Ticker für Rheinland-Pfalz

Nach Corona-Ausbruch in Schwegenheim: Warum wurde Hochzeit erlaubt?

Corona in Rheinland-Pfalz - Trotz eines Corona-Ausbruchs in einer Glaubensgemeinschaft in Schwegenheim, hat die Kreisverwaltung dort eine Hochzeitsfeier erlaubt. Jetzt wurden weitere Personen positiv getestet:

  • Coronavirus in Rheinland-Pfalz: 7.027 Infizierte, 235 Tote und 6.603 Genesene, 189 aktive Fälle. (Stand 1. Juli)
  • Die aktuelle Corona-Verordnung von Rheinland-Pfalz gilt seit dem 24. Juni.
  • Corona-Ausbruch in einer kirchlichen Gemeinde in Schwegenheim – Kita und zwei Schulen müssen geschlossen werden.

Update vom 2. Juli: Nach einem Corona-Ausbruch in der Freien Evangeliumschristen-Gemeinde in Schwegenheim sind noch immer viele Fragen offen. Eine davon: Warum hat die Kreisverwaltung eine Hochzeitsfeier mit 100 Personen genehmigt, wenn die Corona-Verordnung von Rheinland-Pfalz nur Feiern mit bis zu 75 Personen erlaubt? Die Kreisverwaltung räumt auf Rheinpfalz-Anfrage mit dem Irrglauben auf, dass es sich überhaupt um eine „richtige" Feier gehandelt hätte. Die Veranstaltung war eher ein langer Gottesdienst, der von einem Essen unterbrochen worden ist. Bei Gottesdiensten in Rheinland-Pfalz sind 100 Teilnehmer zulässig.

Beim Essen wären alle Teilnehmer räumlich voneinander getrennt gewesen und wurden an festen Sitzplätzen bedient. Wenn sie sich im Gebäude bewegt haben, hätten die Gäste einen Mundschutz getragen. Musik, Tanz und Alkohol habe es nicht gegeben. Am Tag der Hochzeit sei keiner der Besucher als erkrankt oder als Kontaktperson eines Infizierten gemeldet gewesen. Da aber schon Coronavirus-Fälle in der Gemeinde in Schwegenheim bekannt waren, hätte man alle Gäste am Tag der Feier testen lassen. Dies sei eine Auflage für die Veranstaltung gewesen. Die Coronatests von 12 Gästen seien mittlerweile positiv ausgefallen. Das Gesundheitsamt ermittelt die Kontaktpersonen.

Corona in Rheinland-Pfalz: Biontech aus Mainz meldet Erfolge beim Impfstoff – Experten sind begeistert

Update vom 1. Juli, 18:27 Uhr: Auch wenn es vielerorts in Rheinland-Pfalz nicht mehr so präsent ist: Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt noch immer fest im Griff. Daher sorgt die Suche nach einem Impfstoff bei vielen Forschenden und Medizinern für unzählige Überstunden und schlaflose Nächte. Auch das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech mischt auf der internationalen Bühne ganz vorne mit. Am Mittwoch (1. Juli) teilte das Mainzer Unternehmen mit, dass es mit ihrem Impfstoff vorangekommen sei und es sehr „ermutigende“ Fortschritte gab.

Zusammen mit dem amerikanischem Pharma-Unternehmen Pfizer leitete Biontech Tests in den USA, bei denen Probanden wirksame Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelten. Noch ist unklar, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Covid-19 schützen – das sollen nun Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen.

Biontech-Chef und Mitbegründer, Ugur Sahin, nannte die vorläufigen Daten sehr ermutigend. Sie zeigten, dass der Impfstoffkandidat „eine Immunantwort mit neutralisierenden Antikörpern im Menschen induzieren kann“. Biontech testet potenzielle Impfstoffe auch in Deutschland. Hierzulande hatte es als erstes Unternehmen die Genehmigung des Paul-Ehrlich-Instituts bekommen.

Coronavirus in Rheinland-Pfalz: „Tag der Tränen“ – Wurstmarkt 2020 abgesagt

Update vom 30. Juni, 21:31 Uhr: Der Wurstmarkt 2020, der jedes Jahr in Bad Dürkheim stattfindet, wird dieses Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie ausfallen. Somit wird selbst das „größte Weinfest der Welt“ nicht von der Pandemie verschont, was für Betreiber und Besucher ein weiterer Tiefschlag im Jahr 2020 bedeutet.

Wie die RHEINPFALZ berichtet, soll Bad Dürkheims Bürgermeister, Christoph Glogger, von einem „Tag der Tränen“ gesprochen haben, nachdem der Dürkheimer Stadtrat am Dienstagabend entschied den Wurstmarkt abzusagen. Zwar sei Glogger einsichtig und verstehe, dass es „die richtige Entscheidung“ sei, dennoch herrschte im Stadtrat wohl betrübte Stimmung nach der Entscheidung. Der Wurstmarkt wäre in diesem Jahr am 11. September gestartet. Über neun Tage lang feierten in der Vergangenheit jährlich 600.000 Besucher in der Stadt in Rheinland-Pfalz.

