Kampf gegen Covid-19

Corona-Warn-App: Download, Funktion und erste Bewertungen – alles was Du wissen musst

Die Corona-Warn-App ist offiziell vorgestellt worden. Bereits in den ersten Stunden laden sich hunderttausende Menschen die App herunter. Wie sie funktioniert und wo man zu downloaden kann:

  • Im Auftrag der Bundesregierung entwickelt SAP und Telekom die Corona-Warn-App.
  • Am Dienstag (16. Juni) wird sie bei einer Pressekonferenz offizell vorgestellt.
  • Die Corona-App kann im AppStore und PlayStore heruntergeladen werden.
  • So funktioniert die Corona-Warn-App:

Per Pushnachricht erfahren, ob Du Dich zufällig in der Nähe einer mit dem Coronavirus infizierten Person aufgehalten hast – das soll die Corona-Warn-App ermöglichen. Nach mehreren Wochen der Entwicklung ist es dann so weit: Die offizielle deutsche Corona-Warn-App geht an den Start. Dafür

Update vom 17. Juni, 10:13 Uhr: In der Nacht auf Dienstag gegen 2 Uhr ist die Corona-Warn-App an den Start gegangen und bereits um 20 Uhr haben zwei Millionen Menschen die App heruntergeladen. Das berichtet das ZDF. Allein bei Google Play komme die App auf etwa 1,6 Millionen Downloads, im App-Store von Apple seien es etwa 400.000 weitere Nutzer. Die Nachfrage nach der Corona-App überrasche Programmierer. Man habe zwar mit einer großen Nachfrage gerechnet, aber zwei Millionen Nutzer in wenigen Stunden sei doch unerwartet stark.

Update vom 16. Juni, 11:06 Uhr: Am Dienstag (16. Juni) findet in Berlin eine Pressekonferenz der Bundesregierung statt. Um 10:30 Uhr stellt Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mit mehreren Ministern, dem Robert-Koch-Institut und den beauftragten Unternehmen SAP und Telekom die Corona-App vor. Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Corona-Warn-App wird mehrfach erwähnt, dass die App komplett freiwillig und kostenlos ist. Man könne zum einen selbst entscheiden, ob man die Corona-Warn-App downloaden will und – im nächsten Schritt – welche Daten man preisgeben möchte. Beispielsweise können Nutzer frei entscheiden, ob sie der App verraten, dass sie am Coronavirus erkrankt sind.

Die offizielle Corona-Warn-App ist am frühen Morgen auf einem Smartphone zu sehen. Die App soll die Kontaktverfolgung von Infizierten ermöglichen und dadurch die Infektionsketten verkürzen. Damit geht die offizielle deutsche Warn-App für den Kampf gegen das Coronavirus geht nach wochenlangen Vorbereitungen an den Start.

Durch die Nutzung der Corona-Warn-App können die Nutzer schnell informiert werden, ob sie in der Nähe eines Infizierten waren. Danach werde ihnen Handlungsempfehlungen angezeigt, auch ein Corona-Test könne so schnell vereinbart und durchgeführt werden. Gesundheitsminister Jens Spahn weist darauf hin, dass es aber auch mal zu einem Fehlalarm kommen könne. Dennoch bringe die App im Kampf gegen das Coronavirus einen deutlichen Vorteil als ohne. „Mir ist lieber ein Test zu viel, als ein Test zu wenig“, so Spahn. Er betont, dass die App gerade in der Zeit, in der Lockerungen vereinbart werden und Urlaub wieder möglich ist, hilfreich sei. Denn mal ehrlich: Wer erinnert sich schon daran, wen man alles bei einer Zugfahrt getroffen hat oder im Restaurant begegnet ist? Meistens kennt man die Personen nicht einmal. Die Corona-App hingegen tauscht per Bluetooth Zahlencodes aus und speichert diese 14 Tage lang. So könne man zwei Wochen die Infektionsketten zurückverfolgen – und das völlig anonym.

Corona-Warn-App: „Kein Allheilmittel" – warum sie trotzdem so wichtig ist

Die Corona-Warn-App sei aber „kein Allheilmittel“, sagt der Gesundheitsminister. Abstands- und Hygieneregeln müssen weiterhin eingehalten werden. Doch es sei zentral bei der Bekämpfung einer jeden Pandemie, „dass wir die Infektionskette brechen, möglichst rasch und möglichst ohne Ausnahmen“, so Professor Dr. Lothar H. Wieler, Präsident vom Robert-Koch-Institut (RKI).

