Landrat mit Appell an Bürger

Corona im Rhein-Neckar-Kreis: Meilenstein bei Impfkampagne – Landrat mit Appell an Bürger

Rhein-Neckar-Kreis - Nach einer ereignisreichen Woche und einer zeitweisen Aussetzung des Impstoffes von AstraZeneca gibt es einen Meilenstein in der Impfkampagne zu feiern:

Bis Donnerstag, 18. März, sind in Deutschland 13 Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen nach einer Corona-Impfung mit AstraZeneca aufgetreten. Nach einer sorgfältigen Prüfung der Fälle empfiehlt die europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Einsatz des Impfstoffes weiter. Der Impfstoff soll mit einer Warnung versehen werden, dass er in sehr seltenen Fällen Hirnvenenthrombosen verursachen könnte. Nur kurze Zeit später wollen Greifswalder Forscher anhand von Blutproben eine mögliche Ursache für solche Thrombosen gefunden haben.

Der Nutzen des Impfstoffes von AstraZeneca, der nicht so kühl gelagert werden muss wie die Impfstoffe von BioNTech und Moderna, überwiege das Risiko bei weitem, begründet die EMA ihre Entscheidung. Wegen dieser Eigenschaft eignet er sich auch hervorragend dafür in Arztpraxen verimpft zu werden. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem sogenannten Impfgipfel mit Bund und Ländern am 19. März mitteilt, soll schon nach Ostern damit begonnen werden.

Die Hausärzte sollen in der ersten Aprilwoche eine Million Dosen erhalten, die sie an ihre Patient*innen unter „flexibler“ Einhaltung der Impfpriorisierung verabreichen können. Impfzentren und mobile Impfteams (MIT) sollen parallel auch weiterhin Schutzimpfungen gegen das Coronavirus vornehmen.

Corona im Rhein-Neckar-Kreis: Meilenstein – 100.000 Impfungen verabreicht

Wie das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis am Montag (22. März) mitteilt, wurden in den drei Impfzentren in Heidelberg, Weinheim und Sinsheim sowie den Mobilen Impfteams bislang über 100.000 Dosen verimpft. „Das Erreichen dieser Marke ist eine gute Nachricht, denn vor allem die Impfungen sind wichtig, um schwere oder gar tödliche Krankheitsverläufe zu verhindern“, sagt Landrat Stefan Dallinger. Auch wenn der Corona-Impfstoff derzeit noch ein knappes Gut ist, hofft er, dass die Impfzentren bald im Vollbetrieb laufen können.

Corona im Rhein-Neckar-Kreis: Landrat Stefan Dallinger mit Appell an Bürger

Gleichzeitig appelliert der Dallinger an die Bevölkerung des Rhein-Neckar-Kreises sich impfen zu lassen, sobald genug Termine zur Verfügung stünden. Die Bundeskanzlerin hält auch weiterhin an ihrem Ziel fest, allen deutschen Bundesbürgern bis zum Sommer ein Impfangebot gemacht zu haben.

Über die Impfzentren, die der Rhein-Neckar-Kreis betreibt, und die Mobilen Impfteams wurden bereits über 100.000 Impfungen durchgeführt.

Jedes zugelassene Vakzin habe ein sehr umfangreiches Prüf- und Testverfahren hinter sich – und letztlich habe die vergangene Woche gezeigt, dass auch die Kontrollmechanismen funktionieren, ergänzt der Landrat. „Der Weg zurück in die Normalität, die wir uns wünschen, führt nur durch die Impfung.“ Die Bevölkerung könne sich darauf verlassen, dass alle Impfstoffe sicher und wirksam sind.

Corona im Rhein-Neckar-Kreis: 35.700 Personen sind „durchgeimpft“

Stand Sonntagabend (21. März) haben 67.400 Personen haben über die drei Impfzentren und die MIT ihre Erstimpfung erhalten und etwa 35.700 Personen ihre Zweitimpfung. Die 35.700 Personen gelten als „durchgeimpft“ und mit einem guten Schutz gegen einen schwereren Covid-19-Infektionsverlauf ausgerüstet. Allein die mobilen Impfteams (MIT) haben bislang 20.100 Impfungen verabreicht. Mittlerweile sind in allen 72 stationären Alten-und Pflegeeinrichtungen des Rhein-Kreis-Kreises die Erst- und Zweitimpfungen abgeschlossen. Aktuell finden die Impfungen durch die MIT auch in anderen Einrichtungen mit vulnerablen Personengruppen wie in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, in Pflege-WG oder in Hospizen statt.

Die über 100.000 Impfungen verteilen sich wie folgt: ZIZ Heidelberg: 56.571, KIZ Weinheim: 16.283, KIZ Sinsheim: 10.130 MIT: 20.164. Geleitet werden die Impfzentren des Kreises von Christoph Schulze. Im Interview mit HEIDELBERG24 gibt Schulze einen Einblick über seinen Aufgabenbereich, das Vakzin von AstraZeneca und wie er eine Hotline-Mitarbeiterin in den USA überraschte. (kp)

Rubriklistenbild: © Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

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