland schon auf den Tag, an dem mit der Impfung begonnen werden könne. Dies soll der Fall sein, wenn die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) erteilt werde.

Eine ordentliche Zulassung durch die EMA wird laut Gesundheitsminister Jens Spahn von 21. bis 23. Dezember, sprich Anfang nächster Woche, erwartet. In den USA und Großbritannien kommt der von BionTech entwickelte Impfstoff bereits nach einer Notfallzulassung zum Einsatz.

Corona-Impfung: Alle 27 EU-Staaten starten gleichzeitig

Die Europäischen Länder wollen dann am 27. Dezember mit der Impfung beginnen. Dass alle 27 Staaten gleichzeitig starten können, sei laut Spahn ein wichtiges Zeichen europäischer Solidarität. Zwischen 23. bis 27. soll der Impfstoff ausgeliefert so wie die Chargen durch das Paul-Ehrlich-Institut geprüft und freigegeben werden. Hinter der Impfung stecke laut Spahn auch ein erheblicher logistischer Aufwand.

Corona-Impfung: Spahn macht deutlich, wer zuerst geimpft wird

In der Live-Schalte geht Jens Spahn auch auf die Verteilung der ersten Impfdosen in Deutschland ein: „Klar ist auch, wer zuerst geimpft werden soll. Ich werde morgen die entsprechende Impfverordnung unterzeichnen.“ Ziel sei es zuerst über 80-Jährigen zu schützen und diejenigen, die in Alten- und Pflegeheimen leben sowie das Personal von Pflegeheimen. Alle anderen würden nach und nach unterrichtet werden, „sobald sie dran sind“.

„Ein Impfstoff made in Mainz, made in Germany ist für die Welt Anlass zur Zuversicht in dieser Pandemie.“

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Corona-Impfung: Jahrelange Erfahrung von BioNTech ist Schlüssel zum Erfolg

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) betont im Gespräch noch einmal, dass es keinerlei Abstriche bei Wirksamkeit und Sicherheit bei der Entwicklung des Impfstoffs gegeben hätte. Die rasante Entwicklung sei möglich gewesen, weil die Forscher um BioNTech bereits auf jahrelange Erfahrung zurückgreifen könnten und schon intensiv an der mRNA-Technologie arbeiteten als noch niemand so richtig daran geglaubt hätte. Die Zusammenarbeit mit der Bundesregierung habe 2008 mit einer Start-Up Förderung begonnen.

Als BioNTech-Gründer Uğur Şahin das Wort hat, bedankt er sich seinerseits für das große Vertrauen und die Förderungen der Bundesregierung. Özlem Türeci betont, dass die Mitarbeiter*innen in den letzten Monaten Nächte und Wochenenden durchgearbeitet sowie Urlaube verschoben hätten. „Und noch sei der Marathon nicht zu Ende“, verdeutlicht die Forscherin. Lediglich ein Etappenziel sei erreicht. Wenn diese Mission geschafft sei, kehre man zurück zur eigentlichen Vision – der Krebsforschung.

Corona-Impfung: Merkel stellt spannende Frage an BioNTech

Gegen Ende des virtuellen Gesprächs, meldet sich Kanzlerin Merkel noch einmal mit einer Frage zu Wort. Im Januar habe die Welt über das Coronavirus erfahren und verstanden, dass es sich schnell ausbreiten würde. Wann genau haben man bei BioNTech daran gedacht, den Impfstoff zu entwickeln?

Diese Frage überlässt Şahin seiner Ehefrau. Özlem Türeci erzählt, dass sie sich noch genau erinnere wie das Paar am 24. Januar am Frühstückstisch die Entscheidung getroffen habe, dass man den Startschuss für eine Impfstoff-Entwicklung geben müsse. Sahin habe aus einer Publikation über Fälle in Wuhan geschlossen, dass sehr wahrscheinlich eine Pandemie anstehen könnte.

Daraufhin habe man die Entscheidung gefällt, die Krebsforschung bei BioNTech umzuleiten in die Entwicklung eines Impfstoffs. Seit diesem 24. Januar 2020 sei kein einziger Tag geruht worden, so Türeci. Und nun, kurz vor Jahresende steht der Corona-Impfstoff unmittelbar vor seiner offiziellen Zulassung. (akm)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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