Die Corona-Warn-App schätzt nach einer Begegnung mit einer infizierten Person außerdem das Risiko einer Ansteckung ein. Dies kann gering oder stärker ausfallen. Der Präsident vom RKI erklärt, dass die Einschätzung aus vier Punkten besteht:

  • Dauer und Nähe
  • Zeitpunkt
  • Dämpfungswert des Bluetooth-Signal
  • Übertragungsrisiko per Algorythmus

Die App habe außerdem den Vorteil, dass sie kaum Akku kostet und kein Datenvolumen verbraucht. Denn alle Netzanbieter haben sich bereit erklärt, dafür keine Kosten zu erheben.

Corona-Warn-App wird offiziell vorgestellt – die Pressekonferenz im Video

Update vom 16. Juni, 10:30 Uhr: In Berlin startet die Pressekonferenz zur Corona-Warn-App. Kanzleramtschef Helge Braun stellt sie vor. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesverbraucherschutzministerin Christine Lambrecht und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn werden erwartet. Du kannst sie im Video mitverfolgen.

Corona-Warn-App wird offiziell vorgestellt: Download bereits möglich – „Noch nie war Leben retten einfacher!“

In der Nacht auf Dienstag ist die Corona-Warn-App bereits im PlayStore und AppStore zu finden. Die Nutzer können die App kostenfrei herunterladen und auf ihrem Handy installieren. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten scheint alles mit dem Download zu funktionieren. Die Corona-App ist bereits nach wenigen Stunden mehrfach bewertet worden. Im PlayStore erhält die App viereinhalb von fünf Sternen. In den Kommentaren heißt es beispielsweise: „Noch nie war es einfacher und wird es einfacher sein, eine mögliche zweite Corona Welle im Keim zu ersticken! Alles, was man braucht, ist diese App zu installieren, die in Sachen Umgang mit Datenschutz ehrlicher und harmloser ist als jede Smartphone-App inklusive des Smartphones Betriebssystems selbst. Ich bete, dass genug Leute mitmachen, noch nie in unserer Geschichte war Leben retten einfacher!

Umstrittener Datenschutz: Wie sicher ist die Corona-App?

Besonders das Thema Datenschutz war bei der Corona-App stark umstritten. Die persönlichen Daten der Nutzer werden aber nicht zentral – wie zunächst angenommen – sondern auf dem eigenen Smartphone gespeichert. „Man gibt fast gar keine Daten preis, man muss weder Namen noch Alter oder Mail-Adresse usw. angeben“, schreibt ein weiter Nutzer der Corona-Warn-App von Telekom und SAP.

Kanzleramtsminister Helge Braun beschwört die Sicherheit der Corona-Warn-App. „Diese App ist so sicher, wie sie nur sein kann“, sagt der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal „t-online.de“. Der Quellcode sei offengelegt worden, ein höheres Maß an Transparenz könne man „kaum leisten“. Braun bekräftigt das Versprechen der Bundesregierung, dass die Nutzung der App freiwillig bleibt: „Es gibt keinen Zwang, die App zu installieren. Ein Gesetz, das die Deutschen zum Download der Corona-App zwingt, schließe ich ausdrücklich aus. Wir werden beim freiwilligen Modell bleiben.“ Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verspricht: „Es werden nur Zahlencodes ausgetauscht. Von diesen Zahlen aus kann niemand auf die Person schließen. Der gesamte Vorgang ist anonym.“

Corona-Warn-App von SAP und Telekom – So funktioniert sie

Die Corona-Warn-App misst, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv am Coronavirus erkrankt und teilt dies auch der App mit, werden andere Anwender informiert, dass sie sich in der Nähe des Infizierten aufgehalten haben.

Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, nennt die App einen sinnvollen Baustein im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus. „Es ist absolut sinnvoll, die Chancen der Digitalisierung für den Kampf gegen Corona zu nutzen“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur. Die App könne aber auch keine Wunder vollbringen, und sie ersetze natürlich weder Abstands- noch Hygieneregeln. Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, nannte die App einen. Übrigens: Die Entwicklungskosten betragen rund 20 Millionen Euro.

jol/dpa

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