Zu Beginn 40 Infizierte

Corona-Ausbruch in rumänischer Gemeinde: Lage in Sinsheim entspannt sich

Coronavirus (Symbolfoto)
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Coronavirus im Rhein-Neckar-Kreis: In Sinsheim wird eine rumänische Gemeinde aus das Coronavirus getestet, (Symbolfoto)

Sinsheim - Nach einem Corona-Ausbruch in einer rumänischen Gemeinde, haben sich 40 Personen infiziert. Nun entspannt sich langsam die Lage. Konsequenzen wird der Fall nicht haben:

Update vom 6. August: Es wird keinen Lockdown in Sinsheim geben, das bestätigt Jörg Albrecht, Oberbürgermeister von Sinsheim, am Mittwoch. Der Umstand, dass so viele Tage vergangen sind, bis der erste Fall bekannt und dann die Tests durchgeführt wurden, stieß auf viel Kritik. Wie die RNZ berichtet, sagt Albrecht: „Schlecht zu ändern, da ein konkreter Verdacht nun mal erst bei Symptomen aufkommt“. Die Vergangenheit habe gezeigt, „dass gerade Kinder oft asymptomatisch sind.“

Um die Infektionsketten nachverfolgen zu können, war ein großer Aufwand für die öffentlichen Einrichtungen notwendig, erklärt Silke Hartmann, Sprecherin des Landratsamts des Rhein-Neckar-Kreises. Man habe Dolmetscher gebraucht, ausführliche Gespräche führen müssen und „Schritt für Schritt“-Angaben „für den ansteckungsfähigen Zeitraum" machen müssen. Drei Personen sind nach ihren Angaben wieder ins Ausland gereist. Das zuständige Land sei informiert und müsse sich nun selbst um die Nachverfolgung der Kontaktpersonen kümmern.

Rechtliche Konsequenzen werde es nicht geben. Die rumänische Gemeinde habe laut eigenen Angaben alle Hygieneregeln eingehalten. Das Hygienekonzept liege dem Landratsamt nicht vor. Unklar ist weiterhin, wie sich so viele Menschen mit Corona infizieren konnten. Im Corona-Hotspot Kirchardt gibt es 22 Fälle, die sich auf elf Familien verteilen. Rund 100 Personen befinden sich in Quarantäne. Das Ordnungsamt prüft zusammen mit der Polizei, ob diese auch eingehalten wird.

Corona-Ausbruch: Zahl der Infizierten im Rhein-Neckar-Kreis sinkt rapide ab

Update vom 5. August, 14:24 Uhr: Die Zahl der Corona-Infizierten sinkt im Rhein-Neckar-Kreis von 20 auf 4. Das teilt das Gesundheitsamt am Mittwoch mit. Alle Kontaktpersonen sind ermittelt und befinden in Quarantäne. „Maßnahmen, die die Gesamtbevölkerung betreffen – etwa ein lokaler Lockdown – sind weiterhin nicht zu befürchten“, sagt die zuständige Gesundheitsdezernentin des Rhein-Neckar-Kreises, Doreen Kuss. „Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass es sich um ein nur begrenztes Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit der rumänisch christlichen Gemeinde handelt. Anhaltspunkte für ein darüberhinausgehendes Infektionsgeschehen in Sinsheim oder umliegenden Gemeinden haben wir derzeit nicht“, so Kuss weiter. Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz im Rhein-Neckar-Kreis beträgt 8,4.

Corona-Ausbruch in rumänischer Gemeinde – über 120 Menschen lassen sich testen

Update vom 5. August, 9:48 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einer rumänischen Gemeinde kommen am Montag und Dienstag rund 110 Personen in das Klinikum in Sinsheim, um sich auf das Virus testen zu lassen. Das berichtet die stellvertretende Klinikleiterin Stephanie Linß der RNZ. Für Mittwoch haben sich weitere 15 Personen angemeldet.

Derzeit befinden sich drei Verdachtsfälle auf einer Isolationsstation der GRN-Klinik in Sinsheim, einer davon liegt auf einer Intensivstation. Angesichts des Corona-Ausbruchs ist das aber noch recht wenig. Linß vermutet, dass es wohl den meisten gut gehe und dass sich die Infizierten auf mehrere Landkreise und damit auf mehrere Kliniken verteilen. „Ich hoffe, dass das so bleibt. Falls nicht, sind wir mit freigehaltenen Betten sowohl auf der Isolierstation als auch auf der Intensivstation gerüstet“, so Linß im RNZ-Interview. Sie rät weiterhin die Corona-Regeln ernst zu nehmen, eine zweite Weite und ein weiter Lockdown könne man nicht ausschließen.

