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Corona-Infektion: Menschen mit dieser besonderen Blutgruppe stecken sich seltener an

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Von: Josefine Lenz

Corona-Infektion: Weißt Du, welche Blutgruppe Du hast? Forscher haben nun einen interessanten Zusammenhang mit Corona-Infektionen entdeckt. Sind bestimmte sicherer?

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wird weltweit über das Virus geforscht, um möglichst viele Informationen zu erhalten. Unter anderem arbeiten Wissenschaftler mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus oder untersuchen, wie sich Covid-19 über Aerosole ausbreitet. Um die Pandemie einzudämmen werden von Experten die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht empfohlen. Doch neben den vielen Faktoren, um sich selbst vor Corona zu schützen, gibt es auch ein Risikofaktor, den wir nicht beeinflussen können.

KrankheitCoronavirus
ÜbertragungTröpfcheninfektion
KrankheitsverlaufZu 80 Prozent leichte oder mittelschwere Symptome

Wie Forscher aus Österreich herausfanden, spielt auch unsere Blutgruppe einen entscheidenden Faktor, ob wir uns mit Corona infizieren oder nicht. Also jetzt lieber mal auf den Geburts- oder Spenderausweis nachschauen, welche Blutgruppe Du hast!

Corona-Forschung: Blutgruppe A, B, AB oder 0 – worin liegt der Unterschied?

Bereits Wissenschaftler aus China und Europa haben sich dieser Thematik gewidmet und nun schließt sich die österreichische Medizinische Universität Graz (Med Uni Graz) an. In einer Meldung beschreiben die Forscher die Auswirkungen der Blutgruppen mit Hinblick auf eine mögliche Corona-Infektion – und stellen dabei einen interessanten Zusammenhang fest.

Kurz zur Erklärung: Es gibt vier Blutgruppen – A, B, AB und 0. Sie bezeichnen die Antigene, die jeder von uns in seinem Blut hat. Genauer gesagt: Eine Membran umfasst jedes einzelne rote Blutkörperchen. In den Membranen stecken unterschiedlich viele Kohlenhydrate (Zucker) und Eiweiße. Diese wiederum verleihen den roten Blutkörperchen eine bestimmte Oberflächenstruktur, die sogenannten Antigene.

Neben den Bezeichnungen A, B, 0 gibt es noch den Rhesusfaktor. Menschen mit Rhesus-positiv (+) haben auf ihrer Oberfläche ein D-Antigen, Personen mit Rhesus-negativ (-) haben dies nicht. Die Blutgruppen unterscheiden sich folgendermaßen:

In Deutschland haben die meisten Menschen die Blutgruppe A+ oder 0+ (beide jeweils um die 36 Prozent). Als seltenste Blutgruppen gelten 0-, B- und AB-.

Corona-Infektion: Eine Blutgruppe steckt sich seltener mit Covid-19 an

Die Forscher aus Österreich haben Corona-Patienten auf ihre Blutgruppe getestet und dann miteinander verglichen. „In unserer Studie untersuchen wir, ob die ABO Blutgruppeneigenschaften einen möglichen weiteren Risikofaktor für die Infektion und die Erkrankung an COVID-19 darstellen können“, so Transfusionsmediziner Thomas Wagner. Bereits in den ersten Forschungsergebnissen kann festgestellt werden, dass es einen Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion und den Blutgruppen gibt. Damit werden die Erkenntnisse aus Europa und China bestätigt. Demnach erkranken Menschen mit der Blutgruppe 0 seltener an Corona als Menschen mit den Blutgruppen A, B oder AB.

Für die Studie wurden insgesamt 399 Corona-Patienten, die stationär behandelt wurden, untersucht. „Als Vergleichskontrolle für die ‚normale‘ Blutgruppenverteilung in der Steiermark dienen die VollblutspenderInnen (n=250.298) des Blutspendedienstes (ÖRK Landesverband Steiermark)“, beschreibt Thomas Wagner den Aufbau der Studie.

Unsere Studienergebnisse zeigen, dass Menschen mit der Blutgruppe O eine statistisch signifikant geringere Wahrscheinlichkeit haben, an COVID-19 zu erkranken, als Menschen mit anderen ABO Phänotypen (Blutgruppe A, B oder AB)“, berichten die ForscherInnen. Die Blutgruppe AB hingegen wird bei infizierten und an COVID-19 erkrankten Menschen signifikant häufiger festgestellt.

Corona-Infektion: Blutgruppe 0 seltener infiziert – und jetzt?

Die Erkenntnisse bringen jedoch keinen Aufschluss auf den Krankheitsverlauf einer Coronavirus-Infektion. Das bedeutet, dass Menschen mit Blutgruppe 0 nicht schwerer aber auch nicht leichter an Corona erkranken. Die Einhaltung der Maßnahmen ist also auch für sie unabdingbar. „Es gilt nun, den Mechanismus, der hierbei eine Rolle spielt, genau zu erforschen. Auch andere Blutgruppensysteme werden in die Untersuchungen mit einbezogen“, blicken Eva Maria Matzhold und Thomas Wagner in die Zukunft. (jol)

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