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Corona: Krankenhaus-Auslastung statt Inzidenz? Neues Warnsystem gefordert

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Von: Josefine Lenz

Immer mehr Politiker fordern neben der Inzidenz-Regelung ein neues Corona-Warnsystem. So könnte die Auslastung in Krankenhäusern ein wichtiger Richtwert werden:

Ob Regeln im Kampf gegen Corona gelockert oder verschärft werden, darüber entscheidet derzeit die Inzidenz des jeweiligen Land- und Stadtkreises. Doch ist der Inzidenz-Wert noch „zeitgemäß“? Darüber diskutieren derzeit Politiker und Experten – und die scheinen sich mal wieder uneins zu sein. So ist für Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, die InzidenzLeitindikator für Infektionsdynamik“. Das geht aus einem Papier hervor, das den Chefs der Staatskanzleien der Länder präsentiert wurde. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und andere Politiker fordern jedoch ein neues Corona-Warnsystem.

Corona: Reicht Inzidenz-Stufen noch aus? Forderung nach neuem Warnsystem

Zwar wolle man weiterhin an der Inzidenz-Regelung festhalten, aber man brauche „zwingend weitere Kennzahlen, um die Lage zu bewerten“, so Spahn gegenüber der Bild. „Mit steigender Impfrate verliert die Inzidenz an Aussagekraft“. Man müsse beispielsweise die neu aufgenommenen Corona-Patienten in Krankenhäusern berücksichtigen.

Auch die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, befürwortet ein bundesweites Coronavirus-Ampelsystem. Darüber berichtet unter anderem die Rheinpfalz. Neben der 7-Tage-Inzidenz soll demnach auch die Krankenhausauslastung berücksichtigt werden. Viele Menschen – wenn auch nicht ausreichend – seien durch die Impfung gegen Covid-19 geschützt. Durch den Impfschutz sage die Inzidenz heute viel weniger über die Gefahr einer Erkrankung die mögliche Belastung des Gesundheitssystems aus. „Deswegen müssen die Bundesländer mit der Bundesregierung zu einem neuen Warnwert kommen“, forderte Dreyer. Auch Michael Müller, Bürgermeister von Berlin, hält es für sinnvoll weitere Faktoren als die Inzidenz zu betrachten.

Corona: Auslastung in Krankenhäusern statt Inzidenz? Forderung nach neuem Ampelsystem

Wie die Rheinpfalz weiter berichtet, plädiert nun auch nach Angaben des Mainzer Gesundheitsministeriums die Landesregierung Rheinland-Pfalz für einen neuen Corona-Warnwert. „Die Inzidenz sagt heute viel weniger über die Gefahr einer Erkrankung und die mögliche Belastung des Gesundheitssystems aus, da mittlerweile viel mehr Menschen geimpft sind und somit einen guten Schutz vor einer schweren Erkrankung haben“, so ein Ministeriumssprecher. Auch hier werde ein Ampelsystem, dass die Hospitalisierung-Inzidenz einbezieht, empfohlen. (jol)

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