1. Heidelberg24
  2. Region

Corona-Gipfel: Experten befürchten dritte Welle – Harter Lockdown droht

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Robin Eichelsheimer

Corona-Gipfel – Es gilt als wahrscheinlich, dass Deutschland in den nächsten Lockdown schlittert. Am Montag findet die Konferenz mit Merkel und den Ministerpräsidenten statt:

Update vom 20. März: Nicht nur Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, auch Mediziner fordern die Rückkehr des Lockdowns. Die Ärzt fordern schärfere Corona-Beschränkungen und warnen vor einer Zuspitzung des Gesundheitssystems. Die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, fordert: „Es muss definitiv die vereinbarte Notbremse gezogen werden, da darf es keine Ausnahmen geben.“ Weiter sagt sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag): „Ich rechne ab Ostern mit einer noch kritischeren Lage als zum Jahreswechsel.“ Der Kapazitätspuffer auf den Intensivstationen „wird rasant wegschmelzen“, warnt sie. „Es war unverantwortlich, in die dritte Welle und die Ausbreitung der Mutanten hinein auf diese Art zu lockern. Dadurch droht den Kliniken nun die dritte Extremsituation binnen eines Jahres“, sagt sie abschließend.

Auch von Intensivmedizinern kommen nachdrückliche Mahnungen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz könne ohne Eingreifen sehr schnell auf 200 steigen und zu deutlich höheren Intensivpatientenzahlen führen. „Aus unserer Sicht kann es daher nur eine Rückkehr zum Lockdown vom Februar geben“, so der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag). „Alles, was man sich jetzt erlaubt, muss man später mit Zins und Zinseszins bezahlen“, warnt Marx.

Corona-Gipfel: Verschärfungen ab Inzidenz von 100 – strenger Lockdown droht

Am Freitagabend weist Kanzlerin Angela Merkel auf die „Notbremse“ bei einer 7-Tage-Inzidenz von 100 hin. „Und wir werden leider auch von dieser Notbremse Gebrauch machen müssen“, sagt sie nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten zum weiteren Vorgehen beim Impfen. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir ohne diese Notbremse auskommen, aber das wird nicht möglich sein, wenn ich mir die Entwicklung der letzten Tage anschaue.“ 6 von 16 Bundesländern liegen bereits über dem 100er Wert.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) betont ebenfalls, dass man mit Verschärfungen rechnen müsse. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (CDU) will wiederum einer Lockerung für Modellkommunen. WEnn diese ein lückenloses Test- und Kontakterfassungssystem vorweisen können, sollten Außengastronomie, Kultur und Einzelhandel für Kunden mit einem tagesaktuellen Corona-Test öffnen können. Am Montag findet der nächste Corona-Gipfel mit der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten statt.

Corona-Gipfel: Lauterbach fordert sofortigen Lockdown – aus diesem Grund

Update vom 19. März: Am kommenden Montag (22. März) blickt ganz Deutschland wieder mal gespannt nach Berlin – dann steht nämlich der nächste Tag der Entscheidung an. Doch bereits rund eine Woche vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern war bereits aus Regierungskreisen durchgesickert, dass nicht nur die eigentlich vorgesehenen Lockerungsschritte gekippt werden sollen – auch der Lockdown soll wieder verlängert werden. Dabei war von bis zu vier weiteren Wochen die Rede.

Für Karl Lauterbach führt daran sogar kein Weg vorbei. Der Gesundheitsexperte hat sich am Freitag (19. März) in Berlin dafür ausgesprochen, die Corona-Maßnahmen schnellstmöglich wieder zu verschärfen.

Man kann es drehen und wenden wie man will, wir müssen zurück in den Lockdown.

Karl Lauterbach – SPD-Gesundheitsexperte

In Lauterbachs Augen mache es keinen Sinn, mit dem nächsten Lockdown zu warten. Denn: Je früher man reagiere, desto kürzer würde dieser ausfallen, um wieder auf eine beherrschbare Fallzahl zu kommen. Lauterbach sprach und warnte vor dem Beginn einer „fulminanten dritten Welle“. Der Gesundheitsexperte befürchtet, dass die bundesweite Inzidenz aufgrund der erhöhten Fälle von Virusmutationen schon Mitte April auf den Wert von 200 springen könnte. In der Folge würden in wenigen Wochen die Intensivstationen überlastet sein.

