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Corona-Impfungen im Rhein-Neckar-Kreis: Impfteams spritzten 660.000 Dosen

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Von: Florian Römer

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Rhein-Neckar-Kreis - Zum Jahresende schloss im Patrick-Henry-Village der letzte Impfstützpunkt des Kreises. Zeit für eine Bilanz zu den Corona-Impfungen in Rhein-Neckar:

Seit gut zwei Jahren dominiert das Coronavirus das weltweite Infektionsgeschehen. Durch Impfungen ist es gelungen, schwere Krankheitsverläufe wegen einer Erkrankung mit Covid-19 drastisch zu reduzieren. Mittlerweile halten einige Virologen Corona für eine endemische Erkrankung. „Die Pandemie ist vorbei“, stellte der Virologe Christian Drosten Ende 2022 fest.

Neben einer durchgemachten Infektion haben nach Einschätzung von Experten Impfstoffe einen entscheidenden Beitrag zur Immunität der Bevölkerung geleistet. Seit 1. Januar 2023 werden Corona-Schutzimpfungen im Rhein-Neckar-Kreis in Arztpraxen und Apotheken durchgeführt. Die Impfzentren, in denen in den vergangenen eineinhalb Jahren im Minutentakt Erst-, Zweit- und Auffrischimpfungen durchgeführt wurden, haben ausgedient. Zeit für eine Impfbilanz im Rhein-Neckar-Kreis:

Corona-Impfungen im Rhein-Neckar-Kreis: Impfteams spritzten 660.000 Dosen

Am 30. Dezember 2022 schloss im Patrick-Henry-Village das letzte Impfzentrum im Rhein-Neckar-Kreis. In gut zwei Jahren – vom 27. Dezember 2020 bis zum 30. Dezember 2022 – führten Impfärzte in vom Rhein-Neckar-Kreis verantworteten Impfzentren und mobile Impfteams 662.723 Impfungen durch. Damit leistete der Kreis nach eigenen Angaben „einen entscheidenden Beitrag zur Immunisierung“ des bevölkerungsreichsten Landkreises in Baden-Württemberg.

„Die Impfzentren waren rund zwei Jahre lang eine wichtige Säule der Pandemiebekämpfung im Rhein-Neckar-Kreis. Mehr als 660.000 verabreichte Impfdosen sprechen für sich. Die Impfzentren sowie die mobilen Impfteams haben ein schnelles, flächendeckendes und niederschwelliges Impfen möglich gemacht, kurz nachdem der Impfstoff in Deutschland zur Verfügung stand. Dafür danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die Organisation und Planung vor Ort gestemmt haben, sehr“, erklärt Doreen Kuss, Gesundheitsdezernentin des Rhein-Neckar-Kreises.

Blick auf das zentrale Impfzentrum Heidelberg im Patrick-Henry-Village (PHV).
Zentrales Impfzentrum Heidelberg im Patrick-Henry-Village. © privat

Impfbilanz des Rhein-Neckar-Kreises: Über 24.000 Impfungen in einer Woche

Durch die Impfstruktur des Landratsamts war es möglich, Spitzenwerte von bis zu 24.418 Impfungen pro Woche (KW 18 2021) zu bewältigen. Eine besondere logistische Herausforderung bestand nach Bewältigung der enormen Impfnachfrage im Rahmen der Grundimmunisierung ab Dezember 2020, in der flexiblen personellen und logistischen Anpassung an die erneut starke Nachfrage im Herbst und Winter 2021/2022 im Rahmen der Booster-Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission). In der KW 52 des Jahres 2022 wurden noch 149 Impfungen durchgeführt, sodass bei der rückläufigen Impfnachfrage eine Weiterfinanzierung der Impfinfrastruktur durch das Land nicht mehr zu rechtfertigen war.

Die 662.723 Impfungen verteilen sich bezüglich der von der STIKO-empfohlenen Impfstoffe auf: 

Über 90% (596.754) aller Impfungen wurden mit mRNA-Impfstoffen (Comirnaty®, Spikevax®) durchgeführt. Vektor-Impfstoffe (Jcovden®, Vaxzevria®) machten knapp zehn Prozent aller Impfungen aus. Protein-basierte Impfstoffe (Nuvaxovid®) machten nur einen sehr geringen Anteil (0,074%) aller verabreichten Impfdosen aus. Die Nachfrage nach dem seit Juni 2022 zugelassenen Ganzvirus-Totimpfstoff der Firma Valneva war insgesamt gering. Hiervon wurden nur 19 Dosen (0,003%) verimpft. Die Impfungen verteilten sich insgesamt auf: 

Corona im Rhein-Neckar-Kreis: Impfungen weiter wichtiger Baustein

Durch Impfung und durchgemachte Infektion gebe es in der Bevölkerung mittlerweile eine starke Immunitätslage und man könne „optimistisch in die Zukunft blicken“, so Doreen Kuss weiter. Dennoch sei weiterhin wichtig, seinen Immunschutz entsprechend der STIKO-Empfehlungen zu überprüfen, denn es gehe nicht nur darum, die immer noch weiterbestehenden Impflücken durch Corona-Impfungen zu schließen, sondern diese auch bei nachlassendem Impfschutz geschlossen zu halten.

„Zwei Beispiele aus neuester Zeit verdeutlichen die Notwendigkeit, seinen Impfschutz zu überprüfen und ggf. eine (weitere) Auffrischimpfung durchzuführen. Es ist daher für jeden wichtig, seinen aktuellen Impf-/Immunitätsstatus bzgl. der Notwendigkeit einer Auffrischimpfung zu prüfen und sich bei Unklarheiten hierzu ggf. ärztlich beraten zu lassen.“, merkt Dr. Christoph Harter, ärztlicher Leiter der Koordinierungsstelle Testen und Impfen im Landratsamt an. 

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse in China sehen wir, was passieren kann, wenn eine Corona-Variante auf ein Versäumnis der Auffrischimpfungen einer Bevölkerung stößt, die durch eine „Null-Covid“-Politik auch kaum Exposition hatte. 

Dr. Christoph Harter, ärztlicher Leiter der Koordinierungsstelle Testen und Impfen im Landratsamt Rhein-Neckar

XBB.1.5: Omikron-Untervariante könnte auch in Deutschland dominant werden

Die dort vorherrschenden Varianten der Omikron-Sublinien (BF.7 und BA.5.2.1) seien aktuell auch bei uns dominierend. Im Vergleich könne man deutlich sehen, dass Omikron „nicht harmloser, sondern die Immunitätslage in unserer Bevölkerung besser ist, weil in der Vergangenheit insbesondere das Angebot an Auffrischimpfungen wahrgenommen wurde.“

Zudem sei die Omikron-BA.2-Sublinie XBB.1.5, eine Weiterentwicklung von der BA.2-Sublinie XBB.1, laut Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC mit einem Anteil von 40,5 Prozent (Stand: 31.12.2022) bereits die dominierende Corona-Variante in den USA. In der Vorwoche lag der Anteil noch bei 21,7 Prozent. Auch diese Variante kann in Deutschland möglicherweise wieder zu mehr Infektionen führen, jedoch schützt nach derzeitigem Wissenstand eine aktuelle Auffrischimpfung gegen einen schweren Verlauf der Erkrankung. (pm/rmx)

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