Corona-Ausbruch in Rheinland-Pfalz: Zahl der Infizierten hat sich verdreifacht

Am Freitag, den 26. Juni, werden dem Landkreis Germersheim neun bestätigte Corona-Fälle gemeldet. Wie sich herausstellt, gehören acht der Infizierten der Freien Evangeliums-Christen-Gemeinde in Schwegenheim an. Sofort versucht das zuständige Gesundheitsamt die Infektionsketten zu durchbrechen. Die Infizierten und ihre Kontaktpersonen müssen sofort in Quarantäne.

Da der Nachwuchs der betroffenen Familien die Kita „Sonnenstrahl" in Schwegenheim besucht, werden dort alle Mitarbeiter und 170 Kinder auf das Coronavirus getestet. Obwohl die Mitarbeiter alle negativ getestet worden sind, wird die Kita vorübergehend geschlossen. Die Testergebnisse der Kinder stehen noch aus.

Corona in Rheinland-Pfalz: Trotz Ausbruch wird in der Gemeinde Hochzeit gefeiert

Die Kreisverwaltung lobt die Zusammenarbeit mit den Kirchenvorstehern und erlaubt am Samstag jedoch eine Hochzeitsfeier in der Gemeinde in Schwegenheim. Ein Hygienekonzept und weitere Vorgaben seien mit der Glaubensgemeinschaft abgestimmt worden. Am Sonntag informieren Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde im Bürgerhaus der Gemeinde alle Eltern über den Corona-Ausbruch und die Tests.

Corona in Rheinland-Pfalz: Ausbruch im Landkreis Germersheim – Zahl der Infizierten hat sich verdreifacht

Schon am Montag, 29. Juni steigt die Zahl der Infizierten im Kreis Germersheim wieder an. Nach Angaben der Kreisverwaltung Germersheim beträgt Zahl der Infizierten in Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch in Schwegenheim mittlerweile 27 Personen. Wegen des Corona-Ausbruchs müssen die Grundschule in Schwegenheim und die Realschule in Lingenfeld geschlossen werden.

Die Schulen werden von mehreren Kindern der betroffenen Familien besucht – 17 von ihnen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Der Schulbetrieb soll erst wieder nach den Sommerferien wieder aufgenommen werden.

Corona in Rheinland-Pfalz: Am Montag wird in den betroffenen Schulen noch unterrichtet

Am Montag hat der Unterricht in der Schule in Schwegenheim und Lingenfeld noch stattgefunden, weil die Kreisverwaltung erst am Sonntagabend über die positiven Testergebnisse der Familienmitglieder der Kinder informiert worden ist. Aus organisatorischen Gründen wäre es nicht möglich gewesen, den Schulbetrieb so kurzfristig noch abzusagen. Wie Landrat Fritz Bechtel (CDU) der Rheinpfalz mitteilt, wurden die Kinder direkt bei der Ankunft informiert. Es galten die Hygiene-und Abstandsregeln. Außerdem hätten die Kinder einen Mundschutz getragen.

Zwei Schulen in Schwegenheim und Lingenfeld müssen wegen eines Corona-Ausbruchs geschlossen werden. (Symbolbild)

Aktuell gibt es in Rheinland-Pfalz insgesamt 6.987 bestätigte SARS-CoV-2 Fälle, 235 Todesfälle und 6.590 genesene Fälle. 162 Menschen im Land sind aktuell mit dem Coronavirus infiziert. (Stand 29. Juni)

Infizierte insgesamt davon genesenaktive FälleTodesfälleStand
Zahlen des Gesundheitsministeriums 6.9876.59016223529. Juni

Die Summe der in Rheinland-Pfalz bereits von COVID-19 Genesenen wird anhand eines Bewertungsalgorithmus ermittelt. Diese Angaben können von den Zahlen des Robert Koch-Instituts abweichen. Als Gemeldete gelten alle Menschen mit COVID-19 Erkrankung mit Meldedatum der letzten 7 Tage, pro 100.000 Einwohner. 

Corona in Rheinland-Pfalz: Lockerungen für Angebote für Menschen mit Behinderung

In den Werkstätten für behinderte Menschen können künftig auch Personen, die zu einer Risikogruppe gehören, wieder mitarbeiten. Auch die Möglichkeiten der Wiederaufnahme der Beschäftigung und Betreuung von Menschen mit Behinderungen in Tagesförderstätten wurde erweitert – der Besuch ist aber weiterhin freiwillig. Weiter geöffnet werden auch die Angebote von Sozialpädiatrischen Zentren und den angeschlossenen Frühförderstellen. So sind zukünftig auch Gruppentherapien und mobile Leistungen unter bestimmten Bedingungen zulässig. (kp)

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