Corona-Ausbruch in rumänischer Gemeinde: Kirchardt wird zum Hotspot

Update vom 4. August: Nach dem Corona-Ausbruch in einer rumänisch-christlichen Kirchengemeinde in Sinsheim sind insgesamt 40 Personen positiv auf Corona getestet worden, 21 davon wohnen in Kirchardt. Diese sowie 80 weitere Personen befinden sich laut Bürgermeister Gerd Kreiter in Quarantäne. Das berichtet „Stimme“. Darunter befinden sich auch Schüler einer vierten Klasse.

Es werden Kontrollen durchgeführt, um die Quarantäne-Einhaltung zu überwachen. „Die große Mehrheit der Betroffenen zeigt Verständnis und geht verantwortungsvoll mit der Situation um“, wird der Bürgermeister zitiert. Es habe aber zwei Anzeigen gegeben, weil sich die Betroffenen nicht an die Auflagen gehalten hätten.

Corona in Sinsheim: Ausbruch in rumänischer Gemeinde ist „beunruhigend und bedauerlich“

Meldung vom 31. Juli: „Die neueste Entwicklung ist beunruhigend und bedauerlich. Zumal die Infektionszahlen in Kirchardt bisher unter dem Landesdurchschnitt lagen“, sagt Gerd Kreiter, Bürgermeister von Kirchardt, zur „Heilbronner Stimme“. Seine Stadt ist mittlerweile zum Corona-Hotspot geworden, nachdem Mitglieder einer rumänischen Pfingstgemeinde in Sinsheim positiv auf das Virus getestet worden sind. Von den 40 Infizierten kommen 18 aus der nahe gelegenen Gemeinde Kirchardt. Doch die Zahl könnte noch steigen. Denn bislang seien nur 105 Gemeindemitglieder getestet worden – 77 stehen noch aus.

Sämtliche Betroffene würden, laut der Landkreisverwaltung, in Heidelberg unter häuslicher Quarantäne stehen. Die Infizierten in Kirchardt werden sogar regelmäßig von der Polizei überwacht. „Die Verwaltungsmitarbeiter fahren vorbei, klingeln an der Tür um festzustellen, ob die Leute zu Hause sind", erklärt Bürgermeister Gerd Kreiter. Wenn niemand aufmacht, werde das als Straftat zur Anzeige gebracht!

Corona-Ausbruch in einer rumänischen Gemeinde - droht in Sinsheim jetzt der Lockdown?

Erstmeldung vom 31. Juli: Sinsheim - Am 28. Juli sollen Mitglieder der rumänischen Pfingstgemeinde in Sinsheim auf das Coronavirus getestet werden. Grund für den Massentest war der Kontakt eines positiv Getesteten zu der rumänisch-christlichen Gemeinde in Sinsheim sowie weitere Infektionen in einer anderen Gemeinde in Baden-Württemberg*. Da dort keine Gottesdienste mehr durchgeführt wurden, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass Gemeindemitglieder Gottesdienste in Kommunen der Umgebung besucht haben. Das berichtet HEIDELBERG24*.

Corona-Ausbruch: Sinsheims Oberbürgermeister bezeichnet Ergebnis des Flächentests als „Supergau“

Am Donnerstag, 30. Juli wird das vorläufige Ergebnis bekannt gegeben. 40 der 105 getesteten Personen werden positiv auf Covid-19 getestet. 16 infizierte Personen aus der Glaubensgemeinschaft sollen im Rhein-Neckar-Kreis wohnen. Hinzu kommen aktuell 20 Kontaktpersonen, die ebenfalls im Landkreis leben. „Da die Ermittlungen weiterlaufen, kann sich die Zahl der Kontaktpersonen in den kommenden Tagen noch verändern“, erklärt der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Andreas Welker, am Freitag. 20 Infizierte leben im Landkreis Heilbronn, allein 18 in Kirchardt. Der Rest kommt aus dem Landkreis Karlsruhe.

Eigentlich sollten sich etwa 180 Personen dem freiwilligen Test unterziehen, 77 von ihnen sind jedoch nicht erschienen. Viele seien aktuell im Urlaub und müssten erst über das rumänische Konsulat in Stuttgart kontaktiert werden. Wer sich im Ausland aufhalte, soll dort getestet werden.