Corona-Gipfel: Lockdown soll nochmal verlängert werden – Öffnungsschritte in Gefahr

Erstmeldung vom 16. März: Seit Monaten hinkt Deutschland bei den Impfungen im internationalen Vergleich hinterher – und als ob das nicht schon genug wäre, wurden nun auch noch die Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca bis auf Weiteres ausgesetzt, nachdem es vermehrt zu Berichten von schweren Nebenwirkungen infolge von Impfungen mit dem Mittel des schwedisch-britischen Pharmakonzerns gekommen war. „Bis jetzt gibt es sieben berichtete Fälle, die im Zusammenhang mit einer solchen Hirnvenenthrombose stehen bei mittlerweile über 1,6 Millionen Impfungen in Deutschland. Es geht um ein sehr geringeres Risiko – aber falls es tatsächlich im Zusammenhang mit der Impfung stehen sollte, um ein überdurchschnittliches Risiko“, gibt Jens Spahn am Montag (15. März) in einer Erklärung zu.

Zeitgleich steigen die Infektionszahlen in Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland immer weiter an, die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell über 83 – Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegen sogar über der 100er-Marke. Vor dem Hintergrund dieses weiterhin äußerst dynamischen Infektionsgeschehens erwägen Bund und Länder drastische Maßnahmen, die beim kommenden Corona-Gipfel am 22. März verkündet werden könnten.

KrankheitCoronavirus
ÜbertragungTröpfcheninfektion
VerlaufEtwa 80 Prozent der Infektionen verlaufen milde bis mittelschwer

Corona-Gipfel: Lockdown soll verlängert werden – Öffnungsschritte ausgesetzt

Wie Business Insider unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, erwägen Angela Merkel und die Ministerpräsident*innen der Länder auf dem Corona-Gipfel am kommenden Montag, den geplanten Öffnungsschritt bundesweit auszusetzen, der eigentlich für den 22. März angedacht war.

Der besagte, dass Bundesländer oder Kreise bei einer Inzidenz unter 50 Restaurant im Außenbereich öffnen dürfen – abenfalls waren Öffnungen dann für Theater, Konzerte, Opernhäuser und Kinos vorgesehen. Auch kontaktfreier Sport im Innenbereich und Kontaktsport im Außenbereich sollte eigentlich wieder möglich sein. Ab Inzidenzwerten zwischen 50 und 100 sollten diese Lockerungen ebenfalls möglich sein, dann jedoch nur unter der Bedingung, dass Kunden und Gäste zuvor einen negativen Schnelltest vorweisen, beziehungsweise vorab einen Termin ausmachen müssen.

Die Corona-Öffnungsstrategie zeigt, welche Bereiche wann wieder öffnen können.
Die Corona-Öffnungsstrategie zeigt, welche Bereiche wann wieder öffnen können. © HEADLINE24

Wie Business Insider weiter berichtet, soll das sich verschlechternde Infektionsgeschehen und die Unsicherheit beim Impfstoff von AstraZeneca dazu geführt haben, dass Bund und Länder nun lieber wieder auf die Bremse treten wollen. Heißt im Klartext: Der zunächst bis zum 28. März verlängerte Corona-Lockdown soll erneut verlängert werden – „womöglich erneut für vier Wochen“.

Corona-Gipfel: Davon hängt die Verlängerung des Lockdowns ab

Der Impf-Verlauf der nächsten Tage soll demnach ausschlaggebend dafür sein, ob sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs tatsächlich auf das Aussetzen der geplanten Öffnungsschritte einigen. Der für Mittwoch (17. März) geplante impf-Gipfel wurde aufgrund der sich überschlagenden Ereignisse rund um den AstraZeneca-Impfstoff kurzfristig abgesagt, soll aber womöglich noch diese Woche nachgeholt werden. Das ist jedoch abhängig von den Aussagen der Europäischen Arzneimittelbehörde (Ema) für das weitere Vorgehen beim AstraZeneca-Impfstoff.

Dem Vernehmen nach arbeiten Bund und Länder mit Hochdruck an einem Notfall-Plan für das Vakzin von AstraZeneca: Zahlreiche Länder impfen bereits die in der Impfverordnung enthaltene Prioritätengruppe 2. Offenbar wird nun über eine Freigabe des Impfstoffs entweder für alle oder zumindest ein Streichen der Prioritätengruppe 3 diskutiert. In beiden Fällen – so die Hoffnung – sollte die Zahl der Geimpften deutlich ansteigen. (rob)

Auch interessant

Kommentare