Sinsheims Oberbürgermeister spricht in diesem Kontext gegenüber der RNZ von einem „Supergau“. Am Donnerstag tagte erstmals wieder der Krisenstab der Stadt. Man warte jedoch im wesentlichen ab ob das Gesundheitsamt Hilfe bei der Nachvollziehung der Infektionsketten brauche.

Sinheim: Nach Corona-Ausbruch in Gemeinde: So geht es den Infizierten

Den 40 Infizierten, darunter elf Kinder, soll es aktuell gut gehen. Es lägen keine Informationen über schwere Verläufe oder gar Todesfälle vor. Sie und ihre Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne. Warum sich so viele Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben, ist bisher noch unklar. Nach Informationen des Gesundheitsamtes wurden alle Hygieneregeln in der Gemeinde in Sinsheim eingehalten.

Wie Studien jedoch gezeigt haben, kann sich das Coronavirus in geschlossenen Räumen viel besser verbreiten, als an der frischen Luft. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung erfahren haben will, könnt es sich bei dem Patienten „0“ um eine Ärztin aus dem Rhein-Neckar-Kreis handeln. Wegen der erneut steigenden Corona-Fälle im ganzen Land will Stuttgart nun auch am Flughafen, dem Hauptbahnhof und an den Autobahnen Tests anbieten. Diese sind kostenlos und (noch) freiwillig.

Sinsheim: Corona-Ausbruch in rumänischer Gemeinde: Droht jetzt der Lockdown?

Sprecher des Landratsamts Heilbronn, Manfred Körner rechnet mit weiteren Infektionen. Wenn 77 Personen noch nicht getestet worden sind, halte er die Wahrscheinlichkeit für sehr hoch. Das berichtet die Heilbronner Stimme. Auch Kirchardts Bürgermeister Gert Kreiter rechnet mit weiteren Infektionen und Kontaktpersonen, die in Quarantäne müssen. Für die Einhaltung der Quarantäne sei die Ortspolizei der Kommune zuständig.

Auch in Schwäbisch Gmünd ist es nach einer Trauerfeier in einer Moschee zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. Dort sollen bei einem Quarantäne-Verstoß jetzt Bußgelder fällig werden. Kreiter geht da sogar noch weiter. Er spricht in diesem Fall von einer Straftat, die zur Anzeige gebracht wird.

Ein lokaler Lockdown in Sinsheim oder Heilbronn gilt als unwahrscheinlich, da sich die Erkrankten auf drei Landkreise verteilen. Wenn sich die Menschen jedoch zu locker mit den Corona-Maßnahmen umgehen, kann sich Sinsheims Oberbürgermeister durchaus Einschränkungen, wie die Schließung des Schwimmbades vorstellen. Jetzt müsse man das Infektionsgeschehen jedoch erst einmal weiter beobachten.

Das Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis hat bereits erkärt, dass mit Polizeibehörden und Trägern der betroffenen Einrichtungen in Sinsheim alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen worden seien. „Sollten die weiteren Ermittlungen zu neuen Erkenntnissen führen, wird das Gesundheitsamt gemeinsam mit den zuständigen Ortspolizeibehörden die erforderlichen Schritte abstimmen und gegebenenfalls kurzfristig weitere Maßnahmen veranlassen“, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes Rhein-Neckar-Kreis.

Laut einer Sprecherin des Landratsamtes gebe es in den Einrichtungen sowohl Kontaktpersonen sowohl vereinzelt auch Infektionsfälle, die auf den Corona-Ausbruch in Sinsheim zurückzuführen sind. Die Gesamtbevölkerung müsse derzeit aber noch keine Einschränkungen erwarten.

Sinsheim: Diese Schulen und Kindergärten sind von dem Corona-Ausbruch in der rumänischen Gemeinde betroffen

  • Albert-Schweitzer-Schule in Sinsheim
  • Theodor-Heuss-Schule in Sinsheim
  • Wingertsbergschule in Sinsheim
  • Katholischer Kindergarten St. Jakobus in Sinsheim
  • Städtischer Kindergarten Sinsheim-Reihen
  • Evangelischer Kindergarten Sinsheim-Steinsfurt
  • Kindergarten Untergimpern

(kp/HEIDELBERG24* ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks)

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